Graf Christoph Ludwig von Nellenburg, Herr zu Tengen, verkauft im Namen seines Bruders Graf Jörg von Nellenburg und Tengen, Komtur des Ordens St. Johann zu Schwäbisch Hall und Mergentheim, und der Kinder Hans Endriß, Wilhelm und Anna Maria des verstorbenen Adam von Wolfstein und seiner verstorbenen Schwester Frau Salome, geb. Gräfin von Nellenburg, vor dem kaiserl. Hofgericht zu Rottweil die Herrschaft Wehrstein an seinen Vetter Graf Jouß Niklaus zu Hohenzollern und Haigerloch, Erbkämmerer des Hl. römischen Reiches und Hauptmann der Herrschaft Hohenberg. Der Verkauf schließt ein: Das Schloß Wehrstein mit Burghof, Äckern und Wiesen, die Dörfer Empfingen, Fischingen (Vischingen) mit der Mühle und Betra (Bethera) und alle Eigenleute der drei Dörfer; ein Drittel des Korn- und Haberzehnten, die Hälfte des Heuzehnten und die Hälfte des kleinen Zehnten zu Renfrizhausen (Reinfritzhausen) im Mühlbach; den Zehnten zu Empfingen als Lehen des Klosters Reichenau und den guten Zehnten dort, den Leodegarius Egen von Sulz und seine Frau Margarethe Spitz gekauft haben: den Zoll zu Fischingen und das Umgeld zu Empfingen und allen Besitz, der zur Herrschaft Wehrstein gehört mit aller Obrigkeit, Herrlichkeit, hohen und niederer Gerichtsbarkeit, Gebot und Verbot und allen Renten, Zinsen, Gülten, Gütern, Steuern, Frevel, Fall, Hauptrecht, Frondiensten, Weidtrieben und Fischenzen, eingeschlossen die Fischenz des Kaspar Vischer zu Fischingen, für die er jährlich 8 Pfund Heller entrichtet, und das Fischwasser des Schultheißen von Empfingen, für das er 4 Pfund Heller gibt. Mit im Verkauf enthalten ist die Lehenschaft der Pfarrpfründen und Kaplaneien zu Empfingen, Fischingen und Betra. Das Schloß Wehrstein mit den Dörfern Empfingen und Betra, das halbe Seeholz und der Zehnte zu Renfrizhausen sind österreichische Lehen, der Zehnte zu Empfingen mit dem Kirchensatz und dem Umgeld gehen vom Kloster Reichenau zu Lehen und der Hof zu Empfingen, den zur Zeit die Witwe Ursula des Veit Mayers bebaut, ist Lehen der Graf von Sulz. Der Aussteller will dafür sorgen, daß diese Lehen an den Grafen Karl von Zollern und Sigmaringen übergehen, für den Grafen Jous Niklaus sie gekauft hat. Der verkaufte Besitz ist mit folgenden jährlichen Zinsen und laufenden Schulden belastet; Herman von Landenberg jährlich auf St. Thoma 78 1/2 Gulden, - Hans von Remchingen [?] auf Margarethe 30 Gulden, - Erhart Buben, Bürgermeister zu Horb 21 Gulden, 52 Kreuzer und auf Ostern 50 Gulden, -Peter Hagenman, Statthalter zu Rottenburg auf Johannes d. T. 60 Gulden, - Margreth Rempfferin von Horb, jetzt wohnhaft zu Tübingen, 16 1/2 Gulden auf Martini, - Hans Weyßhain zu Sulz auf Lichtmeß 12 Gulden,- Ulrich von Liechtenstein sel. Erben jährlich auf Martini 8 1/2 Gulden und 30 Malter Dinkel Horber Maßes, - Hans von Dettingen auf Georgii 6 Gulden,- Anna von Dettingen, seine Schwester auf Maitag 6 Gulden, - Bigkel zu Empfingen auf Martini 6 Gulden,- Thoman Brytern zu Sulz auf Bartholomei 10 Gulden,- Bastian Hairlin zu Horb auf Pfingsten 8Gulden Die Zinsen und Schulden belaufen sich zusammen auf 1042 Gulden 2 Kreuzer und 15 Malter Dinkel Horber Maß. Der Käufer verpflichtet sich außerdem, der Mutter des Ausstellers, Frau Helena, Gräfin von Nellenburg, geb. von Hohenzollern, Witwe, jährlich 125 Gulden Gült und solange sie im Witwenstande bleibt, 10 Gulden Behausungsgeld zu bezahlen. Dasselbe soll auch den Brüdern des Ausstellers Oswald, Christoph, Ladislaus und Eberhard von Nellenburg zukommen und 240 Gulden 9 Kreuzer und 2 Heller jährlichen Zins von 4818 Gulden und 8 Kreuzer Hauptgut und auf Martini 7 Malter Korn von der Mühle zu Fischingen. Diese Sicherung wurde ihnen bei der Teilung des Erbes zugestanden wie auch die Dörfer Mühlingen (Müllingen), Mauenheim (Mohenheym) und Dettensee. Der Aussteller sichert zu, daß alle Briefe, Rödel, Schriften und Register in die Hand des Käufers gelangen. Der Kauf für 7000 Gulden vollzogen, den Gulden für 15 Batzen gerechnet, und für 50 Malter Dinkel, 50 Malter Habe r und 10 Fuder Heu, die der Aussteller von den diesjährigen Früchten erhält. Bürge des Verkaufes ist Joachim Graf von Lupfen, Landgraf von Stühlingen und Herr zu Hohenheben, der Vetter des Ausstellers

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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