Johann Morrien, Richter zu Stadtlohn (Stadtloen) bezeugt, dass er in Stadtlohn ein Nothofgericht (noethoffgerichte) am 26. Mai 1557 gehalten hat, auf dem Gerdt Tegeder tho Wennerkinck, Gerd thom Brogell und andere Tegeder und Hofleute anwesend waren und Lambert Lefferdz (alt. Leferds/Leferdz) gerichtlich vorgeladen wurde, um Fürsprache für Hermann von Velen, Drost zu Bevergern und Rheine (Rhene) zu halten bezüglich eines Heinrich, der sich als Schulte des Hofes von Büren sieht. Johann Bodder, Bote des Hofgerichts von Stadtlohn hat obengenannten Schulten eine Citation überbracht und auch Hermann von Velen, Drost, mit Lambertz Leferdz als seinem Fürsprecher erschien, und ließ mittels diesem nach einem Urteil nach Hofrecht fragen (nha hoves rechte). Der Fürst und Bischof und seine Amtleute haben befunden, dass der Hof zu Büren Hofgut ist, welcher durch Personen, die nicht hofhörig sind, nicht befugt sind, sich dahin zu begeben und diesen zu benutzen (nha sich thonemen und ires gefallen thoverpachten). Sie untersuchten zur Urteilsfindung das Hofrecht zu Lohne (was recht nha hoves rechte tho Loen darumb sy). Heinrich Schulte tho Büren gibt zur Antwort, dass er auf dem Hof geboren sei und sein Vater Gerdt Schulte den Hof besessen habe mit Konsens und Wissen des damaligen Bischofs und dessen Amtleuten. Außerdem seien er und seine Ehefrau freie Leute. Es wird von einer weiteren Sitzung Montag nach Fronleichnam (21. Juni des Jahres) berichtet. An ihr nehmen der Richter zu Stadtlohn, als Beisitzende Cornd Tegeder, Gerdt Schulte tho Rerenbecke und Gerdt Wemeckink sowie anderer Tegeder wie Gerdt Schulte Provestinck, Bernd toe Brogell, Johan toe Claweshuis und weitere Hofschulten sowie Lambert Leferdz als Anwalt des Herman von Velen (in persona für den Bischof) teil. Richter und Tegeder haben sich die Hofbücher, in denen das Hofrecht geschrieben steht (dat hoffboeck worinnen und des hoves bullen dar inne [...] hoffrecht verfaßt ist), vorlesen lassen und bestätigen nun mittels dieser vorliegenden Notariats-Urkunde, dass nach Hofrecht des Hofes zu Stadtlohn (Loen) kein freier Mann oder freie Frau Hofgüter gebrauchen oder behalten könnten, wenn sie nicht das Einverständnis des Hofherren oder der Hofschulten zu Stadtohn dazu haben (underligen gnade gunst oder wyheit des hoffheren). Heinrich Schulte tho Burgen und seine Frau, die freie Leute sind, bekommen nun die Erlaubnis des Bischofs und können die Hofgüter besitzen und gebrauchen. Auf die Frage, ob der Schulte tho Burgen bereits eine solche Einwilligung habe, antwortet der, dass dieses nicht habe, sondern nur der verstorbene Bischof Franz und der damalige Amtmann Diedrich Cloidt (Diederichen Cloidz). Dem Hof zu Büren darf er sich bei einer Strafe von 500 Goldgulden aber nicht undernemmen außer mit Einwilligung des Bischofs als Gutherren. Dem Drosten ist wegen der Gerichtshandlung nach Hofrecht des Hofes zu Stadtlohn durch Gerdt Schulte tho Kernebeck ein bosegelt gerichteschein gegeben worden. Siegelankündigung des Ausstellers Im jair nha unsers lieven Herren Jesu Christi geboirden viffeinhundert seven und vifftich ahm maendage nha sacramenti. was der ein und twintigste der maendt Junij.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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