Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
46. Infanterie-Division (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946 >> Reichsheer und Heer >> Kommandobehörden, Verbände und Einheiten >> Divisionen >> Infanterie-Divisionen
1939-1943
Geschichte des Bestandsbildners: Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. 5, Seite 133-134, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
46. Infanterie-Division
(WK XIII, E 72 Karlsbad, 1944 E 42 Bayreuth)
24.11.1938 in Karlsbad, WK XIII; 26.8.1939 mobil mit
Inf. Rgt. 42 Bayreuth I.-III.
Inf. Rgt. 72 Karlsbad I.-III.
Inf. Rgt. 97 Eger I.-III.
Art. Rgt. 115 Bayreuth I. mit I., II. und III./AR 114
Von der Division wurde das ganze Inf. Rgt. 97, die III./Art.Rgt.114, Aufkl. Abt. 46 und Pion. Btl. 88 erst bei Mobilmachung errichtet. Der Stab/Art. Rgt. 114 bestand nicht; der Stab des Art. Rgt. 115 führte die drei leichten Abt. 114 und die schwere 115 bis zu seiner Umbenennung in 114 am 4.2.1941.
Im Januar 1940 wurde Feldersatz-Btl. 46 als I./Inf. Rgt. 330 an die 183. ID (7.Welle) abgegeben; am 1.2.1940 wurde das II./Inf.Rgt.72 als I./Inf. Rgt. 520 an die 296. Inf. Div. der 8.Welle abgegeben und ersetzt. Von der großen Umbildung aller Div. 1. Welle im Herbst 1940 wurde die nach Rumänien bestimmte Division nicht betroffen. Im März 1943 wurde die Division im Auffrischungsraum östl. Saporoshe wieder aufgefrischt. Nach der am 2.10.1943 befohlenen Umbildung in eine Div. neuer Art 44 wurden im Okt. 1943 II./42 und I./72 aufgelöst und durch die dritten Btl. ersetzt, während Gren. Rgt. 97 sein drittes Btl. auflöste, das in der FpÜ jedoch bis Kriegsende geführt wurde.
Die "Schematischen Kriegsgliederungen" setzen erst mit dem 8. Juni 1940 ein; aus dem ersten Vierteljahr 1944 fehlen sie.
Bearbeitungshinweis: Die Bestände der Divisionskommandos waren bereits im Jahr 1988 verzeichnet worden (Frau Ganser). Das hieraus im April 1988 fertiggestellte Findbuch wurde 2010 retrodigitalisiert und 2011 sowie 2015 überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Wie die Kriegstagebücher (KTB) aller anderen Verbände und Dienststellen des Heeres waren auch die KTB der Divisionen vom Mobilmachungstag (26. August 1939) an das Heeresarchiv Potsdam abzugeben, wo sie eine Zugangssignatur erhielten (anfangs getrennt nach Kriegsschauplätzen: P für Polen, W für Westen; nach Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges aber nur nach laufender Nummer) und in dieser Reihenfolge eingelagert, dann aber systematisch nach den KTB-führenden Stellen und Abteilungen in Eingangslisten erfasst wurden. Diese Listen (so genannte "Potsdam-Listen") sind erhalten geblieben. Aus ihnen geht hervor, dass noch bis Anfang bzw. Mitte 1944 Kriegstagebücher von Divisionen beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind die Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr in die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 vernichtet worden. Weitere Aktenverluste, die nur zum Teil durch Ersatzakten aus Doppelüberlieferungen aufgefüllt werden konnten, waren bereits beim Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres im Februar 1942 entstanden. Die nach Liegnitz ausgelagerten Divisionsbestände gelangten mit einem Evakuierungszug Anfang 1945 nach Thüringen, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und über Frankfurt/Main in die USA gebracht wurden. Dort wurden sie nochmals erfasst und - mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen - verfilmt. Ab 1962 erfolgte die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Die Unterlagen kamen zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, von wo sie nach deren Auflösung Anfang 1968 in die Abteilung Militärarchiv gelangten.
Akten aus der Vorkriegszeit sind bei den Infanterie-Divisionen nur in drei Ausnahmefällen in größerer Zahl überliefert: - 7., 10. und 17. Inf.Div.; diese drei Divisionen waren im Wehrkreis VII (München), bzw. im später (1937) eingerichteten, ebenfalls bayerischen Wehrkreis XIII (Nürnberg) beheimatet. Für beide Wehrkreise muss etwa Anfang 1941 eine Aktensammelaktion befohlen worden sein, ohne dass hierüber Näheres bekannt geworden wäre. Unbekannt ist auch, wo sich die Aktensammelstelle befand, in der amerikanische Truppen 1945 mehrere tausend Akten von Stäben, Truppenteilen und Dienststellen mit bayerischen Standorten aus der Zeit 1919 bis 1941 erbeuteten. Dieses Schriftgut wurde nach der Rückgabe aufgeteilt; Divisionsakten kamen in die Bestandsgruppe RH 26. Von diesen drei Ausnahmen also abgesehen, ist aus den Vorkriegsjahren praktisch nichts vorhanden; Gleiches gilt für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.
In den einzelnen Rückgaben waren enthalten:
- Sept. 1962: 1.-6. Division
- März 1963: 7.-18. Division
- Juli 1963: 19.-23. Division
- März 1964: 24.-34. und 73. bis 79. Division
- Juli 1964: 35.-72. und 81. Division
- März 1964: 82.-100. Division
- Sept. 1965: 101.-125. Division
- Mai 1966: 126.-212. und 215.-217. Division
- Juli 1966: 213. Sich. Division
- Dez. 1966: 218.-295. Division
- Mai 1967: 296.-383. Division, 999. le. Afrika-Division, Div. Brandenburg
Das Aktenmaterial aus Potsdam bzw. Liegnitz, das etwa 95 bis 98% der Bestände ausmacht, wird ergänzt durch Beuteschriftgut vom westlichen Kriegsschauplatz, das in den USA zumeist "Pseudo-Potsdam-Nummern" ab 70.000 erhalten hat, sowie durch Einzelakten aus anderen in den USA zum Teil unter Sachbetreffen gebildeten Schriftgutgruppen (z.B. „EAP") und durch Abgaben aus Privathand, darunter auch Nachkriegs-Ausarbeitungen der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army/Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer.
Die Gliederung des Aktenmaterials ist stets die gleiche:
- Stammtafeln (mit organisationsgeschichtlichen Angaben auch zu den Divisionseinheiten)
- Abteilung Ia (Führungsabteilung; auch Ausbildungsangelegenheiten)
- Abteilung Ic (Feindaufklärung, Spionage- und Sabotageabwehr, Truppenbetreuung)
- Abteilung IIa/IIb (Adjutantur: Personalwesen)
- Abteilung Ib (Quartiermeister) mit den Unterabteilungen
III (Gericht)
IVa (Intendant)
IVb (Div.Arzt)
IVc (Div.Veterinär)
IVd ev./kath. (Div. Geistliche)
- Kommandant des Div.Stabsquartiers (nur im ersten Kriegsjahr)
- Sonstige Unterlagen
Inhaltliche Charakterisierung: Ia: KTB von Mitte Okt. 1939 bis Juli 1940, von Mitte Juni 1941 (Anlagen ab Feb.) bis Mai 1942 und von Apr. bis Dez. 1943.
Ib: KTB von März 1940 bis Mitte Juni 1941 und von Ende Dez. 1941 bis Juli 1943.
Ic: Tätigkeitsbericht von März bis Juli 1940 und von Mitte Juni 1941 bis Juli 1943.
IIa: Tätigkeitsbericht von Aug. 1939 bis Juli 1940 und von Mitte Juni 1941 bis Juli 1943.
Fünf Akten aus der Vorkriegszeit sind vorhanden.
Erschließungszustand: Vollständig erschlossen
Zitierweise: BArch RH 26-46/...
46. Infanterie-Division (46. ID), 1939-1943
104 Aufbewahrungseinheiten; 3,8 laufende Meter
Bestand
deutsch
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt) Berlin: Erkennungsmarken-Verzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 7 (OKH / Heerespersonalamt, darin Verleihungsvorschläge und Verleihungslisten)
RH 53-7 (Wehrkreiskommando VII) (München)
PERS 15 Verfahrensakten von Gerichten der Reichswehr und Wehrmacht)
MSG 2 (Militärgeschichtliche Sammlung)
N 670 (Nachlass Kriebel, Karl)
N 732 (Nachlass Reissinger, Walter)
ZA 1 (Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer)
Akten:
RH 53-7/764: Einsatz Tschechoslowakei März 1939
Microfilm MFB 6/451: Abwehr feindlicher Landungen auf Kertsch Dez. 1941
Microfim, MFB 6/2990: Einsatz Krim 1942
MSG 2/11661: Übergang der 46. Inf.Div. von der Krim navh Taman-Halbinsel, 1942
ZA1/ 1451: Mattenklott, Franz: Übergang der 46. Infanterie-Div. über die Meerenge von Kertsch nach der Taman-Halbinsel am 1. und 2.9.1942 (Teil I)
ZA1/ 1570 und auf Mikrofilm MFB 6/2990: Meisel, Wilhelm: Übergang der 46. Infanterie-Div. über die Meerenge von Kertsch nach der Taman-Halbinsel am 1./ 2.9.1942
Literatur: Atzesberger, Michael (Hrsg.): Tagebuch Rußland 1.7.1941 - 13.5.1945. Kellberg bei Passau 1989
Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bd. 64
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.