Die acht Brüder Wilhelm Neithardt, Propst von Ittingen, Ludwig Neithardt, Domherr und Offizial zu Konstanz, Matthäus Neithardt, Propst zu Zürich und Pfarrer zu Ulm, Peter Neithardt, Lehrer der Rechte, Bartholomäus, Hans, Paul und Volkmar Neithardt sowie Ambrosius Neithardt für sich und seinen minderjährigen Bruder Heinrich, als auch ihre Schwäger Georg und Wilhelm Leo beurkunden, dass die 300 Bücher, die ihr verstorbener Bruder und Freund Heinrich Neithardt, vormals Pfarrer zu Ulm, für die beiden von ihm gestifteten Frühmessen in der Ulmer Pfarrkirche sowie einer Frühmesse in Altheim vermacht hat, übergeben worden sind. Matthäus Neithardt als derzeitiger Pfarrer zu Ulm wurde dazu von Heinrich beauftragt. Die Bücher sollen in der Neithardt'schen Kapelle im Turm "neben dem hailigen wirdigen sacrament" in einer "liberye" im Münster verwahrt werden, als ihre Pfleger werden zukünftig vier Angehörige der Familie Neithardt sowie ein Angehöriger der Familie Leo bestimmt. Die Bücher sollen von den Söhnen der Familien zur Lehre oder zur Ausbildung als Geistliche benutzt werden können. Auch sollen vier Gesangsschüler durch die Frühmesse nach Willen Heinrich Neithardts mit 30 fl. unterhalten werden. Für den Fall des Aussterbens beider Familien sollen die Bücher an Bürgermeister und Rat von Ulm übergeben werden, wovon 150 Bücher auf ewig in der Bücherei der Kapelle bleiben sollen, um den Ulmer Predigern dort zum Studium zu dienen. Die übrigen 150 Bücher sollen verkauft und damit ein Vermögen angelegt werden, das ehrbaren Töchtern der Stadt Ulm für eine Ehestiftung zugute kommen kann, wobei Verwandte der beiden Familien zu bevorzugen sind.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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