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Nachlass Peter Joseph Osterhaus (04.01.1823 - 02.01.1917):
Badischer 1848er Revolutionär, amerikanischer General und Konsul,
Kaufmann (Bestand)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Andere Nachlässe >> Osterhaus
1864-1865, 1879-1880, 1898, 1916-1917
Überlieferungsgeschichte
Schenkung von Herrn Rechtsanwalt Heinrich Deubner aus Karlsruhe.
Inhalt und Bewertung
private Briefe, 2 Urkunden
Biografie: Peter Joseph Osterhaus: Peter Joseph Osterhaus, geboren am 04.01.1823 in Koblenz als Sohn des Steinhauers Joseph Adolph Osterhaus und der Eleonore Kraemer, war ein badischer Revolutionär der 1848er Revolution, General der United States Army im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 - 1865) und US-Diplomat in Lyon und Mannheim. Er verstarb am 02.01.1917 in Duisburg. P. J. Osterhaus absolvierte eine kaufmännische Lehre sowie den Wehrdienst im preußischen Heer. Ab 1845 war er als Kaufmann in Mannheim tätig und erwarb 1846 die badische Staatsangehörigkeit für sich und seine Ehefrau. 1848/49 beteiligte er sich an der Revolution in Baden. Dabei war er Oberst der Bürgerwehr in Mannheim, forderte unter anderem die Mannheimer Bürgerwehr dazu auf außerhalb der Stadt gegen die Reichstruppen zu kämpfen und verhandelte mit Oberst Roggenbach über den Abmarsch der Reiterei. Nach dem Scheitern der Revolution floh er in die USA, wo er mit seiner Familie am 06.11.1849 eintraf. Der Versuch ihn in Kreuznach im Juli 1849 zu verhaften war misslungen. Vom Hofgericht des Unterrheinkreises in Mannheim wurde er aufgrund seiner Beteiligung an der 1848er Revolution wegen Hochverrats am 02.08.1850 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt; 1857 erfolgte die Begnadigung im Zuge einer allgemeinen Amnestie. In den USA lebte er mit seiner Familie zeitweise in Belleville (Illinois USA) und St. Louis (Missouri USA). In den Amerikanischen Bürgerkrieg, der 1861 ausbrach, trat er auf Seiten der Nordstaaten, der sog. Union, zunächst als Gemeiner in das 2. Missouri-Infanterie-Regiment ein und nahm unter anderem an der Schlacht am Wilson's Creek (10.08.1861, Missouri USA) teil. Später stellte er das 12. Missouri-Infanterie-Regiment auf und wurde dessen Kommandeur. In der Schlacht am Pea Ridge (März 1862, Arkansas USA) kommandierte P. J. Osterhaus eine Divison unter Franz Sigel (18.11.1824 - 21.08.1902), ebenfalls ein badischer 1848er Revolutionär, und erhielt den Spitznamen "Fetzenpeter". Am 09.06.1862 wurde er zum Brigadegeneral befördert. Die in vorliegendem Nachlass enthaltenen Briefe Osterhaus' während des Bürgerkriegs setzen am 09.03.1864 ein. In den Briefen wird unter anderem seine Teilnahme an der Schlacht um Vicksburg (Mississippi USA) unter Generalmajor Ulysses S. Grant (27.04.1822 - 23.07.1885) erwähnt, bei der er die 9. Division im XIII. Korps befehligte. Eine seiner erfolgreichsten Schlachten war die Schlacht um Chattanooga (Tennessee USA). Außerdem führte er die erste Division im XV. Korps gegen die konföderierten Stellungen am Lookout Mountain (Georgia USA) und Missionary Ridge (Tennessee USA), war am Atlanta-Feldzug General William T. Shermans (08.02.1820 - 14.02.1891) sowie den Schlachten bei Resaca (Georgia USA) und am Kennesaw Mountain (Georgia USA) dabei, die ebenfalls in den Briefen erwähnt werden. Am 23.07.1864 wurde er zum Generalmajor ernannt. Er führte das XV. Korps durch Savannah und Georgia. 1865 wurde er Stabschef von General E.R.S. Canby und kämpfte bei Mobile (Alabama USA). Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg war P. J. Osterhaus von Mai 1865 bis Februar 1866 Militärgouverneur in Mississippi. Danach war er bis 1877 als amerikanischer Konsul in Lyon (Frankreich) tätig, zog später nach Mannheim, wo er dann von 1898 bis 1900 als Vizekonsul (N Osterhaus Nr. 16) tätig war. Daneben betätigte er sich auch als Geschäftsmann, unter anderem als Kohlenhändler. Bereits 1879 hatte er für sich, seine 2. Ehefrau Amalia/Amalie, geb. Born, und einen Teil seiner Kinder, wieder die badische Staatsangehörigkeit erworben (N Osterhaus Nr. 17). Seinen Lebensabend verbrachte er bei seiner Tochter Mathilde in Duisburg. Zu Peter Joseph Osterhaus' Familie gehörten nachweislich die Kinder Anna (geb. 29.08.1849), Hugo (1851 - 1927), Adolphus/Otto (geb. 1852), Alexander, Emma, Karl (31.05.1859 - 1904), Therese (20.04.1865 - 02.03.1947), Ludwig Richard (28.09.1866 - 1929), Josef (geb. 28.09.1866) und Mathilde (geb. 17.01.1868). Am 26.08.1847 hatte er Sybille Matilde/Matilda Magaretha Born (21.01.1825 - 05.11.1863) aus Kreuznach geheiratet. Seine zweite Ehefrau war Amalia/Amalie Born (12.11.1828 - 01.07.1896) aus Kreuznach, die jüngere Schwester von Matilda. Amalia war, wie aus den Briefen vorliegenden Nachlasses hervorgeht, Ende 1863 bzw. Anfang 1864 auf Wunsch von P. J. Osterhaus in die USA gereist, um sich dort nach dem Tod seiner Ehefrau wie eine Mutter um die Kinder zu kümmern (N Osterhaus Nr. 12 und Nr. 13, S. 9). Osterhaus und Amalia heirateten am 28.07.1864. (Im Brief N Osterhaus Nr. 8 vom 27.10.1864 wird sie erstmals als Frau P. Jos. Osterhaus bezeichnet.)
Überlieferungsgeschichte und Bearbeiterbericht: Der vorliegende Nachlass besteht aus Briefen sowie ein paar anderen Dokumenten von und zu Peter Joseph Osterhaus und wurde dem Generallandesarchiv Karlsruhe im Jahr 2016 von dem Rechtsanwalt Heinrich Deubner, einem Nachkommen der Familie Osterhaus, aus dem Familiennachlass als Schenkung übergeben. Zu den übergebenen Dokumenten legte Rechtsanwalt Deubner dem Generallandesarchiv Karlsruhe eine kurze Liste vor. Außerdem wurde, wie vertraglich vereinbart, bereits im Sommer/Herbst 2016 eine Transkription der handschriftlichen Dokumente angefertigt. Der Nachlass erhielt im Generallandesarchiv Karlsruhe die Zugangsnummer 2017-62. Auf der Grundlage der Liste und der Transkription erfolgte die Verzeichnung sowie konservatorische Verpackung des Nachlasses unter der Bestandsbezeichnung N Osterhaus im September 2017 durch die Unterzeichnende. Karlsruhe, im September 2017 Sara Diedrich
Bestandsinhalt: Der Nachlass enthält vor allem Briefe aus der Zeit Peter Joseph Osterhaus' im Amerikanischen Bürgerkrieg 1864/65 zwischen Osterhaus selbst, seiner 2. Ehefrau und den Kindern. Dabei kommen unter anderem die oben erwähnten Schlachten um Resaca und am Kennesaw Mountain etc. sowie General Shermans Feldzug zur Sprache. Auch die Ausstellungsorte der Briefe spiegeln die verschiedenen Etappen Osterhaus' im Amerikanischen Bürgerkrieg wieder. Hin und wieder werden in den Briefen auch "Deutschland" sowie politische Themen (bspw. zur Präsidentschaftswahl der USA 1880) und persönliche Meinungen (bspw. zur Presse) erwähnt. Viele der Briefe handeln jedoch hauptsächlich von der Familie sowie von Personen aus dem Bekanntenkreis in St. Louis.
Verweise und Literatur: Erwerb des Badischen Staatsbürgerrechts 1846: GLA 362 Nr. 4568. Kurze Beschreibung seines Äußeren in: GLA 276 Nr. 3438, S. 183. Akte beim Badischen Justizministerium zur Verurteilung wegen Hochverrats (mit Abschrift des Urteils) und Vermögensbeschlagnahme: GLA 234 Nr. 1896. Begnadigungsgesuch seines Schwiegervaters Carl Born zu Kreuznach für P. J. Osterhaus, Juli 1856, in: 234 Nr. 1896. Dabei versucht er P. J. Osterhaus' Handeln in der Revolution zu erklären. Außerdem erzählt er von der Situation Osterhaus' und seiner Familie in den USA, von den Krankheiten die seine Ehefrau plagen... Eintrag zu P. J. Osterhaus mit Angabe von weiteren Quellen zu seiner Person im Generallandesarchiv Karlsruhe in: Heinrich Raab: Revolutionäre in Baden 1848/49. Biographisches Inventar für die Quellen im Generallandesarchiv Karlsruhe und im Staatsarchiv Freiburg, Stuttgart 1998 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Bd. 48). Biografie von P. J. Osterhaus in deutscher Sprache: Hans-Peter Kleber: Peter Joseph Osterhaus - ein deutsch-amerikanisches Leben, in: Koblenzer Beiträge zur Geschichte und Kultur N. F. 2 (1992), S. 87-129. Biografie von P. J. Osterhaus mit Schwerpunkt auf dem Amerikanischen Bürgerkrieg: Mary B. Townsend: Yankee Warhorse. A Biography of Major General Peter Osterhaus, Columbia 2010.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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