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Klage des Gerhard Döcker ./. Friedrich Fromme wegen Ablauf eines Aborts
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Darin: Anlage in Abschrift: Am 18. 4. 1786 verkauft Witwe Johan Henrich Brockman geb. Anna Margarete Froning dem Kläger und seiner Frau Anna Walburgis Freusberg ihr Haus auf der Ludgeristraße gerade gegenüber dem Stadtkeller neben dem Hause des Kunstdrechslers Hageman, grenzend an den Hinterplatz und die Stallung des Beklagten. Zeugen: Tuchtmeister (Zuchtmeister?) Franz Anton Winninghoff und Kunstdrechsler Gerhard Hageman. Notar: Ferdinand Josef Schlade.
Enthält: Klage des Kaufhändlers und Fabrikanten Gerhard Döcker auf der Ludgeristraße gegenüber dem Stadtkeller gegen Gastgeber Friedrich Fromme auf der Rothenburg, 1786. Kläger beansprucht das Recht, seinen Abort zur Rothenburg hin ablaufen zu lassen über den Grund und Boden des Beklagten und durch die Sohde, die zwischen den Häusern des Beklagten und des Küsters Schneider liegt. Beklagter wohnt in dem früheren Aschebergschen Wohnhof. Als Zeugen werden vernommen: 1) Schwertfeger Johan Michael Koppel, 56 Jahre alt. Seiner Frau, die er 1763 geheiratet hat, gehörte das Schneidersche Haus; 2) dessen Frau Anna Maria geb. Isbrock, 56 Jahre alt; 3) Mechanikus Johan Bernard Wietholt, 44 Jahre alt; 4) Ehefrau Schneider Decker, geb. Helene Aldrup, 23 Jahre alt, früher Magd des Beklagten; 5) Anton Reisman, Bedienter beim Geh. Rat Forkenbeck, 25 Jahre alt; 6) Anton Becker, Musketier in der Kompagnie des Majors von Droste, Bürgersohn aus Münster, 25 Jahre alt; 7) Witwe Schwertfeger Bonefeld geb. Maria Elisabeth Borgman, wohnhaft am Ludgerikirchhof in der Trivialschule, 42 Jahre alt, hat während des siebenjährigen Krieges im Hause des Klägers gewohnt, das Haus dann an die Eheleute Brockman verkauft. Die Witwe Brockman, jetzt Frau Leutnant Kersting geb. Froning in Cassel (Kassel) hat das Haus dem Kläger verkauft. 8) Frau Chirurg Weghaus geb. Aloisia Kress, 36 Jahre alt; 9) Witwe Ketteler, geb. Maria Johanna Gunsberg, 70 Jahre alt; ihr Sohn ist mit einer Stieftochter der Eheleute Fromme verheiratet; der Vater Gertz war der erste Mann der Frau Fromme und mit einer Eulenberg verheiratet; Zeugin hat um 1730 im Stadtkeller gewohnt; im Hause des Klägers wohnten früher die Eheleute Kramer Heerde, dann Witwe Schmedding, zuletzt Schwertfeger Heese, dessen Sohn ist Vikar in Soest; ZZeugin ist von 1758 - 1784 in Frankreich, Brabant und Greven gewesen. 10) Notar Theodor Ackerman in Telgte, durch das Stadtgericht in Telgte vernommen, 48 Jahre alt, war Lehrjunge und Geselle beim Schwertfeger Bonefeld, als bei diesem auch die Zeugen Hoppel und Wietholt Gesellen waren; 11) Frau des kassierten ??? Leutnants Kersting in Cassel (Kassel), durch das dortige Stadtgericht vernommen, 47 jahre alt, hat das Haus des Klägers nach dem siebenjährigen Krieg 17 - 18 Jahre bewohnt und es 1786 verlassen; 12) Domkapitular von Ascheberg, 44 Jahre alt; 13) Vikar Benvert, 70 Jahre alt, hat während des siebenjährigen Kriegs im Ascheberger Hof gewohnt; 14) Geh. Rat von Ascheberg, durch das Weltliche Hofgericht vernommen, 51 Jahre alt, war von 1756 - 1758 in der Fremde; 15) Vikar Heese in Soest, durch das dortige Kapitel vernommen, 54 Jahre alt. Erwähnt werden Chirurgus Wilp in Telgte; Franz Leo Schultz, Aktuar des Stadtgerichts in Telgte; Herman Grothaus; Hofkammerrat Heckman auf der Klemensstraße; Klara Reisman, früher Magd bei Witwe Brockman; ferner aus 1790 Kramer Franz Lageman, Johan Bernd Feltwisch und Notar Johan Kaspar Bernd Aldendorff.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.