Peter von Aufseß, Propst zu Comburg sowie Domherr zu Würzburg und Bamberg, Georg Eckhart, Pfarrer zu Erlach, Hermann Büschler, Ratsherr zu Schwäbisch Hall, und Jörg Seybolt, Stadtschreiber daselbst, haben als bevollmächtigte Verhandlungsführer in dem seit längerem bestehenden, auch bei der römischen Kurie rechtshängig gemachten Streit zwischen dem Stift Comburg einer- sowie Konrad Rotter, Vikar in der Kirche St. Michael in Hall, und dem dortigen Stadtrat andererseits um den rechtlichen Status der Pfarrei als Filiale von Steinbach die Beendigung der Auseinandersetzung beschlossen. Zu diesem Zweck soll Bischof Lorenz [von Bibra] zum Schiedsrichter bestimmt werden und den nach Würzburg einzubestellenden Parteienvertretern am Freitag nach dem Sonntag Quasimodogeniti (5. Mai) folgendes verkünden: Die Filialkirche St. Michael in Hall ist von der Mutterkirche (St. Johann Baptist) in Steinbach zu trennen, die dafür außerhalb der Stadtmauern Kompensation erhalten soll. Des weiteren sind der Kirche St. Michael die in der Stadt befindlichen Mühlen, Badestuben, Bleichen und Siechenhäuser sowie die Ziegelhütte, genannt zum Langen Feld, zu übereignen. Das Patronatsrecht an der Pfarrkirche in Steinbach steht auch künftig "ewigklich" dem Stift Comburg zu, während dasjenige an der Pfarrei St. Michael dem Haller Rat übertragen wird. Darüber hinaus soll dem Rat das bisher Comburg zustehende Präsentationsrecht [für die Kaplanei] im neuen Spital am Bach sowie für die St. Nikolaus-Altarpfründe in St. Michael übertragen werden. Zum Ausgleich für eine Summe von 300 fl, die Comburg dem Rat schuldet, soll das Nikolaus-Benefizium der Pfarrei St. Michael "annectiert" werden. Sofern der Bischof vorstehende Punkte billigt und als Entscheid verkündet, wollen die Parteien ihre gerichtlichen Auseinandersetzungen unverzüglich beilegen, die aufgelaufenen Kosten hat jede Seite selbst zu tragen. Bei der im Fall bischöflicher Approbation notwendig werdenden Ausstellung neuer Verträge, Bullen oder sonstiger Urkunden sollen sich die Parteien gegenseitig unterstützen. Peter von Aufseß will den Bischof bitten, sich der Sache wohlwollend anzunehmen.