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Kurfürst Friedrich Wilhelm (Bestand)
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Tektonik >> HAUS UND HOF DER HOHENZOLLERN >> Haus Hohenzollern >> Hauptlinie: Kurfürsten und Könige (Kaiser) >> Die Kurfürsten von Brandenburg und ihre Familien
Laufzeit: 1620 - 1868, 1894
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Biographie Kurfürst Friedrich Wilhelms von Brandenburg: /1/
(Der Große Kurfürst, Rufname "Fritz")
16. Februar 1620 geboren in Kölln/Spree
27. August 1620 getauft
1634-1638 Aufenthalt in Holland
1.12.1640 Ernennung zum Kurfürsten der Mark Brandenburg und Herzog in Preußen
7. Dezember 1646 Hochzeit mit Prinzessin Luise Henriette (1627-1667), Tochter des niederländischen Statthalters Prinz Friedrich Heinrich von Oranien, in Den Haag
1648 Westfälischer Friede
1655-1660 Nordischer Krieg
1656 Vertrag von Labiau
1657 Vertrag von Wehlau
1660 Friede von Oliva (Souveränität Preußens)
1664 Toleranzedikt
14. Juni 1668 Hochzeit mit der verwitweten Herzogin Dorothea (1636-1689), Tochter des Herzog Philipp zu Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Witwe des Christian Ludwig Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, in Gröningen bei Aschersleben
1672-1679 Holländischer und Schwedisch-Brandenburgischer Krieg
1675 Schlacht bei Fehrbellin (Sieg über die Schweden)
1679 Friede von St. Germain-en-Laye
1685 Edikt von Potsdam
9.5.1688 gestorben in Potsdam
Gemahlinnen:
- Luise Henriette (1627-1667), Tochter des Prinzen Friedrich Heinrich von Nassau-Oranien
- Dorothea (1636-1689), Tochter des Herzogs Philipp zu Holstein-Glücksburg, Witwe des Herzogs Christian Ludwig zu Braunschweig-Lüneburg
Söhne:
- Wilhelm Heinrich (1648-1649)
- Karl Emil (1655-1674)
- Friedrich (1657-1713) (vgl. BPH, Rep. 45 König Friedrich I.)
- Heinrich (*/ 1664)
- Ludwig (1666-1687) und seine Gemahlin Luise Charlotte (1667-1695)
- Philipp Wilhelm (1669-1711) (vgl. BPH, Rep. 36 I Markgraf Philipp Wilhelm von Brandenburg-Schwedt)
- Albrecht Friedrich (1672-1731)
- Karl Philipp (1673-1695)
- Christian Ludwig (1677-1734)
Töchter:
- Amalia (1664-1665)
- Maria Amalia (1670-1739)
- Elisabeth Sophie (1674-1748)
- Dorothea (1675-1676)
Bestandsgeschichte: /2/
Die vorliegende Personalrepositur 35 für Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg gehört zu der Überlieferung des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs. Das Königliche Hausarchiv (seit 1926 Brandenburg-Preußisches Hausarchiv) wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts (Prozess von ca. 1847-1852) durch Herauslösung aus den Beständen des Geheimen Staats- und Kabinettsarchivs durch Friedrich Wilhelm IV. begründet und befand sich zunächst noch im Berliner Stadtschloss. Es bestand in der Hauptsache aus Personalreposituren (eine Art künstlich gebildete Nachlässe der Herrscher und ihrer Familienangehörigen), Überlieferungen der Hofbehörden und Sachreposituren. Im Sommer 1895 erfolgte der Umzug in ein eigenes Archivgebäude am Luisenplatz in Charlottenburg. Bedauerlicherweise hat das Hausarchiv in der Folgezeit verschiedene größere Verluste erlitten, zunächst in der Zeit von ca. Ende 1920 - Ende 1923 durch einen umfangreichen Archivaliendiebstahl des Privatgelehrten Dr. Karl Hauck (Kennzeichnung durch Stempel "Furtum Hauckianum" an den Archivalien; hier z.B. BPH, Rep. 35, Nr. 95, 136, 154 etc.). Kriegsbedingt erfolgte dann in den Jahren 1942 - Anfang 1945 die Flüchtung eines Teils der wertvolleren Bestände des Hausarchivs über den Flakturm beim Zoo und das Johanniterordensschloss in Sonnenburg letztendlich in das Salzbergwerk von Staßfurt. Der in Berlin verbliebene Teil, der ca. 75 % des ursprünglichen Gesamtbestandes (überwiegend Sachreposituren und etwa die Hälfte der BPH-Urkunden) ausmachte, wurde am 22. November 1943 beim Brand des Hausarchivs durch einen Luftangriff vernichtet. Nach Kriegsende hat die Rote Armee dann große Teile als Kriegsbeute in die UdSSR verschleppt, die sie später an die DDR zurückgegeben hat. In den Jahren 1946 - 1948 entwendete der als russischer Dolmetscher bei der Verwaltung der beschlagnahmten Kulturschätze, Viktor Minuth, in großem Umfang u.a. aus den kriegsbedingt ausgelagerten Personalreposituren des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs wertvolle Autographen und Archivalien. Die Stücke konnten leider nur teilweise wieder zurückgeführt werden und sind heute noch an dem Stempel "DM" auf den betreffenden Archivalien erkennbar (hier z.B. BPH, Rep. 35, Nr. 463). Ab 1949 wurden die geflüchteten Archivalien des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs zusammen mit den ausgelagerten Beständen des Geheimen Staatsarchivs in dem in Merseburg gegründeten Deutschen Zentralarchiv, Historische Abteilung II aufgestellt und benutzbar gemacht. In Berlin-Dahlem wurden in der Folgezeit die BPH-Reposituren des Hausarchivs, deren Bestände nun in Merseburg verwahrt wurden, vorwiegend mit Ankäufen, aus dem Krieg geretteten Archivalien oder anderweitigen Erwerbungen parallel "neu" gebildet. In Merseburg wurde derweil angefangen, das Mitte des 19. Jahrhunderts durch Herausnahme aus dem historischen Archivkörper künstlich gebildete Hausarchiv, das nun schon 100 Jahre so bestanden hatte, wieder aufzulösen und die einzelnen Archivalien gemäß ihrer ursprünglichen Herkunft in die Bestände des Geheimen Staatsarchivs einzuarbeiten. Die zum Teil als fehlend in den Personalreposituren vermerkten Archivalien können daher in Merseburg mitunter ohne Eintragung des neuen Verwahrungsortes unter anderem in folgende Bestände verbracht worden sein:
GStA PK, I. HA Rep. 89 Geheimes Zivilkabinett
GStA PK, I. HA Rep. 100 Ministerium des Königlichen Hauses.
Mit der Rückführung der Bestände im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands gelangten die Archivalien im Zeitraum von April 1993 - Januar 1994 nach Berlin in das Geheime Staatsarchiv PK und werden hier mit den teilweise existierenden "ehemals Dahlemer" Teilbeständen des BPH zu einer Gesamtrepositur zusammengearbeitet.
Bei der Personalrepositur Kurfürst Friedrich Wilhelm handelt es sich bei Nr. 1-67 um den ehemals Dahlemer Teil, der nach 1945 im Geheimen Staatsarchiv neu gebildet wurde und bei Nr. 68 - 468 um den Altbestand des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs. Ein Teil der Archivalien stammte ursprünglich aus dem ehemaligen Plassenburger Archiv, das als sogenannte "Bamberger Ablieferung" in den Jahren 1868 und 1889 vom Bamberger Provinzialarchiv an das Hausarchiv abgegeben wurde. Ein entsprechender Nachweis lässt sich den Altsignaturen entnehmen. Der Bestand ist in den Jahren 1952 und 1985 in Merseburg revidiert worden. Dem alten Zettelrepertorium aus dem Hausarchiv kann man den früheren Gesamtumfang des Bestandes entnehmen. Bei der in diesem Jahr bei der Bestandsbearbeitung erfolgten Revision wurden die Nr. 60 + 61 als fehlend festgestellt. Ferner wurde Nr. 40 anscheinend nicht vergeben. Die Nummern 49 - 55 wurden zur Vereinfachung zu einem Archivale (Nr. 49) zusammengefasst. Darüber hinaus wurden die Friedrich Wilhelm von Brandenburg und seine Familie betreffenden Archivalien aus den kleinen Erwerbungen unter I. HA Rep. 94 übernommen und als Nr. 470-503 in die Personalrepositur eingearbeitet.
Die Bestandsgliederung orientiert sich an der alten einheitlichen Gliederung aller Personalreposituren des Hausarchivs. /2/ Daher existieren Nummerierungslücken in der Klassifikation. Unter dem Klassifikationspunkt "00" werden entsprechend die nicht besetzten Klassifikationspunkte aufgeführt.
Bei der nun erfolgten Bearbeitung wurde die Personalrepositur von verschiedenen Mitarbeitern in die Datenbank eingegeben, revidiert, gereinigt, neuverpackt, nach enthaltenen Druckschriften durchgesehen und die Umfänge der Archivalien aufgenommen. Die Anpassung der Aktentitel, datenbanktechnische Zusammenarbeitung beider Teile inklusive neuerer Akzessionen und Vorworterstellung erledigte die Unterzeichnende. Die (Vor-)Namen der kurfürstlichen Familienmitglieder wurden gemäß der Publikation "Genealogie des Gesamthauses Hohenzollern. Nach den Quellen bearbeitet und herausgegeben von Julius Grossmann, Ernst Berner, Georg Schuster, Karl Theodor Zingeler. Berlin 1905" normalisiert.
Die Personalrepositur von Kurfürst Friedrich Wilhelm wurde nun der Einfachheit halber nach laufenden Nummern umsigniert. Durch die Klassifizierung und teilweise chronologische Ordnung der Akten entstanden Springnummern. Dadurch konnte die fortlaufende Nummerierung im Findbuch nicht beibehalten werden. In der am Findbuchende befindlichen Konkordanz werden die neuen Signaturen nachgewiesen. Dem Seitenindex kann man ferner entnehmen, auf welcher Seite sich die jeweilige Bestellnummer befindet.
Verweis auf weitere Bestände mit Bezug zu dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und seiner Familie:
- BPH, Urkunden (u.a. III Nr. 72 Politisches Testament des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 19. Mai 1667)
- BPH, Rep. 34 Kurfürst Georg Wilhelm (Vater)
- BPH, Rep. 45 König Friedrich I. (Sohn; dort auch Akten zur Erziehung des Sohnes Karl Emil)
- BPH, Rep. 36 I Markgraf Philipp Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (Sohn)
- BPH, Rep. 37 Markgraf Albrecht Friedrich von Brandenburg-Sonnenburg (Sohn)
- BPH, Rep. 43 II Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth (für Tochter Elisabeth Sophie)
- BPH, Rep. 192 Nl Thomas v. dem Knesebeck
Formalangaben:
Laufzeit: 1620 - 1748, 1782, 1840 - 1868, 1913, ohne Datum
Letzte vergebene Nummer: 503
Umfang (in laufenden Metern): 8,5 lfm
Lagerungsort: Westhafen
Die Akten sind auf gelben Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
BPH, Rep. 35 Nr. [ ]
Zitierweise:
GStA PK, BPH, Rep. 35 Kurfürst Friedrich Wilhelm, Nr. [ ]
- Luh, Jürgen: Der Große Kurfürst. Friedrich Wilhelm von Brandenburg - Sein Leben neu betrachtet, München 2020
- Jochums, Gabriele: Bibliographie Friedrich Wilhelm Kurfürst von Brandenburg. Schrifttum von 1640 bis 2013, Berlin 2015
- Bahl, Peter: Der Hof des Großen Kurfürsten - Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preußens, Köln 2001
- Oestreich, Gerhard: Friedrich Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Berlin 1961, S. 495-501
- Urkunden und Aktenstücke zur Geschichte der inneren Politik des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg - Teil 1: Geschichte der brandenburgischen Finanzen in der Zeit von 1640 bis 1697 ; Bd. 1 Breysig, Kurt: Die Centralstellen der Kammerverwaltung, die Amtskammer, das Kassenwesen und die Domänen der Kurmark, Leipzig [u.a.] 1895; Bd. 2 Wolters, Friedrich: Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern, Leipzig [u.a.] 1915; - Teil 2 Hoetzsch, Otto: Stände und Verwaltung von Cleve und Mark in der Zeit von 1666 bis 1697, Leipzig [u.a.] 1908
- Meinardus, Otto: Protokolle und Relationen des Brandenburgischen Geheimen Rathes aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich, Bd. 1-7, Leipzig 1889-1919
- Moerner, Theodor von: Kurbrandenburgs Staatsverträge von 1601 bis 1700, Berlin 1867
- Urkunden und Actenstücke zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Bd. 1-23, Berlin 1864-1930
/1/ Vgl. Oestreich, Gerhard: Friedrich Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Berlin 1961, S. 495-501; Grossmann, Julius (Hrsg.): Genealogie des Gesamthauses Hohenzollern, Berlin 1905
/2/ Vgl. Althoff, Frank: Zur Geschichte des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs. In: Vorstelijk koninklijk keizerlijk Archieven van vorstenhuizen in Europa / red. Yvonne Bos-Rops, Marijke Bruggemann, Gustaaf Janssens. 's-Gravenhage, 2016 (Jaarboek 16 Stichting Archiefpublicaties), S. 171-184
/3/ Übersicht über die Bestände des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs zu Berlin-Charlottenburg. Mitteilungen der Preußischen Archivverwaltung, Heft 27, Leipzig 1936, S. 28-30
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.