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Vorwort: Der Bestand "Fliegerbeobachterschule Schleißheim, Bildmappen" ist identisch mit dem Bestand "Fliegerbeobachterschule Schleißheim" und ergänzt lediglich die Verzeichnung auf Einzelbildebene ("Fliegerbeobachterschule Schleißheim", Bestellnummern 1-8397) durch die Verzeichnung auf Mappenebene ("Fliegerbeobachterschule Schleißheim, Bildmappen", Bestellnummern 1-44). Der Bestand umfasst mehr als 10.000 Luftaufnahmen Bayerns aus den Jahren 1914 bis 1918. Sie sind der Rest einer umfangreichen Überlieferung der bayerischen Fliegerbeobachterschule, deren Akten zusammen mit dem Schriftgut aller bayerischen Luftschiffer und Fliegertruppen 1938/39 an den Generalstab der Luftwaffe nach Berlin abgeliefert werden mussten, wo es bis auf wenige hundert Nummern verloren gegangen ist (vgl. dazu das Repertorium zum Bestand "Kraftfahr- und Fliegertruppen (WK)"). Die Bilder wurden in den Jahren 1989/90 geordnet und in 44 Einheiten zusammengefasst (originale Bildmappen, Tätigkeitsberichte in Bandform und Sammelkartons mit Bildmeldungen). Diese bilden zugleich die Grundlage für die Gliederung des Findmittels. Die Verzeichnung der Luftaufnahmen folgt den vorgegebenen Angaben: Bildnummer, Datum, Objekt, Name des Beobachters. Diese Bildmeldungen bestehen aus einem gedruckten Formblatt für die datierte, in der Regel beschriftete und mit Nordpfeil gekennzeichnete Luftaufnahme mit einer Reihe von Angaben, die seit der preußischen Dienstvorschrift (T.D.V.E. Nr. 59) aus dem Jahr 1913 ("Photographieren aus Flugzeugen") vorgeschrieben, auch von Bayern übernommen und bis 1918 mehrfach wiederholt worden sind: Belichtungszeit, Blende, Wetter, Flughöhe, Verwendung der "Gelbscheibe", Brennweite, Aufnahmewinkel und Tageszeit. Hinzu kommen die Namen des Flugzeugführers und des (fotografierenden) Beobachters. Die Abzüge zeigen in der Regel das Format 7 x 11 cm, was auf die Verwendung der damals üblichen Plattenformate 9 x 13 cm und von Handkameras mit Brennweite 25 cm schließen lässt. Im Verlaufe des Krieges wurden auch Plattengrößen von 13 x 18 cm und mehr eingesetzt, Brennweiten von 50 bis 125 cm verwendet. Die vorliegenden Aufnahmen wurden sämtlich freihändig geschossen. Das gilt auch für die Reihenbilder, wie unregelmäßige Bildabstände und unterschiedliche Verkantungen erkennen lassen. Die Bilder wurden sämtlich auf Übungsflügen im Rahmen der Flugzeug-Beobachterausbildung aufgenommen. Demzufolge sind viele Fotos den militärisch wichtigen Objekten, wie Bahnhöfen, Brücken und Straßenabschnitten, Fabriken, Kasernen und Übungsplätzen, gewidmet, darunter auch den während des Weltkrieges um München und Augsburg aufgestellten Flakbatterien. Die meisten Aufnahmen halten jedoch Weiler, Dörfer, Märkte und Städte, auch Landschaftsabschnitte (in Schrägaufnahmen) fest. Am häufigsten waren Ausbildungsflüge im Münchner Umland zwischen Wolfratshausen und Freising, Landshut und Augsburg. Zur ersten Orientierung wurden dem Findbuch Kartenausschnitte beigegeben, auf denen die abgelichteten Orte farbig hervorgehoben worden sind. Darüber hinaus stammen einzelne Aufnahmen von Fernflügen bis Passau, Cham, Kulmbach, Hammelburg, Ulm und an den Bodensee. Die Anfänge des Beobachtens und Fotografierens aus der Luft setzen zeitgleich mit der Aufstellung der bayerischen Luftschiffer-Lehrabteilung am 01.04.1890 auf dem Oberwiesenfeld bei München ein. Damals wurde aus Fesselballonen fotografiert, seit 1912 - Gründung des bayerischen "Fliegerkommandos" - aus frühen Flugmaschinen. In diesem Jahr begann auch der erste Beobachter-Lehrgang (20.03.-14.05.1912), dem sich bis zum Kriegsbeginn neun weitere Kurse anschlossen. Seit 1914 erfolgte die Ausbildung in Oberschleißheim, wo auf dem Gelände des (militärischen) Remontedepots schon 1912 das bayerische Fliegerzentrum entstand. Vom ersten Kriegslehrgang ab 01.10.1914 bis zum November 1918 fanden hier 31 Ausbildungskurse statt, zum Teil mit mehr als 40 teilnehmenden Offizieren. Anfangs Bestandteil der allgemeinen Fliegerausbildung, wurden die Kurse am 06.05.1916 organisatorisch abgetrennt und als eigene Beobachterschule der Fliegerersatzabteilung Schleißheim (FEA) unterstellt. Im letzten Kriegsjahr mussten wegen Raummangels einzelne Kurse auf das Lechfeld ausgelagert werden, wo nach ersten Anfängen im Jahre 1912 während des Krieges die zweite von insgesamt sieben bayerischen Fliegerschulen eingerichtet worden ist. In Lager Lechfeld entstand am 27.10.1916, weil der enorme Personalbedarf nicht mehr durch Umschulung von Offizieren anderer Waffengattungen zu decken war, eine zweite, selbständige Beobachterschule der Bayerischen Armee, die "MG-Schützen-Schule", seit August 1917 "Flieger-Schützen-Schule" genannt. Sie ermöglichte Mannschaften und Unteroffizieren bei vereinfachtem Lehrstoff die Ausbildung zu Beobachtern. Die Ähnlichkeit der Bildmeldungen der Schleißheimer und der Lechfeld-Schule findet darin ihre Erklärung (vgl. dazu den Bildbestand "Lager Lechfeld"). Das Bildgut der (Offiziers-)Beobachterschule Schleißheim verblieb, soweit es nicht nach der Gründung der "Lichtbildstelle" (LIBIST) der Fliegerersatzabteilung am 08.08.1917 zum Aufbau einer zentralen Lehrsammlung für die bayerischen Beobachter- und Fliegerschulen verwendet worden ist, nach Kriegsende zunächst in der Registratur der Beobachterschule. Im Zuge der Demobilmachung wurden alle Aufnahmen, Glasplatten und Abzüge (Positive) im "Flieger-Archiv", dem "Bildarchiv" der Abwicklungsstelle der Inspektion des Militär-Luftfahrwesens, in Schleißheim vereinigt. Die Sammlung wurde am 01.04.1921 dem Kriegsarchiv übergeben. Was an originalen Glasplatten die Nachkriegswirren überstanden hatte, war in der Masse allerdings schon 1919 der neugegründeten "Luftbildgesellschaft" (Lbg) übergeben worden, einer "Verwertungsgesellschaft für das Lichtbildwesen", die damals die Verkaufs- und Vertriebsrechte an allen Aufnahmen erhalten hatte. Als die Firma - wohl vor 1930 - schloss, konnte das Kriegsarchiv neben Glasplatten und Abzügen der Übungsfliegerabteilung Sonthofen auch die verbliebenen Glasnegative der Beobachterschule Schleißheim übernehmen (100-200 Platten). Die übrigen bleiben wohl für immer verschollen. Mit Hilfe moderner Reproduktionstechnik, die Vervielfältigungen der Bildmeldungen fast ohne Qualitätsverlust erlaubt, lässt sich der Verlust aber verschmerzen. Eine ausführliche Darstellung über die Ausbildung der bayerischen Fliegerbeobachter und ihre Schulen findet sich in den "Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern" 32 (1991). München, im Februar 1991 Rainer Braun Das maschinenschriftliche Findmittel von 1991 wurde 2014 im Rahmen eines von der DFG geförderten Projekts unter Anleitung des Unterzeichneten retrokonvertiert. Umfassende Prüf- und Korrekturarbeiten wurden von Birgit Messerer M.A. und dem Unterzeichneten geleistet. 2015/16 wurden von Dr. Alexandra Risse zahlreiche weitere Luftaufnahmen adäquat verzeichnet und die Bildmeldungen fortlaufend nummeriert. München, 05.04.2016 Johannes Moosdiele-Hitzler M.A. Archivrat
Fliegerbeobachterschule Schleißheim, Bildmappen
44
Bestand
Bilder
ger
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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