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Wolfgang [Dietrich von Eusigheim], Abt von Fulda, und die Vettern
und Brüder Martin von Haun, Georg von Haun, Konrad (Kunzell) von Haun,
Simon von...
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Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1551-1560
1558 März 31
Ausfertigung, Pergament, vier mit Pergamentstreifen angehängte Siegel (Siegel Nr. 2 fehlt, Reste von Siegel Nr. 3 und Nr. 4 sind eingenäht)
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Gegebenn zu Fulda Donnerstags nach dem Sontag Iudica im funffzehenhundertenn acht unnd funffzigstenn iahre
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Wolfgang [Dietrich von Eusigheim], Abt von Fulda, und die Vettern und Brüder Martin von Haun, Georg von Haun, Konrad (Kunzell) von Haun, Simon von Haun und Giso (Geyso) von Haun bekunden für sich und ihre Erben, dass sie Valentin Plewel, dessen Ehefrau Barbara und ihren Erben mit der Mühle in Marbach (Marpach) an der Haune (an der langenn Haun) mit allem Zubehör belehnt haben. Es folgt eine Aufzählung der einzelnen Äcker und Wiesen mit deren jeweiligen Erträgen. Valentin hat die Mühle von Johann (Hans) Schultheiss für 510 Gulden, jeder Gulden zu 44 Böhmischen [Groschen], gekauft. Johann Schultheiss verzichtet auf alle Ansprüche auf diese Mühle und hat gebeten, Valentin mit der Mühle zu belehnen. Valentin ist für die Instandhaltung und Wertsteigerung der Mühle verantwortlich. Jährlich hat Valentin an Michaelis [September 29] in Burghaun einen Erbzins in Höhe von drei Gulden guter fuldischer Währung, zwei Sommerhähnen, zu Weihnachten ein Festbrot (schonbrodt) oder zwei Gnacken und ein Fastnachtshuhn zu entrichten. Valentin muss sich das Lehen immer wieder von den Ausstellern bestätigen lassen und ist beim Verkauf der Mühle zu Handlohn verpflichtet. Auch allen anderen Verpflichtungen eines Lehnsmann muss Valentin nachkommen. Alle anderen Rechte bleiben von diesem Rechtsgeschäft unberührt. Abt Wolfgang bekundet, dass sein Anteil an der Mühle von dem Erbteil an Burghaun herrührt, den sein Vorgänger Johann [I. von Henneberg?], Abt von Fulda, von Georg (Jorg) und Philipp von Haun erworben hat. Die anderen Aussteller sind Erben der Mühle. Siegelankündigung. Ankündigung des Sekretsiegels des Abtes. Georg von Haun siegelt auch noch für seinen Vetter Konrad, Heinrich von Merlau für seine Vettern, die Brüder Simon und Giso von Haun, alle ohne ihren Schaden. Ausstellungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite...
Vermerke (Urkunde): Siegler: Abt Wolfgang, [Martin von Haun zusammen mit Georg von Haun], Georg von Haun, Heinrich von Merlau
Böhmische sind auch als Prager Groschen bekannt. Gnacken sind geringhaltige Groschen.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.