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Stift St. Ludgeri, Münster / Akten (Bestand)
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Bestandsgeschichte: Kollegiatstift, Gründung vor 1189, 1811 Aufhebung.
Form und Inhalt: Das Kollegiatstift St. Ludgeri in Münster
Als der Pfarrbezirk der Stadt Münster - wahrscheinlich im Jahre 1189 - aufgeteilt wurde, entstand u.a. die neue Gemeinde St. Ludgeri, deren Kirche wohl bereits 1172 errichtet worden war. Sie befand sich im Südviertel auf dem Boden des domkapitularischen ”Brockhofs“. Daher rekrutierten sich später die Pröpste aus den Domherren. 1178 wurden die ersten drei Präbenden fundiert, deren Zahl schließlich 12 erreichte. Etwa 1178 stellte Bischof Hermann II. von Münster die Gründungsurkunde für das Kollegiatstift St.Ludgeri aus. Bereits 1185 sind ein Propst und ein Dechant greifbar. Letzterer versah seit dem 13. Jahrhundert das Amt des Pfarrers der Kirchspielsgemeinde. Die 1383 abgebrannte Kirche wurde umgehend neu errichtet. Bis 1448 stand die Kollation der Präbenden allein dem Bischof zu, danach auch dem Papst. Mit den Einkünfte zweier 1608 eingezogener Präbenden wurde eine Präsenzburse errichtet. Die Stiftsmitglieder entstammten der Ministerialität, den Münsteraner Erbmännern, dem gehobenen Bürgertum und seit dem 15. Jahrhundert auch päpstlichen Kurialen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörten 15 eigenhörige Höfe, 15 Zeitpachtgüter und 2 Lehen im Kirchspiel Rinkerode zum Stift St. Ludgeri. Die Höfe waren den einzelnen Präbenden zugewiesen und kamen deren Inhabern zugute. Gemeinsam war den Stiftsmitgliedern nur die Präsentienburse. Die Aufhebung des Kollegiatstiftes St. Ludgeri erfolgte am 14.11./2.12.1811 durch die französische Administration. Über die französische Domänenverwaltung gelangte das Stiftsarchiv nach 1815 in das Archivdepot in Münster und mit diesem zum Staatsarchiv Münster.
Die Verzeichnung des Bestandes Stift St. Ludgeri, Münster - Akten aus dem Jahre 1978 stammt von Volker Buchholz. 2008 hat Dr. Jörg Wunschhofer die Verzeichnung des Aktenbestandes überarbeitet und ergänzt, Dr. Thomas Reich übernahm die Eingabe ins archivische Verzeichnungsprogramm VERA, samt Ergänzungen, teilweiser Autopsie sowie einer Nachklassifizierung.
Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr. 3 ist jetzt Kloster Gravenhorst - Akten Nr. 270 (Verschuldung des Backmann Erbes zu Veltrup [Kirchspiel Emsdetten], (Ende 18. Jh.)).
Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr. 107 ist jetzt Stift St. Martini, Münster - Akten Nr. 28a (Register der Einkünfte der Obödienz Idenbrock, 1767-1790).
Die Register über die jährlichen Einnahmen und Ausgaben der Burse der Kollegiatkirche St. Ludgeri lagern im Stadtarchiv Münster und im Bistumsarchiv Münster. Die Register über Einnahmen und Ausgaben der Dechanei zu St. Ludgeri lagern im im Bistumsarchiv Münster.
Urkunden und Akten zu den Vikarien sind im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen vorhanden in den Manuskripten (Kopiare: Msc. VII 1002, 1003, 1011 und 1017; Altertumsverein Münster (Dep.) Msc. 48, 279, 386 und 536); Fürstbistum Münster, Landesarchiv - Akten Nr. 2 b Nr. 2 c und Nr. 401, 1-8; Kerckerinck zu Borg - Akten; außerdem im Stadtarchiv Münster und im Bistumsarchiv Münster (Bestand Pfarrarchiv Münster-St. Ludgeri).
Unterlagen zur Propstei St. Ludgeri samt Archidiakonat Winterwijk befinden sich vornehmlich im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen im Bestand Domkapitel Münster, Archidiakonate (Findbuch A 111 II Ar) sowie im Bistumsarchiv Münster.
Ergänzungsüberlieferung in den Akten der Übergangszeit:
·KDK Münster Fach 5, Nr. 128, 131-134
·KDK Münster Fach 19, Nr. 42-45
·Großherzogtum Berg D 1 Nr. 100, 102, 105 und 235
·Kaiserreich Frankreich C 1 Nr. 92-94
·Kaiserreich Frankreich C 6 Nr. 897-911
Literatur:
·Wilhelm Kohl, Münster-Kollegiatstift St. Ludgeri, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 2, Münster 1994, S. 49-53;
·Franz Darpe (Bearb.), Verzeichnisse der Güter, Einkünfte und Einnahmen [u.a. Stift St. Ludgeri], Münster 1900 (Reprint 1958).
Zu bestellen und zu zitieren sind die Akten: Stift St. Ludgeri, Münster - Akten Nr.
Münster, 2. Dezember 2009
Dr. Thomas Reich
375 Akten.; 377 Akten (32 Kartons), Findbuch B 224.
Bestand
German
Franz Darpe (Bearb.), Verzeichnisse der Güter, Einkünfte und Einnahmen [u.a. Stift St. Ludgeri], Münster 1900 (Reprint 1958); Wilhelm Kohl, Münster - Kollegiatstift St. Ludgeri, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 2, Münster 1994, S. 49-53; Das Kollegiatstift St. Ludgeri in Münster aus der Sicht eines preußischen Beamten im Jahre 1804, in: Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte 99 (2004), S. 311-327; Jörg Wunschhofer, Zur Aufhebung der Kollegiatstifte SS. Stephani et Sebastiani in Beckum und St. Ludgeri in Münster im Jahre 1811, in: Westfälische Zeitschrift 161 (2011), S. 149-157.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.