Nauheim, 1600.12.02. Katharina, Witwe von Rheinberg, geb. von Selbold, und ihr Sohn Johann Marquard von Rheinberg verkaufen ihrem Schwager und Vetter Johann Friedrich von Stockheim, Amtmann zu Wiesbaden, und seiner Ehefrau Katharina, geb. von Hattstein, folgende Güter: 1) Ihr freiadeliges, rittermäßiges Haus, Hof, Scheuer, Stall und Garten im Flecken Nieder-Olm, an dem Schlossgraben, dem Pfarrhof und dem gemeinen Weg, Erblehen vom Ritterstift St. Alban von Mainz, ererbt von ihrem verstorbenen Bruder und Vetter von Selbold. 2) Die Weingartsmühle an der "Innspring" bei genannten Olm gelegen, erkauft von Johann Hartmann Riedesel von Bellersheim, samt Garten. 3) 9 Morgen Weingarten bei dieser Mühle, am "Wizenstein", darunter 3 M. zum erwähnten St. Albanischen Lehen gehörig, die übrigen eigen. 4) Ein Garten vor der Mainzer Pforte daselbst (Angrenzer: Der Erzbischof, Johann Schmied, der gemeine Weg und der Fleckengraben). 5) 17 Morgen Wiesen, darunter 3 M., die zum erwähnten St. Albanischen Lehen gehören, die übrigen eigen. 6) 101 Morgen Acker, darunter 3 M., die zum erwähnten St. Albanischen Lehen gehören, die übrigen eigen. 7) 1 Viertel Weingarten im Kolben, am 4.2.1571 durch genannten Heinrich Selbold "ausgesteint und neuvermarkt". 8) Ein Hof zu Essenheim, gen. der Eisenmenger Hof, mit allen Zugehörden, vor dem Verkäufer Johann Marquart am 1.2.1584 "neuvermarkt": 108 M. Acker, 12 3/8 M. Weingarten, 5 M. Wiese. 9) 7 1/4 Morgen Weingarten zu Gaubischofsheim, die der genannte verstorbene Selbold am 17.5.1571 "neuvermarkt" hat, und 56 fl. (zu je 24 Albus) ausgeliehenes Geld daselbst. 10) Das Vollgericht zu Ebersheim, von Johann Marquart am 12.1.1593 erneuert. 11) 4 Ohm 18 Viertel Wein, 2 Malter Korn, 2 Kappen, 6 Hühner, 2 Gänse, 2 fl. 8 Albus Mainzer Währung Zinsen zu Ockenheim. Von der Kaufsumme (1300 fl. zu je 15 Batzen) sind von Johann Löwen seligen Sohn bar bezahlt 3000 fl., ferner 500 fl. Zins, der bis 1598 ausständig (Termin Johanni B.), 900 fl. vom Käufer selbst. Der Käufer hat an Schulden übernommen: Bei Ludwig Alexander von Sötern, 2000 Goldgulden und 120 fl. Jahreszins (ausständig von 1594-98), 3986 fl. (zu je 15 Batzen) 10 Batzen ( den Goldgulden aber zu 23 Batzen); bei Wilhelm "Harstell" 1500 fl. Batzen, 1000 fl. zu je 24 Albus auf Lorenzitag, 1000 fl. gleicher Währung auf Martini - von den beiden letztgenannten Summen ist noch ein Jahreszins zu 120 fl. ausständig. Summa nach der zu Friedberg am 23. Mai geschehenen Abrechnung: 1300 fl. Batzen. Unterschrift der beiden Verkäufer; S. des Sohnes; für die Mutter siegelt ihr Schwager "Germanndt" von Schwalbach zur Haselhecken, kurfürstlich Mainzer Rat und Oberamtmann der Grafschaft Königstein. Geschehen zu Nauheim "den 2 Decembris im jahr ein tausendt sechs hundert".