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Inventare des Professors Schuckard, Unterfasz. 7: Kasten M
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Verzeichnis der in Kasten M gelagerten Naturalien und Exotica.
Das Inventar enthält Inventur-, Verlust- und Schadensvermerke in braunem Holzstift. Die darin dokumentierten Bestandsverluste werden in einem gesonderten Verzeichnis von 1754 (A 20 a Bü 49 Nr. 10) in Reinschrift aufgelistet und sind in den Inventaren von 1753/54 berücksichtigt worden (speziell zu Kasten M vgl. A 20 a Bü 46). Wahrscheinlich sind die Vermerke daher in den Kontext einer um 1753/54 zum Zweck der Erstellung eines aktualisierten Verzeichnisses durchgeführten Inventur einzuordnen.dd
Vgl. die späteren Inventare, Zugangs- und Abgangsverzeichnisse zu Kasten M in A 20 a Bü 35 Nr. 3, Bü 46, Bü 49 Nr.10, Bü 76. Zur Anlegung dieser Inventarserie vgl. die Geschäftsführungsakten in A 20 a Bü 183.
Die verzeichneten Objekte sind nach Lagerort gegliedert und zum Teil nummeriert:
a) "Oben auf dem Kasten" (S. 1)
- Zoologische Präparate (Landtiere);
- ein Blatt von einem exotischen Baum.
b) Erstes Fach (S. 2-3)
- Geweihe und Hörner.
c) Zweites Fach (S. 4-6)
- Zoologische Präparate (Wasser- und Landtiere), Geweihe (davon fünf per Randvermerk um 1753/54 als Verluste bezeichnet).
d) Drittes Fach (S. 7-13)
- 'Indianischer' Schmuck aus Tierzähnen, eine Hutschnur aus Schlangenwirbeln;
- zoologische Präparate (Wasser- und Landtiere, Vögel);
- eine Schnitzerei in einer Walnussschale;
- Mineralien, Steine und Proben von Terra Sigillata (davon drei Items per Randvermerk um 1753/54 als Verluste bezeichnet);
- botanische Präparate (botanische Zeichnungen; Wurzeln, Rinde, Früchte, Blätter, u.a. Kokosnüsse, Rosen von Jericho; davon fünf Stücke per Randvermerk um 1753/54 als Verlust bezeichnet);
- exotisches Brot (u.a. Zwieback aus Marokko, das der Stuttgarter Samuel Becher der Kunstkammer gestiftet hat);
- menschliche Haarproben (u.a. von indigenen Frauen vom Kap der Guten Hoffnung, mitgebracht durch 'Hauptmann Seitz');
- chinesische Fächer, ein chinesisches Büchslein aus Porzellan (letzteres per Randvermerk um 1753/54 als Verlust bezeichnet);
- ein Hosenknopf samt einem Balsambüchslein aus Büffelhorn von "der Insul Manille" (d.h. Luzon, Philippinen);
- weitere Reiseandenken und Reliquien (Schleim aus dem Nil, Pfeffer aus Java, Zedernholz und -harz vom Berg Libanon, Holz von Francis Drakes Schiff, Zähne der Stifter des Klosters Lorch, Pech aus dem Toten Meer).
e) Viertes Fach (S. 14-16)
- Ein Einhornschädel mit Horn;
- 'indianische' Musikinstrumente;
- Kokosnüsse, Blätter und Stengel von exotischen Pflanzen (u.a. Palmenblätter, die"von dem Secretario Schickard in die Kunstkammer verehret" wurden (evtl. Lukas Schickhardt, Rentkammersekretär, 1603-1651?); ein Stück per Randvermerk um 1753/54 als Verlust bezeichnet);
- Tiergebisse;
- Abbildungen der "Hottentotten", ebenfalls "von Statthauptman Seitzen" mitgebracht (per Randvermerk um 1753/54 als Verlust bezeichnet);
- polnisches Salz aus "Velisca" (d.h. Wieliczka), das 'der Prälat Osiander' (d.h. Johann Osiander, 1657-1724) von einer Gesandtschaft an den polnischen Hof in Angelegenheiten des Prinzen Friedrich Ludwig Herzog zu Württemberg mitgebracht und 1714 dem Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg für seine Kunstkammer gestiftet hat (S. 16).
f) Fünftes Fach (S. 17-19)
- 'Indianische' Gebrauchs- und Ziergegenstände (Körbe, Kopfschmuck);
- zoologische Präparate (Vögel);
- botanische Präparate (Flaschenkürbisse, Schnur aus Manilahanf);
- europäische und exotische Schuhe aus Leder, Samt, Atlas und Holz, u.a. die Pantoffeln des Herzogs von Mirandola (d.h. Francesco Maria Pico della Mirandola, 1668-1747), die "Printz Alexander" (d.h. der spätere Herzog Karl Alexander von Württemberg, 1684-1737) aus dessen Schloss mitnahm, als es (1711?) eingenommen wurde. g) Objekte in "Schächtelein" im dritten Fach (S. 20-22)
- kleinere botanische und zoologische Präparate (u.a. ausgestopfte Vögel samt Nest und Eiern, die Prinz Friedrich Ludwig von Württemberg im Jahr 1716 von einer Reise mitgebracht hat; fünf Stücke per Randvermerk um 1753/54 als Verluste, zwei als unvollständig bezeichnet).
NB zur Datierung: Nachtrag in unbekannter Hand vom 20. Juni 1727 (S. 8)
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.