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Mainz, 1573.02.25. (Richter Johann von Karben). Herr Franz Behem, Buchdrucker, und Hausmeister im Kaufhaus, und seine Frau Gertraud machen (er gesund, sie etwas schwachen Leibs) ihr Testament: Er hat von seiner + Frau Elisabeth Schlosserin 4 Kinder: Kaspar, Melchior, Johann, Liborius - von seiner dritten, ebenfalls verstorbenen Frau Agnes Artopeia die Kinder Hans Peter, Elisabeth, Maria, ausser diesen dreien von ihr noch ein aus voriger Ehe zugebrachtes Kind Georg Goddelman. Nach dem Tod seiner 3. Frau hat er 1567 vor Richter Carben die mit ihr gemeinsam gehabte Nahrung, nämlich "die druckerey zum Maulbaum, die grosse Componia im Buchhandel, pressen, schriften, matrices und farben, hausrath und fahrende haabe", 100 fl. Gold aus dem Haus zu Weisenau, wiewohl er - der Testator - dies alles lebenslang zu geniessen hat und sich mit einem Geringschätzigen abweisen lassen, den vorgenannten Kindern (einschließlich des zugebrachten Georg) zu gleichen Teilen üergeben. Der Anteil des verstorbenen Sohnes Balthasar (aus der dritten Ehe) geht auf seine rechten Geschwister über. Der Testator hat sich sodann neuerdings mit der genannten Gertraud verheiratet und von neuem eine kleine Compagnie neben Magister Arnold Burkmann und Kaspar, des Testators Sohn, zu seinem und seiner Frau besseren Unterhalt angefangen. Seinen Anteil daran vermacht er seinen Söhnen Kaspar, Melchior, Johann und Liborius, die davon nach dem Tod beider Eltern an die Geschwister aus dritter Ehe (einschl. Georgs) 100 fl. auszahlen, zu gleichen Teilen - alles in Erinnerung an Herrn Johann Cochleus, den großen Förderer seiner Druckerei. Seiner Frau Gertraud vermacht er 200 fl. in albis zur Nutzniessung und alle Fahrnis an Betten, Leinwand, Zinn usw.; nach ihrem Tod fällt dies alles an Kaspar, Melchior, Johann, Liborius. Seine Frau vermacht ihren Basen Margreth d.Ae. und d.J. Töchtern ihres + Bruders Heinrich Becher, und den Töchtern ihres Mannes, Elisabeth und Maria, alle ihre Kleider, zu 4 gleichen Teilen. Ihr voriger Hauswirt Melchior Feyle + hat ihr 280 fl. (je 15 Batzen) -130 fl. auf der Stadt Frankfurt, 150 fl. angelegt; davon erhalten nach ihrem Tod seine nächsten Verwandten zwei Teile; den ihr zustehenden Dritteil vermacht sie ihrem Mann zu lebenslänglichem Genuß, nach seinem Tod an ihre nächsten Verwandten; doch erhalten von den 280 fl. gemäß dem letzten Willen ihres Mannes Jörg Metzger und Seifridt Flach von Oberliederbach je 10 fl. Ihr ganzer übriger Nachlaß fällt an ihren Mann. Wenn ein Erbe dieses Testament bestreitet, verliert er seinen Anteil. Z.: Daniel Dechant, Kaspar Forschhundt, Christoffel Kuchle, Heinrich Epstein, Hieronymus Hirt, Klaus Dreer, Jakob Bechtoldt.

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