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G 668 - Evangelisches Pfarramt Freudenbach (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit F
(1407, 1451) 1565-1984 (2010)
Einleitung: mit Frauental und Craintal
===== Ortsgeschichte Freudenbach =====
„Der hübsche wohlhabende Ort“, wie es in der Oberamtsbeschreibung Mergentheim aus dem Jahr 1880 heißt, wurde erstmals im Jahr 807 als „Fridunbach“ urkundlich erwähnt. Darin wurde ein Gütertausch zwischen dem Hochstift Würzburg und Graf Audulf durch Kaiser Karl dem Großen bestätigt. Der Bischof von Würzburg trat die Gebiete Freudenbach, Archshofen und Waldmannshofen an Graf Audulf ab. Später erhielten die Herren von Hohenlohe-Brauneck den Ort vermutlich als Reichslehen. In einer Urkunde des kaiserlichen Hofrichters Herzog Heinrich von Schlesien von 1372 wird bestätigt, dass „Frytenbach“ zum Besitz des Edlen Konrad von Hohenlohe-Brauneck gehörte. Im Jahr 1448 kaufte Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach das Gebiet der Edlen von Hohenlohe-Brauneck. Diese wiederum gaben das Gebiet zur Verwaltung treuen Gefolgsleuten aus der fränkischen Ritterschaft als Lehen. Darunter waren die Ritter von Enheim, die Herren von Gundelsheim und Angehörige des Adelsgeschlechts von Danngries. Nachdem Markgraf Carl Alexander Anfang des Jahres 1791 die Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. gegen eine jährliche Rente von 300.000 Gulden abgetreten hatten, fiel Freudenbach an Preußen. Doch nicht lange gehörte das ehemalige Territorium Ansbach und damit auch Freudenbach zu Preußen. Durch die verlorene Schlacht bei Austerlitz gegen Napoleon trat König Friedrich Wilhelm II. 1806 seine Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an Frankreich ab. Napoleon wiederum schenkte die Provinz Ansbach dem bayerischen König Maximilian I.. Aber auch die Zugehörigkeit Freudenbachs zu Bayern war nur von kurzer Dauer. Bereits vier Jahre später, im Jahr 1810, wurde ein Grenzvertrag zwischen Württemberg und Bayern geschlossen, in dessen Zuge Freudenbach an Württemberg ging. Freudenbach unterstand dem Oberamt Mergentheim bzw. ab 1938 dem Landkreis Mergentheim. Seit der Gemeindereform im Jahr 1972 gehört Freudenbach zur Stadt Creglingen im Main-Tauber-Kreis.
===== Ortskirchengeschichte Freudenbach =====
Seit wann eine Kirche in Freudenbach bestand, ist unklar. Nach Gottfried Uber wurde die erste (aus Holz bestehende) Kirche bereits kurz nach 531 in Freudenbach errichtet. Diese war wahrscheinlich dem Merowingerheiligen Martin von Tours geweiht. Die erste Steinkirche wurde nach Gottfried Uber zwischen 700 und 741 gebaut und 742 an das neugegründete Bistum Würzburg übergeben. Im Jahr 807 ging durch den Tauschhandel zwischen dem Bistum Würzburg und Graf Adulf vom Gollachgau die Mutterkirche Freudenbach mit ihren Filialen an Graf Adulf. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche dem Stift Haug in Würzburg inkorporiert. 1341 löste sich die bis dahin zu Freudenbach gehörende Pfarrei Archshofen und wurde selbstständig. Die Reformation war in Freudenbach spätestens 1534 völlig durchgeführt worden. Zuvor hatte der Markgraf bereits den Pfarrer Nikolaus Trub wegen, wie es in der Oberamtsbeschreibung Mergentheim von 1880 heißt, „unpriesterlichen Lebens und Wesens“ gefangen an den Bischof nach Würzburg geschickt und ihn, nach der Freilassung durch den Bischof, des Landes verwiesen. Mit Pfarrer Johannes Lautenbach war seit ca. 1534 (vielleicht auch schon früher) der erste evangelische Pfarrer in Freudenbach tätig.
Die heute in Freudenbach stehende Kirche besitzt einen romanischen Turm und ein Schiff, das im Jahr 1797 auf Kosten des Königs von Preußen durch Landbaumeister Vorherr gebaut wurde. Der im Osten noch stehende romanische Turm wurde 1797 aufgestockt und mit einem vierseitigen Spitzdach versehen, während das Kirchenschiff ein Walmdach erhielt. Allerdings wurde diese Dachkonstruktion von Turm und Schiff in späteren Jahren geändert, da Regenwasser eindrang, das die damals neue Orgel zerstörte. Das Innere der Kirche wird durch die „Ansbacher Kanzelwand“ charakterisiert, die sich dadurch auszeichnet, dass sich über dem Altar die Kanzel und darüber die Orgel befinden.
===== Ortsgeschichte Frauental =====
Der Ort Frauental entstand durch die Gründung eines Zisterzienserinnenklosters. Die Herren Gottfried und Konrad von Hohenlohe stifteten es im Oktober 1232. Bischof Hermann von Würzburg bestätigte und genehmigte die Errichtung des Klosters. Großzügig zeigten sich die Stifter bei der Erstausstattung mit Landbesitz. So gehörten ca. 600 Hektar Feld, Wald und Wiesen zur Stiftung. Als im Jahr 1390 mit Konrad von Hohenlohe-Brauneck der letzte männliche Vertreter seines Hauses starb, gelangte das Kloster unter die Schirmherrschaft von Johann von Hardeck, dem Burggrafen zu Magdeburg und Ehemann der Tochter von Konrad von Hohenlohe-Brauneck. Dessen Sohn verkaufte 1448 die Herrschaft Brauneck, darunter waren auch die Ortschaften Freudenbach und Frauental, an den Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach. Im Bauernkrieg erlitt das Kloster Frauental das gleiche Schicksal wie viele andere Klöster auch. Die Hälfte der Klosteranlage wurde zerstört und die Nonnen mussten in den Nachbarort Equarhofen fliehen. Nach ihrer Rückkehr versuchten die Nonnen, die ihre gesamte Habe und ihre Vorräte verloren hatten, die Schäden an den noch verbliebenen Gebäuden zu reparieren. Allerdings setzte in den markgräflichen Landen bereits ab 1526 die Reformation ein, so dass der Zustrom an Novizinnen versiegte. Somit besiegelten der Bauernkrieg und die Reformation den Niedergang des Klosters. Nachdem 1547 die letzten drei Nonnen gestorben waren, wurde Frauental endgültig evangelisch und 1548 wurde das Kloster in ein markgräfliches Kastenamt umgewandelt. Durch den Verkauf der markgräflichen Klostergüter im Jahr 1670 entstand das Dorf Frauental mit seiner bis heute erhaltenen Struktur. Wie Freudenbach gehörte Frauental bis 1791 zum Territorium der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und ging dann an Preußen über. 1806 kam der Ort an Bayern und 1810 an Württemberg. Zu Frauental gehören die Höfe Fuchshof, Lohrhof, Weidenhof und Seewiesenhof. Auch Frauental wurde wie Freudenbach 1972 in die Stadt Creglingen eingegliedert.
===== Ortskirchengeschichte Frauental =====
Vom ehemaligen Zisterzienserinnenkloster sind heute noch das einstige Abteigebäude und die im romanisch-gotischen Übergangsstil erbaute Kirche erhalten. Die Kirche selber unterteilt sich in eine Ober- und Unterkirche. Auf der sogenannten Nonnenempore der Oberkirche versammelten sich einst die Nonnen zum Gottesdienst. Dagegen diente die Unterkirche ausschließlich den Laien als Gottesdienstraum. Nach der Reformation wurde die Oberkirche in einen Getreidespeicher umfunktioniert. Zudem wurde neben der Kirche das Ansbacher Amtshaus errichtet und mit dem Getreidespeicher durch einen überdachten Übergang verbunden. Heute befindet sich in der Oberkirche ein Museum zur Geschichte des ehemals selbstständigen Ortes Frauental. In der Unterkirche finden noch heute Gottesdienste statt.
===== Filialverhältnisse der Kirchengemeinde Freudenbach =====
Die Filialstrukturen der Kirchengemeinde Freudenbach sind sehr komplex. Bis 1341 war Archshofen Filiale der Freudenbacher Pfarrei. Danach wurde Archshofen eigenständige Pfarrei. Kirchlich gehörte zu Freudenbach schon immer der Ort Schön. Craintal dagegen war abwechselnd Filialgemeinde von Creglingen und Freudenbach. Frauental war bis zur Reformation eine eigene Pfarrei und wurde danach nach Equarhofen eingepfarrt. Da Equarhofen 1810 bei Bayern blieb und Frauental dagegen nach Württemberg kam, wurde die Kirchengemeinde Frauental der Pfarrei Freudenbach unterstellt.
===== Bestandsbeschreibung =====
Das im Dachgeschoss im Pfarrhaus untergebrachte Pfarrarchiv wurde im November 2006 an das Landeskirchliche Archiv in Stuttgart-Möhringen zur dauerhaften Verwahrung abgegeben und im Januar und Februar 2007 geordnet und verzeichnet. Erfasst wurden alle Akten bis ca. 1966. Diese sind durch die Verzeichnung nun für Benutzer freigegeben. Die historischen Kirchenbücher dagegen, die auch abgegeben wurden, sind aus konservatorischen Gründen für eine Benutzung nicht freigegeben.
Die ältesten Bestandteile des Pfarrarchivs sind die Kirchenbücher, die mit dem Jahr 1565 beginnen. In diesen Kirchenbüchern befinden sich zum Teil pfarramtliche Notizen wie zum Beispiel ansbachische Eheartikel oder auch Pfarrerlisten. Unter den Akten finden sich kaum Schriftstücke aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert. Die älteste Akte ist ein Schriftstück aus dem Jahr 1623. Daneben gibt es aber auch zwei Abschriften. Zum einen eine Abschrift eines Schutzbriefes der Pfarrei von 1407 und zum anderen eine Abschrift eines Ablassbriefes für die Pfarrei Freudenbach aus dem Jahr 1451. Für das 19. Jahrhundert setzt dann eine dichtere Überlieferung der Akten ein.
Die Akten waren nach der Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901 geordnet, wobei die Ablage in vielen Fällen nicht richtig war. Sie wurden bei der Verzeichnung in eine ältere (bis ca. 1901) und in eine jüngere (bis ca. 1966) Abteilung geteilt. Die Amtskalender waren verschimmelt, wurden aber begast und können nun gefahrlos benutzt werden.
Eine Nennung der Orte Freudenbach bzw. Frauental im Titel fand bei den Kirchenbüchern und Rechnungen statt, so dass diese dem jeweiligen Ort genau zugeordnet werden konnten. Bei den Akten und den übrigen Bänden hingegen wurde im Titel der jeweilige Ort nur dann genannt, wenn der gesamte Inhalt einem Ort zuzuordnen war.
Nach der Ordnung und der Verpackung umfasst der Bestand 260 Büschel und 9 laufende Meter.
Stuttgart, im Oktober 2007
Mareike Dreger
Dr. Bertram Fink
===== Ergänzung 2010 =====
2010 wurde das Pfarrarchiv um Schriftstücke aus dem Turmknauf ergänzt.
Einleitung: ”Der hübsche wohlhabende Ort“, wie es in der Oberamtsbeschreibung Mergentheim aus dem Jahr 1880 heißt, wurde erstmals im Jahr 807 als ”Fridunbach“ urkundlich erwähnt. Darin wurde ein Gütertausch zwischen dem Hochstift Würzburg und Graf Audulf durch Kaiser Karl dem Großen bestätigt. Der Bischof von Würzburg trat die Gebiete Freudenbach, Archshofen und Waldmannshofen an Graf Audulf ab. Später erhielten die Herren von Hohenlohe-Brauneck den Ort vermutlich als Reichslehen. In einer Urkunde des kaiserlichen Hofrichters Herzog Heinrich von Schlesien von 1372 wird bestätigt, dass ”Frytenbach“ zum Besitz des Edlen Konrad von Hohenlohe-Brauneck gehörte. Im Jahr 1448 kaufte Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach das Gebiet der Edlen von Hohenlohe-Brauneck. Diese wiederum gaben das Gebiet zur Verwaltung treuen Gefolgsleuten aus der fränkischen Ritterschaft als Lehen. Darunter waren die Ritter von Enheim, die Herren von Gundelsheim und Angehörige des Adelsgeschlechts von Danngries. Nachdem Markgraf Carl Alexander Anfang des Jahres 1791 die Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. gegen eine jährliche Rente von 300.000 Gulden abgetreten hatten, fiel Freudenbach an Preußen. Doch nicht lange gehörte das ehemalige Territorium Ansbach und damit auch Freudenbach zu Preußen. Durch die verlorene Schlacht bei Austerlitz gegen Napoleon trat König Friedrich Wilhelm II. 1806 seine Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an Frankreich ab. Napoleon wiederum schenkte die Provinz Ansbach dem bayerischen König Maximilian I.. Aber auch die Zugehörigkeit Freudenbachs zu Bayern war nur von kurzer Dauer. Bereits vier Jahre später, im Jahr 1810, wurde ein Grenzvertrag zwischen Württemberg und Bayern geschlossen, in dessen Zuge Freudenbach an Württemberg ging. Freudenbach unterstand dem Oberamt Mergentheim bzw. ab 1938 dem Landkreis Mergentheim. Seit der Gemeindereform im Jahr 1972 gehört Freudenbach zur Stadt Creglingen im Main-Tauber-Kreis.
Seit wann eine Kirche in Freudenbach bestand, ist unklar. Nach Gottfried Uber wurde die erste (aus Holz bestehende) Kirche bereits kurz nach 531 in Freudenbach errichtet. Diese war wahrscheinlich dem Merowingerheiligen Martin von Tours geweiht. Die erste Steinkirche wurde nach Gottfried Uber zwischen 700 und 741 gebaut und 742 an das neugegründete Bistum Würzburg übergeben. Im Jahr 807 ging durch den Tauschhandel zwischen dem Bistum Würzburg und Graf Adulf vom Gollachgau die Mutterkirche Freudenbach mit ihren Filialen an Graf Adulf. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche dem Stift Haug in Würzburg inkorporiert. 1341 löste sich die bis dahin zu Freudenbach gehörende Pfarrei Archshofen und wurde selbstständig. Die Reformation war in Freudenbach spätestens 1534 völlig durchgeführt worden. Zuvor hatte der Markgraf bereits den Pfarrer Nikolaus Trub wegen, wie es in der Oberamtsbeschreibung Mergentheim von 1880 heißt, ”unpriesterlichen Lebens und Wesens“ gefangen an den Bischof nach Würzburg geschickt und ihn, nach der Freilassung durch den Bischof, des Landes verwiesen. Mit Pfarrer Johannes Lautenbach war seit ca. 1534 (vielleicht auch schon früher) der erste evangelische Pfarrer in Freudenbach tätig.
Die heute in Freudenbach stehende Kirche besitzt einen romanischen Turm und ein Schiff, das im Jahr 1797 auf Kosten des Königs von Preußen durch Landbaumeister Vorherr gebaut wurde. Der im Osten noch stehende romanische Turm wurde 1797 aufgestockt und mit einem vierseitigen Spitzdach versehen, während das Kirchenschiff ein Walmdach erhielt. Allerdings wurde diese Dachkonstruktion von Turm und Schiff in späteren Jahren geändert, da Regenwasser eindrang, das die damals neue Orgel zerstörte. Das Innere der Kirche wird durch die ”Ansbacher Kanzelwand“ charakterisiert, die sich dadurch auszeichnet, dass sich über dem Altar die Kanzel und darüber die Orgel befinden.
Der Ort Frauental entstand durch die Gründung eines Zisterzienserinnenklosters. Die Herren Gottfried und Konrad von Hohenlohe stifteten es im Oktober 1232. Bischof Hermann von Würzburg bestätigte und genehmigte die Errichtung des Klosters. Großzügig zeigten sich die Stifter bei der Erstausstattung mit Landbesitz. So gehörten ca. 600 Hektar Feld, Wald und Wiesen zur Stiftung. Als im Jahr 1390 mit Konrad von Hohenlohe-Brauneck der letzte männliche Vertreter seines Hauses starb, gelangte das Kloster unter die Schirmherrschaft von Johann von Hardeck, dem Burggrafen zu Magdeburg und Ehemann der Tochter von Konrad von Hohenlohe-Brauneck. Dessen Sohn verkaufte 1448 die Herrschaft Brauneck, darunter waren auch die Ortschaften Freudenbach und Frauental, an den Markgrafen zu Brandenburg-Ansbach. Im Bauernkrieg erlitt das Kloster Frauental das gleiche Schicksal wie viele andere Klöster auch. Die Hälfte der Klosteranlage wurde zerstört und die Nonnen mussten in den Nachbarort Equarhofen fliehen. Nach ihrer Rückkehr versuchten die Nonnen, die ihre gesamte Habe und ihre Vorräte verloren hatten, die Schäden an den noch verbliebenen Gebäuden zu reparieren. Allerdings setzte in den markgräflichen Landen bereits ab 1526 die Reformation ein, so dass der Zustrom an Novizinnen versiegte. Somit besiegelten der Bauernkrieg und die Reformation den Niedergang des Klosters. Nachdem 1547 die letzten drei Nonnen gestorben waren, wurde Frauental endgültig evangelisch und 1548 wurde das Kloster in ein markgräfliches Kastenamt umgewandelt. Durch den Verkauf der markgräflichen Klostergüter im Jahr 1670 entstand das Dorf Frauental mit seiner bis heute erhaltenen Struktur. Wie Freudenbach gehörte Frauental bis 1791 zum Territorium der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und ging dann an Preußen über. 1806 kam der Ort an Bayern und 1810 an Württemberg. Zu Frauental gehören die Höfe Fuchshof, Lohrhof, Weidenhof und Seewiesenhof. Auch Frauental wurde wie Freudenbach 1972 in die Stadt Creglingen eingegliedert.
Vom ehemaligen Zisterzienserinnenkloster sind heute noch das einstige Abteigebäude und die im romanisch-gotischen Übergangsstil erbaute Kirche erhalten. Die Kirche selber unterteilt sich in eine Ober- und Unterkirche. Auf der sogenannten Nonnenempore der Oberkirche versammelten sich einst die Nonnen zum Gottesdienst. Dagegen diente die Unterkirche ausschließlich den Laien als Gottesdienstraum. Nach der Reformation wurde die Oberkirche in einen Getreidespeicher umfunktioniert. Zudem wurde neben der Kirche das Ansbacher Amtshaus errichtet und mit dem Getreidespeicher durch einen überdachten Übergang verbunden. Heute befindet sich in der Oberkirche ein Museum zur Geschichte des ehemals selbstständigen Ortes Frauental. In der Unterkirche finden noch heute Gottesdienste statt.
Die Filialstrukturen der Kirchengemeinde Freudenbach sind sehr komplex. Bis 1341 war Archshofen Filiale der Freudenbacher Pfarrei. Danach wurde Archshofen eigenständige Pfarrei. Kirchlich gehörte zu Freudenbach schon immer der Ort Schön. Craintal dagegen war abwechselnd Filialgemeinde von Creglingen und Freudenbach. Frauental war bis zur Reformation eine eigene Pfarrei und wurde danach nach Equarhofen eingepfarrt. Da Equarhofen 1810 bei Bayern blieb und Frauental dagegen nach Württemberg kam, wurde die Kirchengemeinde Frauental der Pfarrei Freudenbach unterstellt.
Das im Dachgeschoss im Pfarrhaus untergebrachte Pfarrarchiv wurde im November 2006 an das Landeskirchliche Archiv in Stuttgart-Möhringen zur dauerhaften Verwahrung abgegeben und im Januar und Februar 2007 geordnet und verzeichnet. Erfasst wurden alle Akten bis ca. 1966. Diese sind durch die Verzeichnung nun für Benutzer freigegeben. Die historischen Kirchenbücher dagegen, die auch abgegeben wurden, sind aus konservatorischen Gründen für eine Benutzung nicht freigegeben.
Die ältesten Bestandteile des Pfarrarchivs sind die Kirchenbücher, die mit dem Jahr 1565 beginnen. In diesen Kirchenbüchern befinden sich zum Teil pfarramtliche Notizen wie zum Beispiel ansbachische Eheartikel oder auch Pfarrerlisten. Unter den Akten finden sich kaum Schriftstücke aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert. Die älteste Akte ist ein Schriftstück aus dem Jahr 1623. Daneben gibt es aber auch zwei Abschriften. Zum einen eine Abschrift eines Schutzbriefes der Pfarrei von 1407 und zum anderen eine Abschrift eines Ablassbriefes für die Pfarrei Freudenbach aus dem Jahr 1451. Für das 19. Jahrhundert setzt dann eine dichtere Überlieferung der Akten ein.
Die Akten waren nach der Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901 geordnet, wobei die Ablage in vielen Fällen nicht richtig war. Sie wurden bei der Verzeichnung in eine ältere (bis ca. 1901) und in eine jüngere (bis ca. 1966) Abteilung geteilt. Die Amtskalender waren verschimmelt, wurden aber begast und können nun gefahrlos benutzt werden.
Eine Nennung der Orte Freudenbach bzw. Frauental im Titel fand bei den Kirchenbüchern und Rechnungen statt, so dass diese dem jeweiligen Ort genau zugeordnet werden konnten. Bei den Akten und den übrigen Bänden hingegen wurde im Titel der jeweilige Ort nur dann genannt, wenn der gesamte Inhalt einem Ort zuzuordnen war.
Nach der Ordnung und der Verpackung umfasst der Bestand 260 Büschel und 9 laufende Meter.
Stuttgart, im Oktober 2007
Mareike Dreger
Dr. Bertram Fink
2010 wurde das Pfarrarchiv um Schriftstücke aus dem Turmknauf ergänzt.
Evangelisches Pfarramt Freudenbach mit Frauental, Craintal und Schön
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.