Der Spitalmeister und Priester Konrad sowie die Brüder, Schwestern und Bedürftigen im Heiliggeistspital in Ulm [abgegangen Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] verkaufen mit Zustimmung ihres Pflegers Otto Rot des Älteren sowie mit Rat der Ulmer Richter Konrad und Heinrich von Hall dem Domvikar zu Augsburg Johann Trischer einen jährlichen Zins von 5 Pfund Heller. Der Zins gefällt von den Gütern des Spitals in Steinheim [Stadt Neu-Ulm], nämlich dem Hof des Meiers Otto sowie dem Hof des Witteger, die freies Eigentum des Spitals sind. Sollten deren Erträge nicht ausreichen, dann soll man den Zins von anderen Spitalgütern geben. Sie haben dafür von dem Domvikar 80 Pfund Heller erhalten. Sie verpflichten sich, diesen Zins nach dem Willen des Käufers zu einem Jahrtag für diesen auf folgende Weise jedes Jahr auszubezahlen: An die Pfarrkirchenbaupflege in Ulm gehen 7 Schilling Heller, an das Klarissenkloster in Söflingen ("Seuelingen") [Stadt Ulm] 16 Schilling Heller weniger 4 Heller und an dessen Kaplan 5 Schilling Heller weniger 4 Heller, an das Franziskanerkloster ("Barfuezzen") in Ulm [abgegangen Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150] 1 Pfund Heller. Im Heiliggeistspital erhalten zwei Priester, der Spitalmeister und seine Gehilfen jeder jährlich 5 Schilling Heller weniger 4 Heller und die Bedürftigen dort 11 Schilling Heller und 4 Heller, so dass jeder Bedürftige im Jahr Brot im Wert von 1 Heller zusätzlich erhalten soll. Des weiteren gehen an den Priester in der Heiligkreuzkapelle in Ulm [abgegangen Bereich Weinhof] 5 Schilling Heller weniger 4 Heller. Die Augustinerchorherren im Kloster St. Michael zu den Wengen ("in den Wengun") in Ulm [abgegangen Bereich Blumenscheinweg, Blauinsel] erhalten, solange sie die Kapelle St. Jakob in Ulm [abgegangen Bereich Neue Straße 86, ehemals Bereich Taubenplätzchen, Lagerbuch Nr. 69] betreuen, jährlich 5 Schilling Heller weniger 4 Heller. Betreut diese aber ein andere Priester, dann erhält dieser den Zins. 5 Schilling weniger 4 Heller gehen außerdem an die Deutschordensbrüder in Ulm, den Priester zu St. Georg [abgegangene Kapelle, später städtisches Schuhhaus, Kramgasse 4], den Priester zu St. Ägidien [abgegangene Kapelle im vormaligen Reichenauer Pfleghof, Bereich Grüner Hof 1-2] und den Priester zu St. Jodokus ("Jos") [abgegangene Kapelle, Bereich Mohrengasse 2/1]. 2 Schilling Heller gehen an das Fundenhaus in Ulm [abgegangen, Bereich zwischen westlicher Friedenstraße und Altem Friedhof, nicht genau lokalisierbar] und an die armen Siechen [zu St. Leonhard] am Gries [abgegangenes Spital der Armen Siechen mit Kapelle St. Leonhard, Bereich Friedenstraße 40]. Spitalmeister und Konvent des Heiliggeistspitals verpflichten sich, den Zins jedes Jahr nach den vom Käufer festgelegten Bestimmungen zu verteilen.