Die Ulmer Bürgerin Genoveva ("Jenefea") Beck, Witwe des Kürschners Fridelhuber, errichtet ihr Testament. Sie erlässt zunächst Bestimmungen über die Feier ihres Begräbnisses und ihres Seelgedächtnisses. Ihr verstorbener Ehemann hat auf seinem Totenbett dem Ulmer Münster 30 Gulden sowie einen jährlichen Zins von 2 Gulden vermacht. Dieser gefällt von dem Haus des Johann Hafenbader in Ulm beim Kasten des Buner [abgeganger Brunnen, Bereich Herrenkellergasse, Ecke Platzgasse]. Außerdem hat er noch dem Sakramenthaus 30 Gulden, unsers Herren Ruhe [abgegangene Kapelle, am Michelsberg] 10 Gulden und Heinrich Stierlin im Münster auch 10 Gulden hinterlassen. Diesen Legaten hat sie zugestimmt und sie in der Zwischenzeit auch alle ausbezahlt. Sie selbst setzt nun von ihrer Hinterlassenschaft die folgenden Legate aus: An Johann und Ludwig Süss je 40 Gulden, an Anna Süss, die sie an Kindes statt aufgenommen und erzogen hat und die noch bei ihr wohnt, 40 Gulden und eine Bettstatt oder dafür 20 Gulden. Magdalena Klaiber erhält, sofern sie die Erblasserin überlebt, 60 Gulden. Stirbt sie vor der Erblasserin ohne Hinterlassung leiblicher Erben, dann fällt die Summe an die Pfarrkirchenbaupflege in Ulm. Der Pfarrer in Altenstadt [Stadt Geislingen a. d. Steige/Lkr. Göppingen] Peter Beck erhält 20 Gulden, der Kürschner und Ulmer Bürger Leonhard Dorstadler, ein Freund ihres verstorbenen Ehemannes, 10 Gulden und einen silbernen Becher, Konrad Dorstadler 5 Gulden und Diemut Dorstadler, ihre Schwester, auch 5 Gulden. Was nach Ausführung dieser Legate von ihrer liegenden und fahrenden Hinterlassenschaft dann noch übrig ist, fällt an die Pfarrkirchenbaupflege. Sie behält sich das Recht vor, dieses Testament zu widerrufen, zu ändern oder zu ergänzen. Zu Testamentsvollstreckern bestellt sie den Zunftmeister der Kürschner in Ulm Michael Zoller sowie den Kürschner Leonhard Dorstadler.