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Stadtschule - katholische und evangelische Volksschule, Volksschule Nazareth
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Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Nr. 18
Akten Nr. 17/I., II., III., IV.
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 1 T 6-7 Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950)
Stadtarchiv Sigmaringen: Nachlass Franz Keller, Pädagoge, Heimatkundler (1875-1950) >> Schulen und Lehrer
I. Die Stadtschule bis zum Erlass der allgemeinen Schulordnung am 16. November 1809:
a) Der Schulmeister besorgt hauptamtlich Kirchendienste (Mesnerei und Chorgesang), die seinen Hauptverdienst bilden bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts; 1483 erstmals der Schulmeister urkundlich genannt; ferner 1567 und 1575, 1623, 1612, 1625, 1663, 1670, 1674, 1681, 1699, 1700, 1709; Annahme des Lehrers nach Wahl durch den Magistrat, zumeist nur auf ein Jahr
b) Der Schulbesuch ist freiwillig; Sommerschule gibt es nicht; nur in den Wintermonaten, Allerheiligen bis Georgi wird Unterricht erteilt, 6. bis 12. Lebensjahr
c) Unterrichtsfächer: Religion, Lesen, Schreiben und Gesang
d) Der Schulmeister hat um 1704 talentierte Knaben im Figural- und Chorgesang zu unterrichten, desgleichen im Lateinischen
e) Neben der deutschen Schule bestand bis um 1810 eine Lateinschule, die durch den Frühmessner besorgt wurde
f) Über 50 Jahre versieht Joh. Bapt. Höltzle den Organisten- und Lehrdienst
g) Schulmeister Joh. Bapt. Wölfle schreibt die Abschrift des Testaments des Heiligen Fidelis, 14.10.1742
h) 1746 Instruktion von Pfarrer Goldbach für den Vikar, jeden Monat die Schule zu visitieren . Stadtschreiber desgl., der öfters Schulmeister. Der Geistliche erteilt keinen Unterricht
i) 1771 der Kantordienst wird getrennt. Einführung der österreichischen Normalschule
k) Besoldung gering: 30 Gulden vom Spital, 20 Gulden von der Stadt, 2 Gulden für Rosenkranzbeten, von jedem Kind wöchentlich 2 Kreuzer, das nötige Brennholz und 2 Gärten
II. Die Stadtschule bis zum Übergang Hohenzollerns an Preußen 1809 - 1850
a) Die allgemeine Schulordnung vom 16.11.1809 schreibt den Schulzwang für alle Kinder vom 6. bis 14. Jahre vor, sie bildet die Grundlage des Volksschulwesens bis 1872
b) Die Fürstliche Regierung sieht auf Durchführung der Bestimmungen - Schulkommissäre
c) 1816 die Stadt errichtet durch Umbau und Aufbau des heutigen Müllerschen Autohauses zwei Schulsäle; eine weitere Klasse wird bis 1879 im Rathaus unterrichtet
d) 1826 für die Stadt wird der tägliche Schulbesuch auch für den Sommer angeordnet
e) Die Teilung der Klassen erfolgt nach Geschlechtern
f) Das Einkommen des Lehrers Anton Gayer beträgt 1818: 271 Gulden 27 Kreuzer
g) Lehr- und Lernbücher werden von der Fürstlichen Regierung vorgeschrieben (eine große Schau)
h) 1828 wird die Lokalschulbehörde eingesetzt. Mitglieder: Stadtpfarrer, Bürgermeister und Schulaufseher
i) Schulbibliotheken in sehr bescheidenem Maße bis 1890
k) Schulaufsicht, Schulprüfungen, Schulrezesse, Schulrevisionen
l) Konferenzen seit 1809, Konferenzaufsätze bis 1914, Hauptkonferenzen und deren Verlauf
m) Schultabellen, Schulverwaltung
n) Die Sonntags- und Wiederholungsschule 1797 - 1900
o) Arbeitsschule für Mädchen seit 1821
p) Schulgarten und Baumschule 1831 - 1889; 1916 - 1945
q) Schulhefte und Feiern bis 1850 - 1871, - 1918, - 1933, 1945
r) Ferien und Schultage mit gekürzter Unterrichtszeit
s) Das Schuljahr beginnt - Schulpflicht
t) Unterrichtsfächer: Religion, Deutsch, Rechnen, Realien, Gesang, Turnen, Zeichnen
III. Die Stadtschule 1850 - 1872 - 1914 - 1918 - 1933
a) Die allgemeinen Bestimmungen vom 15.10.1872: Neue Maße, Münzen, Gewichte
b) Aufführung der verdienstesten katholischen Lehrer und Lehrerinnen von 1800 - 1933
c) Evangelische Volksschule gegründet, 1868 - 1934
d) Volksschule und Kirche - Lokalschulinspektoren - Gottesdienstordnung
e) Stiftungen für die Volksschule - Schulfonds
f) Besoldung der Lehrkräfte 1809 - 1927
g) Schülerzahlen, Lehrkräfte, Einwohnerzahlen 1780 bis 1945 im Abstand von zehn bzw. fünf Jahren
i) Das neue Schulhaus - Grundsteinlegung, Einweihung am 2.5.1879, bedeutende Instandsetzungsarbeiten, Dampfheizung statt Luftheizung 1892; 1909 - 1914 Parkettböden, 1928 große innere und äußere Instandsetzung RM. 35.000,-
k)Lehr- und Lernmittel, jährliche Neuanschaffung RM. 300,-, nach 1925 je Klasse RM. 150,-.
l) Die Stadtschule hilft im Weltkriege sammeln, 38 Sammlungen
m) Schulärztliche Untersuchungen (erstmals Zahnuntersuchungen 1912) bis 1925 durch die Stadt, seitdem durch den Kreis, Gesundheitsbehörde
n) Berufsberatung seit 1920; geringer Einfluss auf die Berufswahl der Entlassschüler
o) Lehrerbesoldungsgesetz vom 1.4.1897 und seine Auswirkung in Sigmaringen
p) Mädchenfortbildungsschule 1906 - 1925 - 1945
q) Schulkommission, Schuldeputation, Elternbeiräte, 1920
r) Pflege der Leibesübungen, 1908 - 1914 - Spielnachmittage
s) Zeichnen nach der Natur, keine Vorlagen
t) 1919 die Lokalschulinspektion fällt. Lehrräte, Hospitanten
u) Richtlinien zur Ausstellung von Lehrplänen 1921 und ihre Auswirkungen für die Volksschule in Sigmaringen - Werkunterricht
v) Arbeitsschule - Schülerwanderungen
w) Das Schülermaterial der Stadtschule in der Grundschule - in den oberen Jahrgängen. Schule und Elternhaus - Elternabende
x) Das Lichtbild 1922 - der Film 1928 - Rundfunk 1933 und deren unterrichtliche Verwertung, Schulsparkassen
y) Die in der Stadtschule während der letzten 80 Jahre eingeführten Bücher
z) Die Lektüre der Schüler 1900 - 1933 - Freizeitbeschäftigung
zz) Die Volksschule Nazareth 1859 - 1947 von Direktor Kaupp
Ferner zu vergleichen: Akten Nr. 20c, Aula [Bestellnummer 24], 20b Gesang- und Musikschule [Bestellnummer 23], 20 Gymnasium [Bestellnummer 21], 19 Berufsschule [Bestellnummer 20], 20e Präpranadenschulen [Bestellnummer 26], 13 Feste und Feiern [Bestellnummer 14], 208 Frauenarbeitsschulen [Bestellnummer 235]
IV. Lehrkräfte, die sich um Schule und Stadt besonders verdient gemacht haben:
Musterlehrer Wendelin Ott, Präparandenlehrer, 1813 - 1829
Lehrer Lorenz Stehle 1831 - 1860
Lehrer Venant Bürkle 1831 - 1885
Präparandenlehrer Leo Lacher 1849 - 1885
Sebastian Locher, Lehrer und Heimatforscher, 1867 - 1889
Eduard Mendler, Turnlehrer, Gymnasiallehrer 1869 - 1885
Fridolin Gelle, Hauptlehrer, Gymnasiallehrer 1885 - 1906
Johann Lutz, Hauptlehrer 1889 - 1924
Josef Beck, Oberschullehrer 1907 - 1919
Friedrich Lorch, Lehrer 1919 -
Quellen:
a) Das städtische und staatliche Archiv - die Schulakten
b) Eisele Fr., Pfarrer, Geschichte der katholischen Stadtpfarrei in Sigmaringen, Mitteilungen 58, 59
c) J. Wetzel, Pfarrer, Geschichte der katholischen Kirche in Schwaben, Hohenzollern, I. und II. Teil, Unitas Bühl 1931
d) Dr. G. Hebeisen, Beiträge zur Geschichte des Schulwesens in Hohenzollern, Mitteilungen 63
e) Festschrift zur Einweihung des Rathauses zu Sigmaringen, 9.1.1927
f) Nazareth bei Sigmaringen; Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens, 1884
g) Dr. Rösch die Beziehungen der Staatsgewalt zur katholischen Kirche in den beiden hohenzollerischen Fürstentümern 1800 - 1850
h) Wochenblätter und Amtsblätter 1809 - 1933
i) Viele Jahrgänge der Volkszeitung und Akten No. 21, 22, 23, 26, 30, 31, 32, 33, 34, 35, Sebastian Locher, Landeshefte 1937 von Keller, S. 216 - 256
Bemerkung: Ein nur annähernd vollständiges Inhaltsverzeichnis der hier gesammelten Nachrichten zu geben, ist nicht möglich, es ist nur stichwortartig versucht, das Wesentliche festzuhalten. Das gesamte Stoffgebiet wird einer nochmaligen Prüfung, Ergänzung und Einordnung unterzogen, um dann das endgültige Manuskript für die Stadtgeschichte festlegen zu können
Abgeschlossen 24.2.1948. Keller
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.