Ratsältere, Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm bekennen: Vor ihnen im versammelten Rat sind die Erben des verstorbenen Präzeptors der V. Klasse des Ulmer Gymnasiums Johann Georg Greif erschienen. Es handelt sich dabei um seine Witwe Sybilla Regina geborene Otto sowie den Ulmer Stadtschreiber Johann Adam Otto und den Präzeptor der VI. Klasse des Ulmer Gymnasiums Gotthard Hafner als ihre erbetenen Beistände und als Vormünder der Kinder aus seiner ersten Ehe Konrad, Andreas und Sybilla Katharina der Apotheker Simon Schorling und der Müller auf der Isakenmühle [abgegangen, Bereich Fischergasse 17, 17/1] Johann Jakob Müller. Sie haben berichtet, dass ihnen ein 1695 mit Erlaubnis des Hospitalamts in einen Baum- und Krautgarten umgewandeltes Grundstück in Ulm vor dem Gögglinger Tor [auch Glöcklertor genannt, abgegangen Bereich nordwestlich vor Neue Straße 22] an der Donau bei der Überfahrt An der Ziegellände [Anlegestelle am linken Donauufer im Bereich der Oberen Donaubastion südwestlich der Wilhelmshöhe] gehört. Da ihnen dieses Grundstück keinen Nutzen bringt, haben sie es mit Zustimmung des Pflegamts dem Bürstenbinder und Ulmer Bürger Jakob Friedrich Herzog verkauft. Das Grundstück ist dem Heiliggeistspital in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] zehntpflichtig. Der Käufer hat ihnen dafür 620 Gulden Ulmer Stadtwährung bar bezahlt und danach um die Beurkundung des Verkaufs gebeten. Dies ist ihnen aber nicht möglich, da die Kinder aus erster Ehe noch minderjährig sind. Sie bitten daher den Rat um Hilfe. Dieser entscheidet nach Prüfung der Angelegenheit, dass der Verkauf gemäß den Bestimmungen des Ulmer Stadtrechts zum Verkehrswert des Grundstücks erfolgt ist und der Erlös auch zum Nutzen der Pfleglinge verwendet wurde. Daher kann er dem Käufer unter dem Stadtgerichtssiegel beurkundet werden und erlangt dann Rechtskraft.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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