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Schreiben von Paul Hans Hugo Stallmann und seiner Ehefrau Luise (Lilly) geb. Meier aus Minden an seinen Bruder Oswald Stallmann
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Stadt Minden WN 27 Nachlass Oswald Stallmann, Nr. 12
Stadt Minden WN 27 Nachlass Oswald Stallmann Nachlass Oswald Stallmann
Nachlass Oswald Stallmann
1939
Enthält u.a.: Paul: "Das polnische Heer liegt nun zerschlagen am Boden. Unsere Truppen haben doch Großes geleistet. Man muß doch immer wieder dankbar zurückschauen auf alle die Glanzleistung unseres Heeres. Habt Ihr die Rede des Führers auch angehört. Es waren doch markante Worte und nicht miß zu verstehen [!]. Hoffentlich wird England und Frankreich bald einsehen lernen, daß sie mit Deutschland nicht spaßen können. Der Führer hat der Welt noch einmal klipp und klar gezeigt, wer die Schuld an allem trägt. Die Welt wird doch wohl bald erkennen, daß die Briten nur Dumme als Kanonenfutter suchen. Es ist doch wirklich unverantwortlich, daß England so viel junges Menschenleben in den Tod hetzt. Möge der allmächtige Gott doch diesem Frevel ein Halt [!] gebieten. […] Willy ist ja auch zum zivilen Luftschutz einberufen, da muß er nun 24 Std. Dienst machen, und 24 Std. Ruhe. So steht alles für des Reiches Schutz auf seinem Platz.", 21. Sept. 1939; Lilly: "Wie dankbar waren wir für die Nachricht, daß Du dort in einer innigen Gemeinschaft mit den Kameraden lebst, ich finde es ist eine besondere Gnade wem dies zuteil wird. Heute ist nun wieder Sonntag, unsere Uhr zeigt gerade 17.00 Uhr. Seit 16 Uhr sitzen wir nun ununterbrochen am Rundfunkt, denn es ist ja heute das erste Wunschkonzert unserer Soldaten. […] Und nun sind auch inzwischen die Klänge des Konzerts verklungen, es war ein feiner Austausch zwischen Front und Heimat, die Krönung aber war doch wohl die, daß nicht nur unsere Soldaten wünschen durften, sondern daß auch ein Anruf über die Schweiz von franz. Offizieren und Soldaten kam und sie um ein besonderes Musikstück baten. Habt auch Ihr wohl am Lautsprecher gesessen und der Stimme der Heimat gelauscht?", 29. Sept. 1939; Paul: "Das neue Abkommen mit Moskau ist doch wirklich schön. England und Frankreich bekommt nun noch einmal Gelegenheit, den Frieden zu suchen und sich auf die Folgen zu besinnen, die daraus entstehen, wenn sie nach dieser letzten Aufforderung Deutschlands u. Rußlands nicht antworten oder das Anerbieten annehmen. Vor der ganzen Welt ist dann ganz klar erwiesen, daß nur England es ist, das den Krieg gewollt hat. Doch hoffen wir das Beste. […] Vor ein paar Tagen haben die Flieger bei Osnabrück ein englisches Flugzeug abgeschossen. Wer nicht hören will muß fühlen.", 30. Sept. 1939; Paul: "hoffentlich hat das Abkommen mit Rußland bei den Westmächten die nötige Einsicht erreicht. Hoffentlich wird das Volk dieser beiden Mächte einsehen lernen, daß es von ihren Kriegshetzern belogen und betrogen ist. Wenn die Westmächte nun nicht einsehen lernen oder wollen, daß Deutschland von ihnen nichts will, und weiter die Unsinnigkeit ihres Bemühens nicht einsehen wollen, dann ist ihnen leider nicht mehr zu helfen, und die Schuld an einem daraus entstehenden Kriege wird auf ihr Haupt kommen. Wir wollen aber das Allerbeste hoffen, und abwarten, was uns nun die folgende Woche bringen wird.", [Ende Sept. / Anfang Okt. 1939]; Paul: "Wann wird nun der Franzose und der Engländer doch die Unsinnigkeit ihrer Handlungsweise einsehen? Herr Chamberlain scheint ja noch große Rosinen im Kopf zu haben. Doch das franz. Volk will ja nicht. Hoffentlich wird der kl. Mann in Frankreich doch Herr der Situation werden.", 4. Okt. 1939; Paul: "Morgen mittag um 12 Uhr spricht der Führer nun vor dem Reichstag zum deutschen Volk. Hoffentlich wird England sich nun doch bald bequemen einzulenken. Vor einigen Tagen haben sie bei Petershagen einen engl. Aufklärer abgeschossen. 2 Mann der Besatzung verbrannten im Flugzeug, während ein Mann sich durch Fallschirmabsprung retten konnte. Dieser Mann soll gesagt haben, daß jeder englische Flieger bedauert würde von den Kameraden, der Befehl bekäme, nach Deutschland zu fliegen. Man käme nach Deutschland schon herein, doch an ein Rauskommen wäre nicht zu denken. Na kann nichts schaden, wenn das Volk einmal erkennt, wen es vor sich hat. […] Wir hören immer die Frontberichte. Es ist doch ganz schlimm, wie das Volk verhetzt ist. Und das kommt alles auf das Konto des Engländers.", 5. Okt. 1939; Paul: "Heute mittag hat ja nun auch der Führer vor dem Reichstag gesprochen. Wir haben auch im Gemeinschaftsempfang mitgehört. Es ist doch erhebend, so einen Führer zu haben. Wie wird sich England u. Frankreich nun stellen? Werden sie einmal in sich gehen, und einsehen lernen, welch ein Unsinn es ist, das Leben so vieler junger Menschen auf Spiel zu setzen. Doch die Gedanken kommen ihnen scheinbar nicht, oder wollen sie auch garnicht kommen lassen. Wir werden alles der Führung unsres Gottes überlassen. Er vermag auch die Herzen zu lenken wie Wasserbäche, und vor Seinem Willen muß auch das verhärte[t]ste Herz zerbrechen. Der Führer hat heute das letzte Wort an die Westmächte gerichtet, es wird nun dort liegen, zu entscheiden über Krieg u. Frieden. Von unserer Behörde sind auch ungefähr 10-12 Mann eingezogen. So geht es einer nach dem andern hin: Es muß ja sein für Deutschlands Wohl.", 6. Okt. 1939; Paul: "Morgen ist Sonntag; es sollte eigentlich Eintopfsonntag sein. Er ist nun bis zum 22 Oktober verschoben. Ich mußte heute im Block für eventuelle Flüchtlinge werben. Ob wir jemals Flüchtlinge bekommen werden, ist noch sehr zweifelhaft. Hoffen wir, daß der Krieg bald vorbei ist, damit wir die Zimmer nicht in Anspruch zu nehmen brauchen.", 7. Okt. 1939; Paul: "Anbei senden wir Dir die Stimmpfeife. Lene hat sie Dir besorgt. Willy hat Dir auch die Partitur besorgt. […] Hoffentlich wirst du bald alles bekommen, damit Ihr Euch schöne Stunden bereiten könnt bei schönem Singen. Heute abend [!] ist das dritte Wunschkonzert der Wehrmacht. Habt Ihr auch schon mitgehört. Wir haben stets gelauscht ob nicht ein bekannter Name genannt würde. Es ist doch eine schöne Einrichtung des Rundfunks. Es ist doch gewissermaßen eine Verbindung der Front mit der Heimat.", 8. Okt. 1939; Paul: "Hoffentlich wird bald der ersehnte Frieden da sein, damit das Blutvergießen aufhört.", 9. Okt. 1939; Paul: "Heute abend [!] spricht Chamberlain vor dem Unterhaus. Was wird er sagen, und was für eine Stellung wird er zur Führerrede nehmen. Man kann garnicht [!] glauben, daß er sich dem Friedenswillen des Führers verschließen kann. Heute abend [!] ist auch Wehrmachtswunschkonzert. Da werden wir wieder lauschen, was sich unsere Soldaten gewünscht haben.", 11. Okt. 1939; Paul: "Willy hat diese Woche Dienst, und dann nächste Woche frei. So muß jeder an die Front, ob an die innere oder äußere. Habt Ihr Eure Noten schon dort, und könnt Ihr schon proben? Lilly ist heute nachmittag [!] zum Kino. Es wird der Westwall gezeigt. Er soll ja sehr nett sein. Man kann sich dann doch eher ein Bild von dem Wall machen.", 12. Okt. 1939; Lilly: "Und nun lieber Oswald will ich schließen, ich möchte schreiben in der Hoffnung daß wir uns bald wiedersehn, doch ich glaube nicht an einen baldigen Frieden mit England. Hörtest du den Führer als er das Winterhilfswerk eröffnete? Das war nicht die feste Zuversicht auf Frieden die aus seinen Worten sprach. Doch mag da kommen waß [!] will wir wollen stark sein im Glauben und nicht klein werden im Verzagen. Wir alle müssen opfern doch wir wissen ja worum es geht.", 12. Okt. 1939; Paul: "Nun sind ja scheinbar die Würfel gefallen. Herr Chamberlain hat ja in einer beleidigenden Weise dem Führer gegenüber die Friedenshand zurückgestoßen. Dann muß das stolze Albion natürlich auch die Folgen eines solchen Schrittes tragen. Deutschland hat alles versucht, um den Frieden, nach den [!] die ganze Welt verlangt herbei zu führen. Hoffentlich wird England nicht später schließlich mit gewissen [!] Humanitätsgefasel ankommen. Nur um die armen Menschen, die ihr Blut hingeben müssen, tut es mir leid. Doch die Herren Kriegshetzer u. Genossen müßten vorne vorweg. Möglichst auf vorgeschobenen Posten, damit Ihnen die Lust zum Hetzen vergeht.", 13. Okt. 1939; Paul: "Ich war nämlich heute nachmittag [!], es ist heute Beamtensonntag, zur Skala, und habe mir den Westwall angesehen. Es ist doch ein gewaltiges Werk. Die Welt mag sich, wenn es nicht anders will, die Köpfe blutig rennen an den gewaltigen Eisenbahnwall.", 14. Okt. 1939; Paul: Dank für Geburtstagswünsche, "Möge das kommende Lebensjahr uns doch den von uns stets gewollten Frieden bringen. Auch England hat ja nun die Friedenshand des Führers zurückgestoßen. Nun heißt es sich dessen zu wehren womit man uns angreifen will. Was nun noch alles kommen mag, wir müssen als ein Mann stehen hinter unserm Führer. Gestern mußte ich mich auch wieder melden bei der Polizeibehörde. Es war durch die Tageszeitungen bekanntgemacht, daß sich alle Wehrpflichtigen der Landwehr II melden müßten. Was daß nun auf sich hat, weiß ich auch nicht. Heute hat man im Westen auch wieder 3 französische Flieger abgeschossen, und ein schweres englisches Kriegsschiff. So muß eins nach dem andern daran glauben. […] Heute wird ja die erste W.H.W.-Sammlung durchgeführt. Möchte doch jeder Deutsche sich der Notwendigkeit u. Wichtigkeit seiner Spende bewußt werden, und möge der Feldzug gegen Hunger und Kälte mit einem durchschlagen[den] Erfolg gekrönt werden. Der Feind darf nicht etwas gewinnen. Die innere Front muß sich der Front vor dem Feind würdig zeigen.", 14. Okt. 1939; Paul: "Im Westen geht der Feind ja wieder zurück. Hoffentlich wird dieses Zurückgehen so zu werten sein, daß es für uns von Wert ist. Ganz Deutschland steht noch unter dem Sieg im Hafen von Scapa-Flow. Da hat unsere U Bootwaffe eine Glanztat von Schneid und Tüchtigkeit gezeigt. Hoffentlich wird England ein bischen [!] das Kriegshetzen verlernen, und erkennen, daß es nicht mehr das Land ist, das durch seine geograph. Lage begünstigt ist. Inseln gibt es nach den Worten des Führers nicht mehr.", 19. Okt. 1939; Paul: "Heute ist Sonnabend, da habe ich Eintopf gesammelt; das heißt nicht mehr Eintopfsonntag, sondern Opfersonntag. Ich bin mit dem Resultat in meinem Block ganz gut zufrieden. Ich habe so rund 32 Mk gesammelt. Das ist doch ein ganz gutes Resultat. Man macht es ja auch ganz gern, weiß man doch, was davon für Deutschland abhängt. Es geht doch nur um Deutschland u. immer wieder um Deutschland. Wenn jeder seine Pflicht tut in dieser Hinsicht, dann muß alles gut gehen, und Deutschland wird nie untergehen.", 21. Okt. 1939; Paul: "In der Zeitung die ich schicke wirst Du allerhand neue Sachen finden. Das "Athenia"-Attentat ist darin so recht auseinandergesetzt; und die Schuld Churchill[s] so recht bewiesen.", 22. Okt. 1939; Paul: "Heute morgen kam hier nach Minden ein großer Transport polnischer Pferde. Das Herz dreht sich im Leibe um, wenn man die armen Tiere sah. Vollständig fast bis zum Skelett abgemagert. So schlägt der Krieg auch an der unschuldigen Kreatur seine Male.", 26. Okt. 1939; Lilly: "Wir waren, ich muß wohl sagen sehr aufgeregt in der letzten Woche, denn denke nur 2 Zeitungspäckchen, 1 von Lene und Paul und auch mein Päckchen mit den Strümpfen kam wieder zurück, daß aber mit der Wurst sogar zwei mal und wir wußten nicht warum. Daß wir da sehnsüchtig auf Nachricht warteten, daß [!] lieber Oswald kannst Du Dir ja denken. […] Ein Päckchen mit Kerzen ist muß auch wohl noch unterwegs sein es läuft schon solange, doch auch damit muß man rechnen daß etwas verloren geht. Oft beschäftigen sich unsere Gedanken damit wie wohl dies Land dort aussieht, aber ich glaube wir können es garnicht [!] ermessen denn dies Judenland hat gewiß [!] sein besonderes Gesicht und es hat sich gezeigt, waß [!]für Kräfte und Eigenschaft in diesem Volke schlummern. Dein heutiger Brief der hat uns so recht erschüttert, wie hat uns das Geschick Deines Kameraden ergriffen, wie wird man um ihn trauern in seiner Familie ach, man darf da garnicht [!] drüber nachdenken, und doch das Leid unsers Volkes wird zu dem Leid eines jeden von uns, wir alle tragen mit. Ja der Krieg ist noch nicht vorbei wenn die Kanonen nicht mehr knallen die ganze Größe und das Leide die rollen erst viel später auf.", 30. Okt. 1939; Paul: "Karl-Oswald kommt dann nach Polen. Hoffentlich kommt er nicht gerade in eine Gegend, wo sich der kulturelle Tiefstand besonders auswirkt. Ich möchte ihm wünschen, daß er noch recht lange in Ruhe bleibt, und von den Schrecknissen des Krieges noch recht lange verschont bleibt. […] Heute hat Otto auch ein Paket an Liesbeth geschickt. Rate einmal, was darin war? Ein Hase. Sonntag gibt es nun Hasenbraten. Ist einmal wieder was anders. Lieber Oswald, daß Ihr in Eurer Kompagnie den ersten Toten hattet, tut uns sehr leid. Das ist der Krieg. Fern von all' den Lieben mußte er nun die Augen schließen. Es muß hart sein, so ganz ohne die Seinen Abschied zu nehmen von der Welt. Doch es ist Krieg, und man muß sich in das Unabänderliche fügen. Einmal wird auch der Friede wieder da sein, und Deutschland wird dann hoffentlich von dem Weltfeind und den Kriegshetzern befreit sein.", 31. Okt. 1939; Paul: "Es ist heute Sonntag. Er geht zu Ende. Heute waren wir zur Messe. Ich habe ja schon manche schlecht beschickte Messe gesehen, doch diese Herbstmesse ist so trostlos, nur einige Verkaufsstände, keine Karussel [!], Schaubuden oder sonstige Sachen. Eine halbe Reihe Verkaufsbuden. Unser Jochen war ganz enttäuscht, daß keine Kinderkarussel [!] da waren. Heute wurden auch Schwerter verkauft. Es scheint ja allerhand zusammen gekommen zu sein. Na wir können das Geld in Deutschland ja auch gebrauchen. Wir dürfen in der Front der Heimat doch nicht wanken. Der Feind muß erkennen, daß er ein geeintes Volk vor sich hat, das entschlossen ist, alles zu tun, was in seinen Kräften steht.", 5. Nov. 1939; Paul: "Alles steht noch unter dem Eindruck der Ereignisse in München. Was wird werden? Es wäre schade, wenn diese Verbrecher entkommen würden. Man kennt ja die Leute, auf deren Geheiß diese verdammungswürdige Tag vollbracht wurde.", 10. Nov. 1939; Paul: "Was wird nun wohl im Westen werden? Werden England und Frankreich sich besinnen und doch noch die Friedenshand des Führers ergreifen? Die nächsten Tage werden es lehren.", 10. Nov. 1939; Paul: "Deine Gans ist gut in unsern Besitz gekommen, und hat uns bereits gut geschmeckt. […] Was wird England u. Frankreich machen. England wird wohl die Auswirkungen des Attentats noch zu spüren bekommen. Die ganze Welt ist empört ob solch' einer feigen, verbrecherischen Tat. Hoffentlich gelingt es, die Verbrecher zu verhaften. Karl-Oswald schrieb uns gestern auch über seine Fahrt ins Polenland, sowie die Eindrücke […]. Es muss ein ganz kulturell tiefstehendes Volk sein. Und unter solch einem Volke zu leben muß doch schlimm sein.", 13. Nov. 1939; Paul: "Du schreibst von dem Heldenfriedhof dort. Es muß doch sehr ergreifend sein, so an den Gräbern unserer Helden zu stehen. Auch sie werden Zeichen der Anklage gegen England sein. Wie ist denn so die Stimmung bei den Polen dort. Sind sie immer noch so deutschfeindlich?", 15. Nov. 1939; Lilly: Eindrücke von Karl-Oswald Koch in Polen: "Über die ersten Eindrücke in Polen schreibt er: Dies Volk ist schmutzig, faul und falsch wie die Nacht, aus der Kaserne mußten sie ausrücken sonst wären andere, (so platte Tiere) mit ihnen ausgerückt. Ja er wird noch andere Erfahrungen dort machen.", 24. Nov. 1939; Paul: "Hier ist augenblicklich nur Regen und immer wieder Regen. Die Weser steigt immer mehr. Wenn es so weiter regnet, dann werden die franz. Bunker noch mehr versaufen.", 27. Nov. 1939; Paul: "Gestern hat nun Kapitänleutnant Prien wieder einen brit. Großes [!] Kreuzer der Londonklasse östlich der Chetland-Inseln [!] torpediert. So wird England erkennen müssen, das [!] Deutschland der Beherrscher der Nordsee und des Nordatlantik ist. Das stolze Albion. Hoffentlich wird das englische Volk bald einsehen, was für Verbrecher an ihrer Spitze stehen. Hier ist ein Wetter. Regen u. immer wieder Regen. Die Weser steigt immer. Das Wasser steht schon bis an die Mauer der Tränke. Auch die Chausee nach Neesen steht auch unter Wasser.", 29. Nov. 1939; Paul: "Noch ganz unter dem Glanze des Weihnachtsfestes stehend, wollen wir doch die Feiertage nicht vorüber gehen lassen, um Dir nicht herzlich die Hände zu drücken. Lieber Oswald, wir danken Dir recht herzlich für alle schönen Geschenke. Ich war ganz sprachlos, als ich den reichen Gabentisch sah. Unser Jochen war garnicht [!] von der Eisenbahn wegzuschlagen; und es gelingt stets nur unter Tränen. Wenn er mit seinem Leiterauto spiel, und es kommt dann nur die Rede auf die Eisenbahn, dann läßt er alles stehen und liegen, und die Eisenbahn muß her. Eine größere Freude konntest Du nicht bereiten. Nur schade, daß Du lieber Oswald nicht selbst die strahlenden Augen sehen konntest. Die Bahn wird ihn [!] u. auch mir viel Freude bereiten. Auch die Büste von unserm Führer hat mir ganz ausgezeichnet gefallen. Ich danke Dir recht herzlich dafür. Der Koffer für Lilly hat auch große Freude bereitet, da wir uns schon lange einen Koffer gewünscht haben. Du siehst, wie gut Du alles getroffen hast. Lieber Oswald auch der Festbraten ist in unsern Besitz gekommen, und hat uns sehr gut gemundet habe recht herzl. Dank dafür. Nun will ich Dir noch etwas erzählen, was der Weihnachtsmann außerdem bei uns abgeladen hat: Von Lilly habe ich einen Schirm, 1 Mütze u. 1 Flasche Maggi bekommen. Lilly von mir ja die Küchenwaage. Außerdem hat Lilly von Martha u. Lene einen Schirm. Die Geschenke der Mädel werden sie Dir wohl selbst berichten. Wir waren alle Feiertage zusammen, und haben viel an Dich gedacht. […] Wie habt Ihr denn Eure Weihnachtsfeier verlebt? War bei Euch auch der Weihnachtsmann? Auch bei Willy im Dienst war Weihnachtsfeier. Er mußte Heiligabend auf Wache ziehen. Es paßte Mariechen ja auch nicht. Sie muß ja nun allein nach Pium. […] So gehen die Festtage dahin, und bald ist das Jahr vergangen. Ein neues wird anbrechen. Was wird es uns bringen? Hoffen wir auf einen baldigen Frieden, der die Völker auf lange Zeit, wenn möglich für immer befrieden wird. Möge dieses doch der Wunsch aller sein.", 26. Dez. 1939
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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