Ulrich Leo (Löw), Heinrich Falb und Jakob Sunnentag, Bürger zu Ulm, vom Rat als Pfleger der Pfarrkirche und ihres Baus beordert, verpflichten sich, die Jahrzeit des Lutz Krafft, Sohn des verstorbenen Peter Krafft und Bürger zu Ulm, sowie für dessen Frau Anna und beider Eltern zu gewährleisten, für die Krafft 51 1/4 fl. an die Pfarrkirche und deren Bau gestiftet hat. Die Jahrzeit soll nach folgenden Vorgaben gehalten werden: 1) Der Termin soll bis zum Tod Lutz Kraffts am Montag vor Fronleichnam sein, danach an seinem Todestag, abends mit einer gesungenen Vigilfeier und neun Lesungen (Letzgen) sowie einer gesungenen Seelmesse am Morgen mit Weihrauch, einem Gedenken an der Kanzel, einem Placebo auf dem Grab und allen anderen bei Seelmessen üblichen Gebräuchen. 2) Die Messe soll von dem Kaplan des Krafft-Altars in der Ulmer Pfarrkirche gehalten werden, der dafür 1 Pfd. 1 Schilling Heller erhält. 3) Auch sollen zu der Jahrzeit jährlich je vier Rauchkerzen zu einem Pfund Wachs auf Kosten des Pfarrkichenbaus aufgesteckt werden, auch wenn diese vorzeitig heruntergebrannt sind und erneuert werden müssen. 4) Der Kaplan des Krafft-Altars soll von den 1 Pfd. 1 Schilling Heller dem Ulmer Pfarrer für seine Teilnahme 4 Schillling sowie dessen vier Pfarrherren und Gesellen, den drei weiteren an der Jahrzeit teilnehmenden Priestern - der Küster der Pfarrkirche, der Kaplan des Leo-Altars und ein weiterer Kaplan - je 2 Schilling Heller geben, auch er selbst erhält diese Summe. Die Messner sollen 1 Schilling für Räuchern, Lichter aufstecken, Leichentuch ausbreiten etc. bekommen. Für den Fall, dass die Jahrzeit um 14 Tage durch den Krafft-Kaplan versäumt wird, fallen die Einnahmen an den Leo-Kaplan, der dann die Messe organisieren soll. Versäumen die Pfarrkirchenpfleger den Termin, fällt das jährliche Kapital an das Ulmer Spital und dessen Pfleger.