Kaiser Karl VI. (voller Titel) belehnt Lothar (Lotharius Philipp Hartmann) Schenk Freiherr von Stauffenberg für sich selbst und als Ältesten und Lehenträger seiner Lehensagnaten Josef (Franz Joseph) Schenk, Wilhelm (Franz Wilhelm) Schenk und Karl Christof (Sebastian Carl Christoph) Schenk Freiherren von Stauffenberg auf ihre Bitte mit dem Halsgericht und Blutbann in dem Dorf Rißtissen und seinen Zugehörungen, nachdem das in Schwaben liegende Rittergut nach dem Tod des zuvor Ältesten und Lehenträgers Johann Wilhelm Schenk Freiherr von Stauffenberg und von Markward (Marquard Gottfried Georg) Schenk Freiherr von Stauffenberg als ältestem Bruder des Supplikanten an sie als letzte Schenken von Stauffenberg der Wilflinger Linie gefallen war. Das Halsgericht und den Blutbann hatte der Aussteller am 14. Oktober 1712 zuletzt an Johann Wilhelm Schenk Freiherr von Stauffenberg für sich selbst und als Ältesten und Lehenträger seiner Brüder Johann Werner Schenk, Johann Albrecht Schenk, Johann Franz Schenk und Johann Friedrich Schenk Freiherren von Stauffenberg als Lehen verliehen. Die Belehnung erfolgt auf der Grundlage eines Teilungsrezesses zwischen den beiden Brüdern Johann Jakob Schenk von Stauffenberg und Wolfgang Friedrich Schenk von Stauffenberg, der bisherigen Lehenbriefe und einer von Kaiser Rudolf II. am 3. November 1609 der freien Reichsritterschaft in Schwaben erteilten Freiheit über die Belehnung aller Erben und künftigen Besitzer mit dem Blutbann. Die Obrigkeitsrechte des Kaisers, des Heiligen Reiches und die Rechte und Gerechtigkeiten anderer Rechteinhaber bleiben davon unbeeinträchtigt. Als Bevollmächtigter des Belehnten hat Theodor de L'Eau als Agent am kaiserlichen Hof das übliche Gelübde und den üblichen Eid geleistet, den der Belehnte auch seinen Amtleuten abnehmen soll, die die Blutgerichtsbarkeit ausüben werden. Der Belehnte wird verpflichtet, als unparteiischer Richter keinen Unterschied zwischen Armen und Reichen zu machen, sich nicht durch Geld, Gaben, Gunst, Furcht, Freundschaft, Feindschaft oder andere Dinge beeinflussen zu lassen, gerechtes Gericht und Recht zu beachten und wird daran erinnert, dass er sich am Jüngsten Gericht vor dem allmächtigen Gott zu verantworten hat und dem Kaiser und dem Heiligen Reich gehorsam und dienstbar sein soll.