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Nachlass Eichthal, Auguste Henrietta von (Bestand)
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe A - E
1830 - 1932
Nachlass Auguste Henrietta von Eichthal (1835-1932): Auguste Henrietta von Eichthal wurde am 27.9.1835 in Triest geboren . Ihre Eltern waren die Harfenvirtuosin Elise von Eichthal, geb. Krings (1807-1860) und der wohlhabende belgische Konsul in Triest Christian August Freiherr von Eichthal (1795-1875). Die Familie lebte zunächst in Triest, ab 1839 in Augsburg. Ihr Vater war zu diesem Zeitpunkt vornehmlich in Augsburg und München als Leuchtgasfabrikant tätig. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1860 kam Auguste von Eichthal in die Obhut der verwitweten Großherzogin Sophie von Baden, einer Freundin von Augustes Mutter, nach Karlsruhe. Nach deren Tod 1865 begab sie sich zunächst nach München, bald aber schon nach Rom. Als Privatière und Salonière bot sie in Rom im Zeitraum zwischen 1870 und 1914 einen gesellschaftlichen Treffpunkt für viele Persönlichkeiten mit Rang und Namen. So schrieb ihre Freundin, die Schriftstellerin Isolde Kurz (1853–1944) in ihrem Nachruf „Eine Handarbeit Gottes. In memoriam der Münchnerin Augusta von Eichthal“, erschienen in den Beilagen „Die Einkehr“ der Münchner Neuesten Nachrichten (Nr. 40 vom 2.10.1932, Nr. 41 vom 9.10.1932 und Nr. 42 vom 16.10.1932) über Auguste von Eichthal: „Der Glanz ihres römischen Salons mit seiner internationalen kulturellen und politischen Bedeutung hat unlängst in diesen Blättern Bedeutung erfahren. (...) Augusta von Eichthal gehörte zu dem in Deutschland seltenen Typus der politischen Frau. Ihr Leben lang war sie den Kreisen nahegestanden, wo Geschichte gemacht wird, nicht den lauten parlamentarischen, sondern jenen unauffälligeren, wo persönliche und gesellschaftliche Beziehungen mit am Schicksalsgespinst weben. (...) Was im Reichstag, im Landtag, im Stadtrat, in der Künstlerschaft, in der Gesellschaft vorging, darüber konnte man sich bei Baronin v. Eichthal jederzeit unterrichten. Für eine solche Befähigung war die Ewige Stadt, wo sie den größten Teil ihres Lebens zubrachte, der gegebene Boden. Dort schuf sie sich ganz selbständig den berühmt gewordenen Salon, wo neben der diplomatischen Welt und der großen römischen Gesellschaft auch die Größen des Vatikans und nicht minder die durchreisenden europäischen Berühmtheiten verkehrten (...).“ Ein beredtes Zeugnis ihrer vielfältigen gesellschaftlichen Kontakte liefert die umfangreiche Korrespondenz mit Persönlichkeiten wie Franz und Lujo von Brentano, Hans von Bülow, Theodor von Kramer-Klett, Ignaz von Döllinger, Marie von Ebner-Eschenbach, Georg von Hertling, Franz Lachner, Emich Fürst von Leiningen, Hedwig Fürstin von Liechtenstein, Franz Liszt, Adolf Friedrich Graf von Schack, Siegfried Wagner und General Ulrich Wille, um nur einige zu nennen. Zahlreiche überlieferte Visitenkärtchen und eine Vielzahl von Porträtaufnahmen der unterschiedlichsten Persönlichkeiten unterstreichen dies noch. Im Zuge des 1. Weltkriegs musste Auguste Italien verlassen und kehrte nach München zurück. Verheiratet war Auguste von Eichthal nie, ihr Standpunkt war: „Verlieb‘ dich oft, verlob‘ dich selten, heirate nie!“ Auguste von Eichthal starb am 2.4.1932 in München. Heute ist Auguste von Eichthal mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Über die genannten Inhalte hinaus enthält der Nachlass von Auguste von Eichthal u.a. umfangreiche Reisenotizen aus Italien, Wien, Spanien, Ägypten und Nordafrika, von den Kanarischen Inseln, aus Damaskus und Montenegro (ca. 1856 - 1881), Tagebücher (ca. 1858 - 1898 sowie 1912) sowie Feuilletonbeiträge von Auguste von Eichthal in Tageszeitungen, erschienen überwiegend unter den Pseudonymen R. von Windeck oder Erich Altjung (ca. 1867 - 1891). Im Jahr 1951 erhielt das Bayerische Hauptstaatsarchiv auf Vermittlung von Frhr. Otto von Taube von Gräfin Luise von Horn den literarischen Nachlass von Auguste von Eichthal sowie verschiedene Gegenstände künstlerischen oder musealen Charakters. Letztere wurden 1989 an die Staatliche Graphische Sammlung, an das Bayerischen Nationalmuseum, an die Staatliche Antikensammlungen, an die Staatliche Münzsammlung, an die Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst und an das Staatliche Museum für Völkerkunde (seit 2014 Museum Fünf Kontinente; alle München) abgegeben. Einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad weist dagegen ihre Mutter auf, die Harfenvirtuosin Elise von Eichthal-Krings. Bruchstücke ihres Nachlasses sind im Nachlass ihrer Tochter Auguste von Eichthal erhalten geblieben. So dokumentieren beispielsweise einige Briefe ihre Freundschaft zu dem Komponisten Franz Lachner, zu der Pianistin und Komponistin Clara Schumann und zu der Schauspielerin Julie Rettich. Mai 2020 Joachim Glasner
Nachlass Eichthal, Auguste Henrietta von
198
Bestand
ger
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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