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Familie Breidbach-Bürresheim (Bestand)
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1173 Urkunden: 1272, 1298, 1334-1797, 1839; 1496 Akten und Amtsbücher: (1270-1367) 1368-1922, o.D. (15.-19. Jh.)
(Teil von Best. 54B)
Form und Inhalt: Die niederadlige Familie von Breidbach ist nach dem Ort Rheinbreitbach benannt. Sie kam durch eine geschickte Heirats-, Kauf- und Belehnungspolitik zu großem Vermögen und stieg im Dienst von Kaiser und Fürsten auf, bis sie 1691 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. 1473 erwarb Gerlach von Breitbach aus dem Stamm der Herren von Drachenfels von Kuno von Schöneck die Hälfte der Burg Bürresheim. 1477 gewann sein Sohn, der Loretta von Schöneck geheiratet hatte, einen weiteren Teil hinzu. Die sog. "Kölner Burg" im Westen der Burganlage, heute Ruine, kam Anfang des 16. Jahrhunderts vom Vogt von Leutesdorf an die Schilling von Lahnstein. Über das Erbe der von Lahnstein brach 1572 ein Streit aus, der zu einem ergebnislosen Prozess beim Reichskammergericht führte, und erst 1659 durch einen Vergleich beigelegt wurde. Durch eine Zahlung von 4700 Gulden wurden die Herren von Breitbach damals Alleinbesitzer der Burg, die sie von da an zur barocken Wohnburg ausbauten. Die Herrschaft Bürresheim unterstand der Lehnshoheit der Kurfürstentümer Köln und Trier.
Das kleine Herrschaftsgebiet der Familie, das von kurtrierischem Territorium umschlossen war, umfasste außer dem Schloss Bürresheim die Dörfer St. Johann, Waldesch, Rieden und Nitz. Die Wahl Emmerich Josephs von Breidbach-Bürresheim zum Erzbischof und Kurfürsten von Mainz (1763-1774) bildete den Höhepunkt der Familiengeschichte. Mit dem Tod des Franz Ludwig von Breidbach-Bürresheim starb der Hauptstamm 1796 aus. Schloss Bürresheim fiel an den Grafen Clemens Wenzeslaus von Renesse-Breidbach, dessen Familie die Burg im 19. Jahrhundert bewohnte. 1938 kaufte der Provinzialverband der Preußischen Rheinprovinz Schloss Bürresheim. Heute ist es als landeseigene Liegenschaft Teil der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und in der Gemarkung der Gemeinde St. Johann gelegen.
Der Ort St. Johann wurde nach der Eroberung und Annexion des linken Rheinufers durch Frankreich (1794 bzw. 1798/1801) im Rahmen der Revolutionskriege Hauptort der Mairie St. Johann im Kanton Mayen bzw. Arrondissement Koblenz im Rhein-Mosel-Departement. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Kaiserreiches 1814/1815 und dem Übergang der Region an Preußen gehörte der Ort zur Bürgermeisterei St. Johann (später: Bürgermeisterei Niedermendig) im Landkreis Mayen im Regierungsbezirk Koblenz der Rheinprovinz. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 erfolgte 1970, kurz nach der Umwandlung der Bürgermeisterei Niedermendig in die Verbandsgemeinde Niedermendig, der Übergang in die Verbandsgemeinde Mayen-Land (mit Wirkung ab 01.01.2002 umbenannt in Verbandsgemeinde Vordereifel) im ebenfalls 1970 gebildeten Landkreis Mayen-Koblenz.
Waldesch gelangte ebenfalls über die Zugehörigkeit zur Marie bzw. Bürgermeisterei St. Johann/Niedermendig bzw. Verbandsgemeinde Niedermendig zur Verbandsgemeinde Mayen-Land/Vordereifel.
Rieden gehörte in französischer Zeit zur Mairie Kempenich und kam in preußischer Zeit zur Bürgermeisterei St. Johann/Niedermendig; nach der erwähnten Auflösung der Verbandsgemeinde Niedermendig 1970 wurde Rieden Teil der Verbandsgemeinde Mendig im Landkreis Mayen-Koblenz.
Nitz ist schon 1809 nicht mehr als Gemeinde greifbar; als solche wurde es zwar 1967 aus den Ortsteilen St. Johann-Nitz (St. Johann) und Kürrenberg-Nitz (Kürrenberg) wieder neu gebildet, aber schon 1970 wieder in die Stadt Mayen eingemeindet. Das Archiv der Herren und Freiherren von Breidbach-Bürresheim, das auch Akten des 19. Jahrhunderts aus der Verwaltung ihrer Erben, der Grafen von Renesse, enthält, wurde im Anfang des 20. Jahrhunderts für das Staatsarchiv Koblenz (seit 1975: Landeshauptarchiv Koblenz) angekauft und als geschlossener Bestand in die Abteilung 54B eingegliedert, wo sich schon ein geringer, bei der Neuverzeichnung durch Dr. Otto Graf von Looz-Corswarem nichterfasster Bestand - meist von anderer Provenienz - von die Familie betreffenden Urkunden befand. Die Urkunden wurden ab Nr. 1001 gezählt, die Akten ab Nr. 3001.
Bis zum Abschluss der Verzeichnungsarbeiten an den Akten 1969 diente als einzige Übersicht des Bestandes ein Verzeichnis von Wilhelm Günther, aufgestellt 1810 nach dem damaligen Bestand des Archivs im Besitz der Familie, (jetzt Abt. 54B Nr. 4500). Dieses wurde von mehreren Archivaren, besonders von Reimer und Hirschfeld, ergänzt, zum Teil auf eingelegten Zetteln. Die neuen Nummern wurden eingetragen, trotzdem war der Band nur schwer benutzbar und der Bestand wurde entsprechend kaum benutzt.
Der Aktenbestand wurde von Dr. Otto Graf von Looz-Corswarem in den Jahren 1967 und 1968 neu aufgenommen, eine Anzahl von Verwaltungsakten des 19. Jahrhunderts, die unverzeichnet im Keller des Staatsarchivs lagen, wurden angeschlossen. Einige Papierurkunden und Urkundenabschriften wurden zu den Urkunden genommen. Um den Inhalt des Bestandes der Ortsgeschichte zu erschließen, wurde ein Ortsregister erstellt.
Inhaltlich befassen sich die Akten des Bestandes neben der Familie Breidbach mit den Familien von der Leyen, Schall von Bell, von Eltz, von Flersheim, Beissel von Gymnich, von Heddesdorf, von Lahnstein, von Metzenhausen, Brömser von Rüdesheim, Mühl von Ulmen, Boos von Waldeck, von Warsberg, Kämmerer von Worms und von Renesse. Weiterhin sind Unterlagen zu Forst- und Gerichtssachen, zur Güterverwaltung, Kapitalien und Schulden, Kirchen- und Schulsachen, Kriegssachen und Landtagssachen vorhanden. Hinzu kommen die Bereiche Rechnungswesen und Rechnungen, Ritterschaftssachen, Verwaltung und Beamte sowie Verschiedenes.
Die Urkunden in Bestand 54 B Breidbach-Bürresheim wurden 2011-2015 auf der Grundlage des erwähnten, sehr rudimentären handschriftlichen Repertoriums von 1810 neu regestiert. Eine Anzahl von Stücken wurde dabei den Akten zugeordnet und entsprechend verzeichnet. Alle eingegebenen Datensätze wurden unter Heranziehung der Archivalien kontrolliert.
Der von W. Günther vorgegebenen Ordnung folgend wurden die Urkunden nach Familien klassifiziert: Familie von Breidbach, von Schöneck, von Eltz, von Lahnstein, Schall von Bell, von Metzenhausen, von der Leyen, Brömser von Rüdesheim, Boos von Waldeck, Quadt zu Landskron, Vögte von Leutesdorf, von Schönburg zu Oberwesel und sonstige Familien. Im Zuge der Neuverzeichnung der Urkunden erhielt das Familienarchiv, das einen Teil von Bestand 54 B bildet, die neue Bestandsbezeichnung mit dem Familiennamen. Für die Bestellung gilt als Signatur weiter Bestand 54 B Nr. xxxx, denn im Magazin liegt es weiter unter Bestand 54 B.
Akten
Archiv; Familie von Breidbach; Familie von der Leyen; Andere Familien: Schall von Bell, von Eltz, von Flersheim, Beissel von Gymnich, von Heddesdorf, von Lahnstein, von Metzenhausen, Brömser von Rüdesheim, Mühl von Ulmen, Boos von Waldeck, von Warsberg, Kämmerer von Worms, von Renesse; Forstsachen; Gerichtssachen; Güter; Kapitalien und Schulden; Kirchen- und Schulsachen; Kriegssachen; Landtagssachen; Lehnssachen; Rechnungswesen und Rechnungen; Ritterschaftssachen; Verwaltung und Beamte; Verschiedenes
Bestand
Bornheim gen. Schilling, Werner: Zur Geschichte der von Bürresheim im Mittelalter, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 158 (1956), S. 104-138
Fabricius, Wilhelm: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz Bd. 2: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwickelung der Territorien von 1600 bis 1794, Bonn 1898 (ND Bonn 1965)
Weidenbach: Die Freiherren von Breidbach zu Bürresheim, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 24 (1872), S. 70-125
Werner, Karl von/Hans Caspary: Schloss Bürresheim (Führer der Verwaltung der staatlichen Schlösser Rheinland-Pfalz 2) Mainz 1976
Wirtler, Ulrike: Schloss Bürresheim bei Mayen/Eifel (Führungsheft 2, Edition Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz) Regensburg 2013
Landeshauptarchiv Koblenz
Best. 1A-1E: Erzstift und Kurfürstentum Trier
Best. 2: Erzstift und Kurfürstentum Köln
Best. 48: Reichsherrschaft, Reichgrafschaft und Reichsfürstentum von der Leyen
Best. 52,019: Herrschaft Schöneck auf dem Hunsrück
Best. 53B: Direktorium der Reichsritterschaft: Kanton Niederrhein
Best. 53C008: Herrschaft Bürresheim
Best. 53C048: Reichsherrschaft Waldeck
Best. 54A-Z: Adel u.a. Familien (Enthält u.a.: von Eltz, von Flörsheim, von Metzenhausen, von der Leyen, Schönburg zu Oberwesel, von Warsberg, Kämmerer von Worms gen. Dalberg)
Best. 655,030: Archiv der Bürgermeisterei Niedermendig/St. Johann
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.