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B01-Bestand Nachlass Alois Johannes Lippl (Bestand)
Form und Inhalt: Der Nachlass ging als Teil des Nachlasses von Hellmuth Kirchammer (NL/24) in die Bestände des Historischen Archivs über. Damals arbeiteten Lippl und Kirchammer an einer Produktion. Sie kannten sich durch ihre Zusammenarbeit für die Turmschreiber. Im Juli 2007 und im Juni 2011 übergab der Sohn, Martin Lippl, dem Historischen Archiv acht Umzugsschachteln mit Manuskripten, Textbüchern, Schriftwechseln, Drehbüchern und persönlichen Dokumenten. Die darin enthaltenen Plakate (PL.10282-10300) und Fotos (F62.1-808) wurden gesondert im Sammlungsbestand verzeichnet. Der Nachlass umfasst insgesamt 40 Archivkartons mit Manuskripten, Typoskripten, Schriftwechsel, Textbüchern, Artikeln über Werk und Person, Programmen, Einladungskarten, Zeitungs- und Zeitschriftenkritiken, Nachrufen sowie persönlichen Dokumenten, wie Hochschulzeugnisse, Tagebücher, Familienbriefe. Er reicht über den Tod Lippls hinaus bis 1993, da auch Nachrufe und Sendungen über das Wirken Lippls vorhanden sind. Ein Tonband mit Lippl-Gedichten, gelesen von Hellmuth Kirchammer, wurde dem Schallarchiv übergeben. Der überwiegende Teil enthält hand- und maschinenschriftliche Unterlagen, insbesondere Manuskripte, gedruckte Werke aus seiner Tätigkeit für den Bayerischen Rundfunk, zu Film und Theater sowie Abhandlungen, Gedichte und Erzählungen. Über die Tätigkeit als Rundfunkratsvorsitzender gibt der Nachlass nur wenig Aufschluss [NL/26.17-19], ebenso über seine Zeit als Präsident des Bayerischen Jugendrings und als Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels. Dokumentiert sind darüber hinaus seine darstellerischen bzw. dramaturgischen Anfänge in Studentenvereinigungen und den Spielscharen der Jugendbewegung. Neben Textbüchern, Manuskripten und Abhandlungen finden sich hier auch Fotos (verzeichnet unter F62.1-F62.808) sowie Realien, z.B. Karikaturen, Skizzen und Plakate (verzeichnet unter PL.10282-PL.10300), die gesondert im Sammlungsbestand des Historischen Archivs aufbewahrt werden. Zu den Besonderheiten gehören ein handschriftliches Particell von Richard Strauss vom Juni 1949, die er Alois Johannes Lippl mit Widmung geschenkt hat sowie der Original-Fragebogen des Military Government of Germany aus dem Jahr 1945. Die Dokumente wurden entklammert, sortiert und in archivgerechte Mappen und Kartons verpackt. Bedingt durch die zwei Nachlieferungen wurden gleiche Stücke teilweise unter verschiedenen Nummern abgelegt, lassen sich aber durch den Titelindex zusammenführen. Das Findbuch zum Nachlass ist unterteilt in folgende Themen:
Das Findbuch wird durch ein Personenregister und ein Sendetitelregister ergänzt. Das Sendetitelregister umfasst in diesem Fall auch Titel von Bühnenstücken oder Filmen, die nicht im Rundfunk gesendet wurden, lassen sich aber im Werk von Lippl nicht eindeutig unterscheiden, da es oft Fassungen für die Bühne, den Rundfunk und den Film gab.
Literatur:
Johanna Rösner, Alois Johannes Lippl. Darstellung seines Schaffens und Analyse der Strukturen seiner Stücke, Magisterarbeit München 1980 [B1-385];
Personenbeschreibung: Alois Johannes Lippl (1903 - 1957) war vor allem als Bühnenautor bekannt, beschäftigte sich aber auch intensiv mit Rundfunk und Film, und war später gelegentlich als Regisseur, Drehbuchautor und Dramaturg, besonders für Hörspiele, tätig. Geboren wurde Alois Johannes Lippl am 21. Juni 1903 in München. Er besuchte in München die Oberrealschule und studierte von 1922 bis 1928 Germanistik, Kunstgeschichte, Theater- und Musikwissenschaften, schloss aber ohne Zeugnis ab. Seit 1918 war er in der katholischen Quickborn Jugendbewegung aktiv, in deren Spielscharen seine Theaterlaufbahn begann. Von 1922 bis 1926 schrieb Lippl für den St. Jürg-Bann. Mit Bearbeitungen seiner populären Bühnenstücke ("Die Pfingstorgel", "Der Holledauer Schimmel" u.v.a.) wandte er sich schon in den 1930er Jahren dem Rundfunk und dem Film zu und wurde als Drehbuchautor, Regisseur und Dramaturg tätig. Am 15. Oktober 1932 wurde er als Spielleiter an die Bayerischer Rundfunk GmbH berufen. Am 1. Mai 1933 wurde er Oberspielleiter und Leiter der Abteilung Hörspiel. Nach der Neuorganisation der Gruppe Sendung wurde er ab 1. Juli 1934 Leiter der Abteilung Unterhaltung. Zum 1. Oktober 1935 kündigte er seinen Vertrag beim Reichssender München. Laut Fragebogen des Military Government of Germany hätte ein weiterer Verbleib den Eintritt in die Partei nötig gemacht. Von 1935 bis 1944 war er als freier Schriftsteller und als Spielleiter im Film, bei der Ufa, Tobis und Bavaria-Film GmbH sowie an den Kammerspielen und am Staatsschauspiel tätig. 1944 trat er in den Dr. Heinrich Bauer Verlag, als Verlagsleiter für den gefallenen Inhaber Heinrich Buchner. Lippl schrieb in mehreren Stilarten, verfasste Laienspiele, wie z.B. "Überlinger Münsterspiel", "Totentanz" oder das "Salzburger Krippenspiel", Bühnenstücke, wie die "Pfingstorgel", "Der Engel mit dem Saitenspiel", "Das Schloß an der Donau" sowie die Freilichttheaterstücke "Andreas Hofer" und "Saldenreuther Weihnacht". Nach dem Krieg wurde Lippl Präsident des Bayerischen Jugendrings. Im Mai 1948 wurde er zum Intendanten des Bayerischen Staatsschauspiels als Nachfolger von Paul Verhoeven. In dieser Funktion erhielt er auch einen Sitz im neugeschaffenen Rundfunkrat des 1949 lizenzierten Bayerischen Rundfunks, dessen erster Vorsitzender er von 1949 bis 1950 war. In dieser Funktion nahm er zusammen mit dem ersten Intendanten, Rudolf von Scholtz, am 25. Januar 1949 die Lizenzurkunde für den BR aus den Händen der amerikanischen Besatzungsmacht entgegen. Ende 1952 wurde sein Vertrag beim Bayerischen Staatsschauspiel auf eigenen Wunsch nicht mehr verlängert. Lippl arbeitete bis zu seinem frühen Tod 1957 als freier Autor und Regisseur, unter anderem für BR-Produktionen im Hörfunk und Fernsehen. Alois Johannes Lippl war seit 1931 mit Barbara Lippl, geb. Herrmann, verheirat und hatte vier Kinder. Am 8. Oktober 1957 starb er im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.