Peter Mauer von Kronenburg, öffentlicher und beim Reichskammergericht zugelassener Notar, beurkundet ein in Virneburg auf am 2. Nov. in Kronenburg im Beisein der Räte Dr. iur. Peter Reckh und Heribert Meckenheim von Münstereifel erteilten Auftrag der Gräfinwitwe Magdalena zu Manderscheid, Blankenheim, Virneburg und Roussy, Frau zu Schleiden, Kerpen, Kronenburg, Neuerburg und Saffenberg, abgehaltenes Zeugenverhör wegen der mit dem Erzstift Trier strittigen Landeshoheit in der Grafschaft Virneburg, insonderheit wegen eines von der Herrschaft am 3. Aug. 1594 an alter Stelle auf der Höhe zwischen Virneburg und Nachtsheim diesseits der Straße errichteten und noch am letzten Tag des gleichen Monats durch die Leute von Boos und Nachtsheim im Beisein des Schultheißen von Mayen niedergerissenen und verbrannten Galgens. Nach gehöriger Bekanntmachung und durch Boten geladen sagen aus: Nikolaus, Hofmann zu Hirten, Johann Roß von der Nitzer Mühle, Johann Bien von Baar, Johann Bauer von Nitz, Werner von Baar, Lorenz von Niederbaar, Johann, Hofmann, und Heinrich, Schultheiß zu Luxem, Beltgen und Mey von Luxem. Die zwölf dem Verhör zugrundegelegten Fragepunkte betreffen die Landeshoheit über die Dörfer Boos und Nachtsheim vor und nach dem Aussterben des Grafenhauses Virneburg sowie die Ausübung der Hochgerichtsbarkeit zwischen 1545 und 1554, sodann in der Restgrafschaft Virneburg einer- und in deren an das Erzstift gefallenem Teil andererseits, schließlich den Vorfall der Beseitigung des Galgens, bei dem die Leute von Nachtsheim eine Hütte errichtet hätten, weil einige Weiber von Nachtsheim, die Zauberwans halben zu Mayen gefangen lagen, auf virneburgischem Hoheitsgebiet durch Feuer hingerichtet werden sollten, was auch geschah, wobei der Galgen mitverbrannt worden sei. Die genau protokollierten Aussagen bestätigen im wesentlichen die aus der Formulierung der Fragepunkte ersichtliche Rechts- und Sachverhaltsauffassung. Sr.: Ausst. Not.-Instr. Perg., 4 Bll., geh. - Signet und Pap. - Sg. - Rv.