"Anno [...] millesimo quingentesimo decimo nono, indictione septima, die vero Mercurii tricesima mensis Nouembris, pontificatus [...] Leonis [...] pape decimi anno septimo", vor Notar und Zeugen, macht Petrus Saulöffel ("Sewleffel"), Pleban zu Selzen, Mainzer Diözese, sein Testament: 1) Er vermacht dem Mainzer Erzbischof Albrecht 1 Viertel ("ferto") Silbers für den Schutz der Testamentsvollstreckung. 2) Seine Testamentarier sollen seinen Seelengottesdienst, den Siebenten und den Dreißigsten im Predigerkloster zu Mainz begehen lassen, wofür das Kloster 10 fl. erhält. 3) Er vermacht jedem seiner Testamentarier 2 fl., dem Konvent von St. Anton in Alzey, Mainzer Diözese, 20 fl. zu einem Jahrtag für sich und seine Eltern (sollte das Kloster diese Stiftung nicht annehmen, soll sie zu einem andern guten Zweck bestimmt werden), der Kirche zu Selzen und deren Pleban 25 fl. zu einem Jahrtag an jedem 28.4., der vom Pleban und von sieben Priestern des Kapitels zu Nierstein gehalten werden soll (Einzelverstimmung über Liturgik und Geldverteilung); der Pleban soll alle ermahnen für den Verstorbenen zu beten; außerdem sollen im Kreuzgang des Friedhofes ("in circuitu cimiterii") Psalmen und die gewöhnlichen Kollekten gelesen werden. Dem Glöckner werden 12 Pfennige und jedem Kirchenfabrikmeister 1 Albus gereicht, für ihre Anwesenheit bei den Vigilien und Messen. 4) Er vermacht dem Augustinerkloster in Mainz, dem Bettlerkloster und dem Karmeliterkloster daselbst je 5 fl. zur Abhaltung des Leichengottesdienstes, des Siebenten und des Dreißigsten, dem Minoritenhaus in Oppenheim 1/2 Fuder ("plaustrum") besseren Weins und 6 Malter Roggen, der Pfarrkirche in Selzen 25 Pfund Heller für gottesdienstliche Verrichtungen in der Fronleichnamsoktav, und für den jährlichen Ankauf von 52 Pfund Öl für das ewige Licht; den armen Feldsiechen vor Mainz 10 Malter Roggen; seiner Dienerin Magdalena 10 fl., 10 Malter Roggen und 1/2 Fuder besseren Weins; der Anna "Aumule" (??) 50 fl. und den vierten Teil aller Utensilien; den genannten beiden Frauen die lebenslängliche Nutznießung des von ihm bewohnten Hauses im Kirschgarten zu Mainz. 5) Zu Testamentariern bestellt er die Herrn Michael Scheiber, Vikar des Liebfrauenstifts zu Mainz, Valentin Buheuser, Altarist in Selzen, beide Priester, und Petrus Zimmerman. Geschehen in Mainz im Haus des Testators. Zeugen: Hanso Grauermecher, Bernhart Cless von Bodenheim, Adam Boltzmecher, Ludwig Zuckerbecker und Hanso Lapicida, Bürger zu Mainz.