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Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Porträt von Graf August von Platen zeigt. Platen wurde im Profil porträtiert und ist vor einem neutralen Hintergrund vom Kopf bis etwas zur Brust zu sehen. Er trägt eine dunkle Jacke, mit einem Samtaufsatz am Kragen, darunter ein helles Hemd. Bei der Vorlage könnte es sich um eine Zeichnung oder ein Gemälde handeln.
Kontext:
August von Platen (1796–1835), mit vollem Namen von Platen-Hallermünde, war Dichter, dessen Werk sich auch mit seiner Homosexualität beschäftigte. In der sog. Platen-Affäre, einem Streit zwischen Platen und dem Dichter Heinrich Heine, griff Platen Heine mit antisemitischen Formulierungen an, nachdem letzterer im Anhang eines seiner Bücher das Gedicht eines anderen Autors veröffentlicht hatte, der sich über Gedichte von Platen lustig machte. Heine stellte daraufhin Platens Homosexualität öffentlich bloß und bediente sich dabei homophober Ressentiments.
Das Foto dürfte hier im Kontext des Kampfes um die Rechte Homosexueller stehen. Der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld und andere, die sich für die Abschaffung von § 175 einsetzen, wonach mannmännliche sexuelle Beziehungen in Deutschland und vielen Ländern unter Strafe gestellt wurden, griffen in ihren Schriften und weiteren aufklärerischen Arbeiten oft auf historische oder bekannte Persönlichkeiten zurück, die selbst – offen oder nicht – homosexuell waren. Damit verwiesen sie auf eine lange Traditionslinie geschlechtlicher Identitätskonzepte, die jenseits der zweigeschlechtlichen, heterosexuellen Norm lagen