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GS 2 - Evangelisches Pfarramt für das Gespräch zwischen Juden und Christen (Bestand)
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Einleitung: ===== Zur Entwicklung des christlich-jüdischen Dialogs in der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf =====
Aus dem im Mai 1950 in Denkendorf eingeweihten evangelischen Diakonieseminar entwickelte sich ab Oktober 1972 eine Fortbildungsstätte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Deren Leitung lag über lange Jahre in der Hand von Kirchenrat Dr. Hartmut Metzger. In den Jahren bis zur Standortverlegung der Einrichtung im Jahr 2010 in das Haus Birkach hatte Kirchenrat Dr. Hans-Martin Steck die Leitung inne.
Die Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf (FBS) diente der Aus- und Weiterbildung von Kirchenangehörigen und Ehrenamtlichen und war außerdem in dem Bereich der Sprachhilfe tätig. Im dortigen Pastoralkolleg wurde die Fortbildung der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer durchgeführt.
Der Bereich VI der FBS war eigens für das Gespräch zwischen Christen und Juden eingerichtet, der vorliegende Aktenbestand stammt hauptsächlich aus diesem Bereich. Zu den Bildungsangeboten gehörten christlich-jüdische Bibelwochen und die Vorbereitung und Durchführung von Studienreisen nach Israel. Um den Dialog zwischen Christen und Juden zu ermöglichen, wurde ein dauerhaft gepflegtes Netzwerk von persönlichen Kontakten nach Israel geknüpft, das sich in den Akten zum Teil nachvollziehen läßt. Viele dieser Anknüpfungspunkte wurden durch Herbert und Trude Kahn vermittelt, gesetzestreu lebende Juden, die seit 1960 mit Dr. Metzger freundschaftlich verbunden waren.
Die seit Beginn 1970er Jahre bestehende Tradition, durch Studienreisen nach Israel den Menschen und dem Land der Bibel näher zu kommen, wurde über Jahre intensiviert. Durch Spenden der Mitglieder konnten viele soziale und karitative Einrichtungen in Israel unterstützt werden, wie zum Beispiel unter anderem das Shaare Zedek Medical Center Jerusalem, das Beth-Awoth-Sinai Parents & Old-Age Home Haifa, sowie das Kinder und Jugendheim Neve Hanna in Kiriyat Gat. Durch diese Kontakte wurde auch das Einbeziehen vieler jüngerer Menschen möglich, die als Freiwillige in diese Einrichtungen vermittelt werden konnten.
Darüber hinaus bestand eine enge Verbindung nach Shavej Zion, einer von schwäbischen Juden gegründeten Siedlung, in deren Gästehaus unter anderem Überlebenden des Holocaust jährlich ein mehrwöchiger Aufenthalt kostenlos ermöglicht wurde. Auch hier gab es einen Jugendgruppenaustausch seit 1970.
Hartmut Metzger bemühte sich um Kontakte zu thoratreuen Bibel-Lehrern, um in deutschen Kirchengemeinden Bibelwochen und Vorträge zu realisieren. Für Themen über Judentum und Israel konnten Anfang der achtziger Jahre unter anderem Avital und Schalom Ben-Chorin, Dr. Joseph Walk, Ruchama und Dr. Avraham Möller und Esther und Dr. Roland Gradwohl als Referenten gewonnen werden. 1986 erschienen auf Grund der Zusammenarbeit als Textsammlung Bibelauslegungen aus jüdischen Quellen von Esther und Dr. Roland Gradwohl. Im Jahr 2003 konnte das 25-jährige Jubiläum der Thora-Lernwochen begangen werden.
Hartmut Metzger, seit 1968 theologischer Leiter der FBS Denkendorf, war bis zu seinem Ruhestand 1997 für den christlich-jüdischen Dialog in der Landeskirche zuständig. Metzger ist auch der langjährige Leiter des "Denkendorfer Kreises für christlich-jüdische Begegnung e.V." (http://www.denkendorfer-kreis.de/), der 1980 entstand und dann 1996 als Verein konstituiert wurde. Von landeskirchlicher Seite wird der christlich-jüdische Dialog durch die 1975 von Metzger gegründete Arbeitsgruppe "Wege zum Verständnis des Judentums" (http://www.agwege.de/) begleitet, ein landeskirchliches Gremium, das sich mit christlich-jüdischen Fragen befasst.
Nach der Zurruhesetzung Dr. Metzgers wurde eine landeskirchliche Sonderpfarrstelle für das christlich-jüdische Gespräch eingerichtet, die zunächst in Denkendorf und inzwischen an der Akademie Bad Boll angesiedelt ist. Ihre Inhaber waren Dr. Ernst Michael Dörrfuß (1997-2000), Dr. Joachim Hahn (2000-2003) und Dr. Michael Volkmann (seit 2003).
===== Bestandsbeschreibung =====
Der Bestand enthält v.a. Unterlagen des Pfarramts für das Gespräch zwischen Christen und Juden in der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf (heute in der Akademie Bad Boll) , z.T. auch zur AG "Wege zum Verständnis des Judentums" und zum "Denkendorfer Kreises für christlich-jüdische Begegnung".
===== Bestandsgeschichte =====
Der Aktenbestand Christliche und Jüdische Zusammenarbeit in Denkendorf wurde im Jahr 2009 dem Landeskirchlichen Archiv übergeben, wo er unter der Signatur GS 2 verwahrt wird. Er umfasst die Jahre 1965-2002. Die vorgefundene Ordnung wurde weitgehend beibehalten.
Ausgeschieden sind zahlreich vorhandene Mehrfertigungen wie Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen, Rechnungsbelege, Versicherungsunterlagen sowie Ausstellungsvorbereitungen im Kloster Denkendorf. Der Bestand umfasst 2 lfd. m., der Erhaltungszustand ist sehr gut. Der Großteil der Akten unterliegt noch der archivalischen Sperrfrist, wie sie im Findbuch vermerkt ist. Fotos wurden entnommen und der Fotodatenbank des Landeskirchlichen Archivs eingegliedert. Ein Rundfunkmitschnitt auf Musikkassette wird dem AV-Archiv im Landesarchiv Baden-Württemberg zur Archivierung angeboten.
Der Bestand wurde im Sommer 2012 von Berit Lütjen geordnet und verzeichnet.
Im Jahre 2020 wurde eine bislang unverzeichnete Nachlieferung von Unterlagen im Umfang von 4,5 lfd. m ans Landeskirchliche Archiv abgegeben.
Einleitung: Aus dem im Mai 1950 in Denkendorf eingeweihten evangelischen Diakonieseminar entwickelte sich ab Oktober 1972 eine Fortbildungsstätte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Deren Leitung lag über lange Jahre in der Hand von Kirchenrat Dr. Hartmut Metzger. In den Jahren bis zur Standortverlegung der Einrichtung im Jahr 2010 in das Haus Birkach hatte Kirchenrat Dr. Hans-Martin Steck die Leitung inne.
Die Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf (FBS) diente der Aus- und Weiterbildung von Kirchenangehörigen und Ehrenamtlichen und war außerdem in dem Bereich der Sprachhilfe tätig. Im dortigen Pastoralkolleg wurde die Fortbildung der württembergischen Pfarrerinnen und Pfarrer durchgeführt.
Der Bereich VI der FBS war eigens für das Gespräch zwischen Christen und Juden eingerichtet, der vorliegende Aktenbestand stammt hauptsächlich aus diesem Bereich. Zu den Bildungsangeboten gehörten christlich-jüdische Bibelwochen und die Vorbereitung und Durchführung von Studienreisen nach Israel. Um den Dialog zwischen Christen und Juden zu ermöglichen, wurde ein dauerhaft gepflegtes Netzwerk von persönlichen Kontakten nach Israel geknüpft, das sich in den Akten zum Teil nachvollziehen läßt. Viele dieser Anknüpfungspunkte wurden durch Herbert und Trude Kahn vermittelt, gesetzestreu lebende Juden, die seit 1960 mit Dr. Metzger freundschaftlich verbunden waren.
Die seit Beginn 1970er Jahre bestehende Tradition, durch Studienreisen nach Israel den Menschen und dem Land der Bibel näher zu kommen, wurde über Jahre intensiviert. Durch Spenden der Mitglieder konnten viele soziale und karitative Einrichtungen in Israel unterstützt werden, wie zum Beispiel unter anderem das Shaare Zedek Medical Center Jerusalem, das Beth-Awoth-Sinai Parents & Old-Age Home Haifa, sowie das Kinder und Jugendheim Neve Hanna in Kiriyat Gat. Durch diese Kontakte wurde auch das Einbeziehen vieler jüngerer Menschen möglich, die als Freiwillige in diese Einrichtungen vermittelt werden konnten.
Darüber hinaus bestand eine enge Verbindung nach Shavej Zion, einer von schwäbischen Juden gegründeten Siedlung, in deren Gästehaus unter anderem Überlebenden des Holocaust jährlich ein mehrwöchiger Aufenthalt kostenlos ermöglicht wurde. Auch hier gab es einen Jugendgruppenaustausch seit 1970.
Hartmut Metzger bemühte sich um Kontakte zu thoratreuen Bibel-Lehrern, um in deutschen Kirchengemeinden Bibelwochen und Vorträge zu realisieren. Für Themen über Judentum und Israel konnten Anfang der achtziger Jahre unter anderem Avital und Schalom Ben-Chorin, Dr. Joseph Walk, Ruchama und Dr. Avraham Möller und Esther und Dr. Roland Gradwohl als Referenten gewonnen werden. 1986 erschienen auf Grund der Zusammenarbeit als Textsammlung Bibelauslegungen aus jüdischen Quellen von Esther und Dr. Roland Gradwohl. Im Jahr 2003 konnte das 25-jährige Jubiläum der Thora-Lernwochen begangen werden.
Hartmut Metzger, seit 1968 theologischer Leiter der FBS Denkendorf, war bis zu seinem Ruhestand 1997 für den christlich-jüdischen Dialog in der Landeskirche zuständig. Metzger ist auch der langjährige Leiter des "Denkendorfer Kreises für christlich-jüdische Begegnung e.V." (http://www.denkendorfer-kreis.de/), der 1980 entstand und dann 1996 als Verein konstituiert wurde. Von landeskirchlicher Seite wird der christlich-jüdische Dialog durch die 1975 von Metzger gegründete Arbeitsgruppe "Wege zum Verständnis des Judentums" (http://www.agwege.de/) begleitet, ein landeskirchliches Gremium, das sich mit christlich-jüdischen Fragen befasst.
Nach der Zurruhesetzung Dr. Metzgers wurde eine landeskirchliche Sonderpfarrstelle für das christlich-jüdische Gespräch eingerichtet, die zunächst in Denkendorf und inzwischen an der Akademie Bad Boll angesiedelt ist. Ihre Inhaber waren Dr. Ernst Michael Dörrfuß (1997-2000), Dr. Joachim Hahn (2000-2003) und Dr. Michael Volkmann (seit 2003).
Der Bestand enthält v.a. Unterlagen des Pfarramts für das Gespräch zwischen Christen und Juden in der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf (heute in der Akademie Bad Boll) , z.T. auch zur AG "Wege zum Verständnis des Judentums" und zum "Denkendorfer Kreises für christlich-jüdische Begegnung".
Der Aktenbestand Christliche und Jüdische Zusammenarbeit in Denkendorf wurde im Jahr 2009 dem Landeskirchlichen Archiv übergeben, wo er unter der Signatur GS 2 verwahrt wird. Er umfasst die Jahre 1965-2002. Die vorgefundene Ordnung wurde weitgehend beibehalten.
Ausgeschieden sind zahlreich vorhandene Mehrfertigungen wie Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen, Rechnungsbelege, Versicherungsunterlagen sowie Ausstellungsvorbereitungen im Kloster Denkendorf. Der Bestand umfasst 2 lfd. m., der Erhaltungszustand ist sehr gut. Der Großteil der Akten unterliegt noch der archivalischen Sperrfrist, wie sie im Findbuch vermerkt ist. Fotos wurden entnommen und der Fotodatenbank des Landeskirchlichen Archivs eingegliedert. Ein Rundfunkmitschnitt auf Musikkassette wird dem AV-Archiv im Landesarchiv Baden-Württemberg zur Archivierung angeboten.
Der Bestand wurde im Sommer 2012 von Berit Lütjen geordnet und verzeichnet.
Im Jahre 2020 wurde eine bislang unverzeichnete Nachlieferung von Unterlagen im Umfang von 4,5 lfd. m ans Landeskirchliche Archiv abgegeben.
Evangelisches Pfarramt für das Gespräch zwischen Juden und Christen
2 lfd. m + 4,5 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.