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Schreiben von Johannes Heinrich (Hanno) Koch, Sohn von Erich Koch und dessen Frau Elly, vorwiegend aus Köln an seine Großmutter Karolina Koch geb. Schlamann, vorwiegend in Frankfurt a.M.
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Schreiben von Johannes Heinrich (Hanno) Koch, Sohn von Erich Koch und dessen Frau Elly, vorwiegend aus Köln an seine Großmutter Karolina Koch geb. Schlamann, vorwiegend in Frankfurt a.M.
Stadt Minden WN 30 Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann, Nr. 19
Stadt Minden WN 30 Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
[1936] - 7. Mai 1941
Enthält: u.a. Dank für Weihnachtsgeschenk (Stabilbaukasten), weitere Weihnachtsgeschenke (Amphibienfahrzeug, Fliegerbaukasten, Uhr, Buch "Till Eulenspiegel", undat.; "Gestern haben wir Weihnachtsferien bekommen. Nachmittags hatten wir vom Jungvolk aus eine schöne Weihnachtsfeier, wir bekamen eine große Tüte Leckeres und ein schönes Hitlerbild.", 22. Dez. 1938; Dank für Weihnachtsgeschenk (Fragespiel, Deutsche Heldensagen), weitere Weihnachtsgeschenke (Morseapparat, Briefmarkenalbum, Buch "Unsere Jungen", Taschentücher, Handschuhe, "zwei große Teller Leckeres", 29. Dez. 1938; Dank für Geburtstagsgeschenk (4 Mark, Buch "Kampf um Rom" dafür gekauft), weitere Geburtstagsgeschenke (Schwimmring, Römische Götter- und Heldensagen, Buch "Der alte Derflinger und seine Dragoner", Spiel "Wer würfelt Worte?"), 23. Juli 1939; Dank für Geschenke (Serviettenring, Silberbesteck, (Brief)Marken), 8. Mai 1939; "ich hatte soviel zu tun, immer Antreten und immer viel für die Schule zu arbeiten. [...] In der neuen Schule ist es sehr schön. Mein Klassenlehrer ist prima. Jede Woche haben wir drie Stunden schwimmen. Ich bin beim Jungvolk in der Jungschar. Samstag vor 8 Tagen mußten wir in der Wesselhalle vor dem Reichsjugendführer B. v. Schirach singen und vor Dr. R. Leg. (Gest). Am 1. Mai hatten wir morgens um 6 1/2 Uhr Antreten und hörten die Rede des Führers auf dem Maifeld. Gestern und vorgestern mußte ich für die deutschen Herbergsbauten Sammeln. Ich bin aber auch auf die K.d.F. Kirmes gegangen am Westbahnhof un dhabe mein Sonntagsgeld auf der TeufelsRutsche, Schlange, Raupe, Achterbahn, Rutschbahn und auf der Geisterbahn gefahren [!]. Das war großartig.", 8. Mai 1939; Kuraufenthalt in Cuxhaven, Sommer 1939; "Daß es Krieg ist, habe ich am Essen noch nicht gemerkt. Gisela und ich müssen jetzt wieder Lebertran trinken, schmeckt scheußlich, hinterher essen wir Schokolade oder Keks, und Sonntags bekommen wir 0,50 RM dafür in die Spardose. Gisela und ich bekommen noch Vollmilch. Ich konnte dir nicht eher schreiben, weil ich für das Jungvolk viel zu tun habe. Ich habe jetzt sehr oft Sonderdienst, dann komme ich erst zwischen 8 - 1/2 9 Uhr abends nach Hause, dann ist es so dunkel, daß man die Hand vor den Augen nicht sieht. Manchmal ist es auch hell wenn Vollmond ist. Ich habe immer eine Taschenlampe bei mir und eine Leuchtplakette an der Bluse, damit mich keiner umrennt. [...] In 6 Wochen ist Weihnachten. Mutti hat mir ein schönes Fahrrad versprochen. Das habe ich mir ja schon sehr lange gewünscht, aber jetzt brauch ich es auch für das Jungvolk. [Krankheit, Lunge geröngt] Ich esse nicht, ich fresse! Morgens esse ich 2 Brötchen mit Butter und Pflaumenmus zu Hause und 3 Brötchen mit Wurst nehme ich mit in die Schule. Ich bin fast den ganzen Tag am kauen.", 29. Okt. 1939; "Samstag u. Sonntag habe ich für das W.H.W. [Winterhilfswerk] gesammelt.", 17. Dez. 1939; Dank für Weihnachtsgeschenk ("Nadel mit dem H." an den Sonntagsanzug gesteckt, ein Messerbänkchen), weitere Weihnachtsgeschenke (Fahrrad, Buch "Der kleine Lord", Buch "Hitlerjunge Quex", englisches Wörterbuch, Bilderalbum "Deutsche Geschichte", "Nagelgarnitur", Kalender, Pullover, Handschuhe, Überziehsocken), Geschenke von Hanno für seine Mutter (Nähkasten zum Auseinanderziehen, Volks-Brockhaus), 30. Dez. 1939; Luftangriff auf Köln am 10. März 1940, "Wir gehen bei Alarm jetzt immer nebenan in einen ziemlich sicheren Luftschutzkeller, er ist vor allen Dingen geheizt. Unser Keller soll jetzt noch von der Stadt vorschriftsmäßig hergerichtet werden. Es ist schade, daß wir wegen Opa jetzt nicht fortkönnen. Mutti möchte uns zu unserer Sicherheit wieder in ein Kinderheim stecken aber ich streike, denn da ist man nicht frei, sondern immer unter Aufsicht. Das habe ich schon oft mitgemacht, aber jetzt gefällt es mir nicht mehr.", 29. März 1940; Geburtstagsglückwünsche: "Ich hätte dir so gerne eine Schachtel Pralinen geschenkt, aber nirgendwo gab es eine. Ich habe in einem Geschäft eine versprochen bekommen, diese sende ich Dir nach.", 15. Apr. 1940; "Am Samstag hatten wir vom Jungvolk Reichssportwettkampf. Wir waren den ganzen Tag im Stadion. Wir trieben Sport im Laufen, werfen, Schwimmen und Springen. Es war ein sehr heißer Tag, ich habe mir einen schweren Sonnenbrand geholt. Mein Rücken brennt mir so schmerzhaft, das [!] ich nur ein leichtes Hemd anziehen kann und im Bett bleiben muß. Kurz vor Pfingsten wurden wir in der Schule zum zweiten male [!] gegen Diphtherie geimpft. Danach bekam ich hohes Fieber und eine tüchtige Erkältung und lag über zwei Wochen zu Bett. Es wurde nicht so schnell besser, weil wir wegen Fliegergefahr in den kalten Keller mußten. Gestern war es das 12. Mal. Es ist immer eine furchtbare Knallerei von der Flak. Gestern Nacht wurden wir durch einen sehr lauten Knall geweckt, kurz darauf gingen erst die Sirenen. Wir saßen 2 1/2 Stunden im Keller. [...] Wenn Fliegeralarm ist weckt die Mutti mich und [ich] wecke den Opa. Wir ziehen uns schnell an und gehen mit der Gasmaske in den Keller. Morgens brauchen wir dann erst eine Stunde später zur Schule. Ausgeschlafen haben wir aber nie. Hoffentlich ist der Krieg bald zu Ende.", 27. Mai 1940; Geburtstageschenke (von Mutter: Uhr, Spielemagazin, Buch, 6 M Reisegeld; von Tante Emmy: 3 Taschentücher, ein Tischgedeck), 13. Juli 1940 (aus Oberstdorf); vier Fliegeralarm in einer Nacht, 7. Nov. 1940; Dank für Weihnachtsgeschenke (Portemonnaie, Schreibpapier, Briefmarkendöschen, Notizbuch, Baupläne), weitere Weihnachtsgeschenke (blaues Wellensittichpärchen mit Käfig, Buch "Das neue Universum", Germanische Götter- und Heldensagen, Briefmarken vom Winterhilfswerk 1940, Kalender), Weihnachtsgeschenk für Opa (grüner Wellensittich), Weihnachtsgeschenk von Opa ("ein schönes großes Radio mit allen Sendern"), 28. Dez. 1940; "Gisela muss bis Samstag dieser Woche eine Ahnentafel herstellen, aber sie weiss nicht wie Deine und unseres Grossvaters Eltern hiessen und welchen Beruf sie hatten. Schreibe ihr das doch bitte.", 23. Febr. 1941; Bitte um Mantelstoff, 4. Mai 1941
Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.