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Methodisches Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken und
Informations- u. Dokumentationseinrichtungen beim MHF (Bestand)
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Bildung, Kultur, Sport, Medien
1962 - 1991
Geschichte des Bestandsbildners: Das Methodische Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken beim Staatssekretariat für das Hoch- und Fachschulwesen wurde mit Wirkung vom 01. September 1964 eingerichtet. In ihm wurden die 1962 gebildeten drei "Methodischen Beratungsstellen für die wissenschaftlichen Bibliotheken" zusammengefasst. Diese waren: die Methodische Beratungsstelle für Bibliothekspropaganda der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, für Literaturpropaganda der Deutschen Bücherei Leipzig und für Bibliothekstechnik der Bibliothek der Technischen Universität Dresden. Das Statut, welches mit Wirkung vom 01. November 1965 in Kraft trat, beinhaltet die Rechtsstellung und Aufgaben des Methodischen Zentrums (MZ). Sein erstes Statut charakterisiert es als zentrale methodische Einrichtung für alle dem Staatssekretariat unterstehenden wissenschaftlichen Bibliotheken. Mit Übertragung neuer Funktionen erhielt das MZ mit Wirkung vom 01. Oktober 1977 ein neues Statut. Demnach übernahm das MZ zentrale Aufgaben für die weitere Entwicklung der Fachbibliotheken und für die Entwicklung und Anwendung moderner technischer Verfahren im Bibliothekssystem der DDR.
Gemäß § 3 oblag dem MZ folgende Aufgaben:
· es leistete wissenschaftliche Grundlagenarbeit für die Prognose, Leitungs- und Planungstätigkeit und für die Vorbereitung von Entscheidungen des Ministers und erarbeitete oder begutachtete die wissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Grundlagen für die Führungsentscheidungen in der Leitung und Planung und für grundlegende Investitionsvorhaben der zu dessen Bereich gehörenden Bibliotheken und Informationseinrichtungen
· es unterstützte die Planung und Koordinierung der Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Bibliotheks- und Informationswesens und sicherte in Abstimmung mit dem Institut für Bibliothekswissenschaft und wissenschaftliche Information der Humboldt-Universität zu Berlin sowie mit dem Zentralinstitut für Information und Dokumentation der DDR einen wissenschaftlichen Vorlauf
· es unterstützte die Erläuterung, Durchsetzung und Kontrolle von Entscheidungen des Ministers, analysierte den Entwicklungsstand der Bibliotheks- und Informations-/Dokumentationseinrichtung und verallgemeinerte die besten Arbeitserfahrungen
· es beschäftigte sich mit der Lösung grundlegender theoretischer und aktueller praktischer Fragen, u. a. mit der Erarbeitung von Grundlagen für die Arbeitsorganisation und Technologie, von Leitungs- und Aufwandsnormativen und anderen Regelungen und methodischen Hilfsmitteln für die Rationalisierung und Intensivierung der Bibliotheks- und Informationsarbeit
· es erarbeitete langfristige Entwicklungskonzeptionen für die Anwendung der EDV in den Bibliotheken und Informations- und Dokumentationseinrichtungen im Rahmen der Gesamtentwicklung des "Automatisierten Systems zur Unterstützung der Leitung und Planung im Hoch- und Fachschulwesen"
· es koordinierte die Einsatzvorbereitung und Nutzung der elektronischen Datenverarbeitungstechnik für die Bibliotheken und Informations- und Dokumentationseinrichtungen im Bereich des Ministeriums
· es organisierte und führte die Weiterbildung für Mitarbeiter von Bibliotheken und Informations- und Dokumentationseinrichtungen im Bereich Weiterbildung des Methodischen Zentrums in Gotha durch.
Zur Erfüllung seiner Aufgaben arbeitete das MZ in Abstimmung eng mit anderen wissenschaftlich-methodischen und koordinierenden Einrichtungen auf dem Gebiet des Bibliothekswesens und der Information und Dokumentation zusammen, u. a. dem Zentralinstitut für Bibliothekswesen beim Ministerium für Kultur, dem Institut für Bibliothekswissenschaften und wissenschaftliche Information der HUB, der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, Zentralinstitut für Information und Dokumentation beim Ministerium für Wissenschaft und Technik, Wissenschaftliches Informationszentrum bei der Akademie der Wissenschaften der DDR sowie der Deutschen Bücherei Leipzig.
Daneben nahm es die Funktion einer zentralen Leitstelle für die dem Ministerium unterstehenden naturwissenschaftlichen und technischen Informations- und Dokumentationseinrichtungen im Bereich des Informationssystems Wissenschaft und Technik wahr.
Das MZ war dem Ministerium für Fach- und Hochschulwesen unterstellt. Als juristische Person und Haushaltsorganisation hatte es seinen Sitz in Berlin. Das MZ gliederte sich in drei Bereiche:
1. der Zentrale - dem Methodischen Zentrum (bibliothekswissenschaftliches Institut),
2. dem Weiterbildungszentrum mit Internat in Gotha auf Schloss Friedenstein und
3. die Forschungsbibliothek, ebenfalls auf Schloss Friedenstein.
Der Bereich Weiterbildung wurde im Jahre 1968/1969 in Räumen der Forschungsbibliothek eröffnet. Es diente als zentrale Weiterbildungseinrichtung für die Bibliotheken des Hochschulbereiches und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen (z. B. Institute der Akademie der Wissenschaften, Bibliotheken der Kombinate). Das Weiterbildungszentrum Gotha beendete seine Aufgaben am 31. Oktober 1990 und wurde auf Grund der Länderbildung zusammen mit der Forschungsbibliothek ab 1. Januar 1991 in die Zuständigkeit der Landesregierung Thüringen übergeben.
Die Forschungsbibliothek ist aus der früheren Landesbibliothek Thüringen hervorgegangen. Sie besaß umfangreiche Bestände an orientalischen und abendländischen Handschriften, Inkunabeln, Drucke des 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts sowie Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten. Die Leitung des Forschungsbibliothek und zugleich des Bereiches Weiterbildung hatte Max Frank (1964-ca. 1975) und später Dr. Helmut Claus (1975-1990) inne.
Langjähriger Direktor des Methodischen Zentrums, von 1964 bis 1988, war Dr. Gerhard Schwarz. Seine Nachfolgerin wurde 1988 Dr. Gisela Hülpüsch, die im August 1990 von ihrem Amt entpflichtet wurde. Anschließend übernahm Bibliotheksrat Dieter Höchsmann die Funktion eines Geschäftsführers im Geschäftsbereich des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft.
Für das MZ kann folgende Struktur rekonstruiert werden:
1. Leitung
2. Redaktion
3. Bibliothek
4. Kontingentverwaltung/ Statistik
5. Bereich EDV-Anwendung
6. Bereich Wissenschaftliche Arbeitsorganisation
7. Bereich Standardisierung
8. Bau, Ausrüstung, Rationalisierungsmittel
9. Bereich Aus- und Weiterbildung von Fachkadern, Nutzerschulung, Weiterbildungszentrum
10. Bereich Systemgestaltung/ Information und Dokumentation
11. Bereich der Sacherschließung/ Klassifikation.
Von 1. Januar bis 3. Oktober 1990 erfolgte die Unterstellung des Methodischen Zentrums unter das Ministerium für Bildung bzw. Bildung und Wissenschaft. Da die selbstständige Existenz des Methodischen Zentrums Berlin, welches vom 3. Oktober 1990 bis 31.12.1991 "Methodisches Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken" hieß, nicht als sinnvoll betrachtet wurde, entschlossen sich die zuständigen Behörden zu einer Fusionierung der drei Institute: Deutsches Bibliotheksinstitut (DBI), Zentralinstitut für Bibliothekswesen (ZIB) und Methodisches Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken (MZ) zu einem Deutschen Bibliotheksinstitut im Jahre 1992.
Bestandsbeschreibung: Gegründet als zentrale Einrichtung für die wiss.-methodische Koordinierung der Arbeit aller zum Verantwortungsbereich des Min. (DR 3) gehörenden zentral unterstellten wiss. Bibliotheken, Informations- und Dokumentationseinrichtungen sowie der Hoch- und Fachschulbibliotheken; in ihm wurden die 1962 gebildeten drei "Methodischen Beratungsstellen für die wiss. Bibliotheken" zusammengefaßt; nahm die Funktion einer zentralen Leitstelle für Information und Dokumentation im Bereich des Informationssystems Wiss. und Technik wahr; 1990 dem Min. für Bildung bzw. für Bildung und Wissenschaft (DR 4) und ab Okt. 1990 - Dez. 1991 als Methodisches Zentrum für wiss. Bibliotheken dem Bundesmin. für Bildung und Wiss. unterstellt; 1992 Integration in das Deutsche Bibliotheksinstitut.
Bestandsgeschichte
Das Bundesarchiv hat 1992 vom Methodischen Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken insgesamt 6,4 lfm Schriftgut sowie einen kompletten Satz aller vom Methodischen Zentrum herausgegebenen Publikationen (insgesamt 2 lfm) des Methodischen Zentrums für wissenschaftliche Bibliotheken und Informations- und Dokumentationseinrichtungen des MHF (MZ) übernommen. Das Bibliotheksgut wurde zur Einarbeitung an die im Bundesarchiv befindliche SAPMO-Bibliothek abgegeben. Zur Übernahme gehörten ferner Bündellisten, Ablieferungsverzeichnisse und eine strukturelle Findkartei.
Im Jahre 2005 wurden ca. 6 lfm Unterlagen (Schriftgut, Dias etc.) des Weiterbildungszentrums (WBZ) Gotha, welche in Magazinräumen der Universität Erfurt gelagert wurden, zuständigkeitshalber an das Bundesarchiv abgebeben.
Aus dem Bestand DR 137 Zentralinstitut für Bibliothekswesen wurden ca. 3,5 lfm Schriftgut dem Bestand zugeführt. Hierbei handelte es sich um Bibliotheksstatistiken verschiedener Universitäts-, Hochschul-, Fachschul- und Institutsbibliotheken aus dem nachgeordneten Bereich des Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen.
Archivische Bearbeitung
Die im Ablieferungsverzeichnis aufgeführten Akten trugen bereits vorläufige Signaturen (DR 304/ 1 - 247), die beibehalten wurden. Die Erfassung im Archivverwaltungssystem BASYS-2-S erfolgte anhand einer vorhandenen Verzeichnungskartei, die zugleich die Grundlage für die Bestandsbearbeitung bildete.
Unter Einbeziehung der FAMI-Auszubildenden in der Fachrichtung Archiv, Linda Block, wurden 2009 die aus dem Bestand DR 137 Zentralinstitut für Bibliothekswesen übernommenen statistischen Unterlagen bearbeiten. Diese Unterlagen wurden zu 81 Akten formiert und Aktentitel gebildet. Bei der technischen Bearbeitung wurden die Materialien aus den Aktenordnern entnommen, Metallteile entfernt und die Akten in Archivdreiklappmappen gelegt.
Im Jahre 2005 übernahm das Bundesarchiv von der Universität Erfurt 6 lfd. Meter unbewerteter Akten zum Weiterbildungszentrum des MZ. Diese Unterlagen befanden sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Forschungs- und Landesbibliothek Gotha, die 1994 in die gegründete Universitätsbibliothek Erfurt integriert wurde. Um Zuge der Sanierung der Räumlichkeiten wurden diese Unterlagen entdeckt. Nach Durchsicht und Bewertung blieben noch 1 lfm. Archivgut (28 Akteneinheiten) für die Bearbeitung übrig. Diese Nachbearbeitung erfolgte im Juli/August 2014 (Signaturen DR 304/397-424). Im gleichen Zeitraum wurden die abschließenden redaktionellen Arbeiten vorgenommen.
Das Gesamtergebnis der archivischen Bearbeitung bilden 424 Archivalieneinheiten mit einem Umfang von 13,5 lfd. Metern. Sämtliche Verzeichnungseinheiten wurden mittels IT-gestützter Datenbank erfasst und nach abschließender Bearbeitung in die Klassifikation des Bestandes eingefügt.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Akten gewähren einen historischen Überblick über die 25jährige Geschichte des Methodischen Zentrums. Interessant ist hierbei v.a. die Entwicklung und Einführung der EDV-Systeme seit den späten 1960er Jahren bis 1990. Mitarbeiter des MZ wirkten hier sogar in internationalen Arbeitsgruppen mit.
Neben der Überlieferung von statistischen Auswertungen der wissenschaftlichen Bibliotheken (siehe dazu: DR 304/249-331) bezieht sich ein Großteil der Unterlagen auf Konzeption, Durchführung und Auswertung von Lehrgängen zur Weiterbildung von Bibliothekaren.
Erschließungszustand: Findbuch
Zitierweise: BArch DR 304/...
Methodisches Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken und Informations-u. Dokumentationseinrichtungen beim MHF (MZ), 1964-1990
431 Aufbewahrungseinheiten; 13,5 laufende Meter
Bestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: DR 137 - Zentralinstitut für Bibliothekswesen