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A Rep. 033-08 Bezirksamt Berlin-Wedding (1920 - 1945) (Bestand)
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Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 3 Bezirksverwaltungen und ihre territorialen Vorgängerbehörden >> A 3.2 Bezirksämter und nachgeordnete Einrichtungen (1920 - 1945)
(1891 -) 1920 - 1945 (- 1960)
Vorwort: A Rep. 033-08 Bezirksamt Wedding 1920 - 1945
1. Behördengeschichte
1920 wurden die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen, die seit 1861 zu Berlin gehörten, sowie Teile der früheren westlichen Rosenthaler und östlichen Oranienburger Vorstadt Alt-Berlins zum 3. Verwaltungsbezirk der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin mit der Bezeichnung Wedding zusammengeschlossen.
Im November 1920 konstituierte sich die erste Bezirksverordnetenversammlung in der Aula der 32. Gemeindeschule in der Pankstraße. Ein vom Berliner Magistrat bestellter so genannter einführender Kommissar führte die Bezirksverordneten in ihr Amt ein. Die Wahl zum Bezirksparlament fand gleichzeitig mit der Stadtverordnetenwahl statt, aus der die USPD als stärkste Partei hervorging. Die Bezirksverordneten wählten den ehemaligen Redakteur der "Freiheit" Carl Leid (USPD) zum ersten Bezirksbürgermeister Weddings.
Diese Wahlen wurden 1921 jedoch vom Preußischen Oberverwaltungsgericht wegen verfahrenstechnischer Fehler für ungültig erklärt. Bis zur Neuwahl gab es keine Neueinführungen oder Neuverpflichtungen für ausgeschiedene Stadt- oder Bezirksverordnete, und es durften keine Haushaltsfragen beschlossen werden. Am 21. Februar 1921 wurde Carl Leid erneut zum Bezirksbürgermeister gewählt und trat zum 1. April 1921 sein Amt an. Darin blieb bis zu seiner Suspendierung durch die Nationalsozialisten am 15. März 1933. Als sein Stellvertreter amtierte der Finanzstadtrat Alfons Rieß (DDP). Während der Weimarer Republik umfasste die Bezirksverordnetenversammlung bis zu 65 Abgeordnete, davon bis zu 18 Stadtverordnete.
Der Verwaltungsbezirk Wedding war geprägt durch die industrielle Entwicklung im 19. Jahrhundert und den damit entstandenen sozialen Problemen. Eine der Hauptaufgaben der Bezirksverwaltung oblag somit dem Wohlfahrts-, Gesundheits- und Erwerbslosenwesen. Daneben lag ein Schwerpunkt in der kommunalen Wohnungsbaupolitik. Aufgelockerte Blockbauweise, mehr Luft und Licht in den Wohnungen, größere Wohnungszuschnitte, begrünte Innenhöfe wie z.B. die Friedrich-Ebert-Siedlung sollten die Elendsquartiere der zahlreichen Mietskasernen ablösen.
Mit der Anlegung von Parkanlagen, wie den Volkspark Rehberge, wurde dazu beigetragen, die hygienischen und sozialen Verhältnisse für die Einwohner Weddings zu verbessern.
In den Jahren 1921 bis 1924 übernahm die Bezirksverwaltung städtische Verwaltungszweige und richtete neue ein, wie das Hauptbüro, die Grundeigentumsverwaltung, die Finanzverwaltung, die Bauverwaltung, das Jugendamt, die Kriegsbeschädigtenfürsorge, das Wohlfahrtsamt und das Friedhofsamt im Jahr 1921, sowie das Kinderkrankenhaus, die Straßenreinigung, die öffentliche Beleuchtung, die Schulgesundheitspflege und das Desinfektionswesen.
Die einzelnen Dienststellen des Bezirksamtes Wedding waren bis 1930 in verschiedenen Mietshäusern untergebracht. Mit dem Neubau des Rathauses, 1928 bis 1930 nach Plänen des Architekten Friedrich Hellwig unter Leitung des Stadtbaurates Martin Wagner errichtet, wurden diese in der Müller Straße 146/147 zusammengefasst. Bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung und des damit verbundenen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen mussten zu Beginn der dreißiger Jahre jedoch Außenstellen des Wohlfahrtsamtes eingerichtet werden.
Der Aufstieg der Nationalsozialisten wirkte sich einschneidend auf den politisch von Sozialdemokratie und Kommunisten geprägten Bezirk aus. In den Straßen kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen SA-Angehörigen und Kommunisten. Bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung am 12. März 1933 blieben die Wahlvorschläge der KPD unberücksichtigt, die Mandate der Sozialdemokraten wurden später aberkannt, so dass die Nationalsozialisten faktisch die Mehrheit besaßen.
Bis zur Übernahme der Bezirksverwaltung durch die vom Preußischen Innenminister eingesetzten Staatskommissare führte Stadtrat Wilhelm von Rekowsky (DNVP) ehrenamtlich die Bezirksamtsgeschäfte. Am 22. März 1933 trat der zur Wahrnehmung der Geschäfte des Bezirksbürgermeisters eingesetzte Staatskommissar Rudolf Suthoff-Groß sein Amt an. Der Sozialdemokrat Carl Leid, fünf hauptamtliche Stadträte, sowie über 300 Mitarbeiter des Bezirksamtes wurden aus politischen Gründen auf Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen.
Mit dem Gesetz über eine vorläufige Vereinfachung der Verwaltung der Hauptstadt Berlin vom 22. September 1933 gingen die Geschäfte der BVV an das Bezirksamt über und das Gesetz über die Verfassung der Hauptstadt Berlin vom 29. Juni 1934 beseitigte u.a. die Bezirksämter als kollegiale Behörden und übertrug deren Aufgaben im Sinne des Führerprinzips an die Bezirksbürgermeister.
Rudolf Suthoff-Groß war als Bezirksbürgermeister bis 1945 im Amt und war dem Oberbürgermeister Berlins unterstellt und weisungsgebunden.
Während seiner Amtszeit erfolgten 1938 Veränderungen der Bezirksgrenzen. Wedding erhielt von Charlottenburg den östlichen Teil der Jungfernheide. Aus dem Gebiet von Reinickendorf fiel der südlich der Holländerstraße gelegene Teil des Friedhofs der Gemeinde Golgatha und St. Johannis Evangelist an den Wedding. Am Gaswerk wurde die Grenze von dem nicht mehr oberirdisch verlaufenden Arm der Panke an die Boyenstraße vorgeschoben.
2. Bestandsgeschichte
Der größte Teil der Akten des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Wedding ist durch Kriegseinwirkung vernichtet worden. Die im Bestand verwahrten Unterlagen gelangten in unregelmäßigen Abständen ab den 1960er Jahren in das Landesarchiv. Im Rahmen der neuen Tektonik im Jahr 1999 wurde die Überlieferung nach Zeitschnitten getrennt und mit der Verzeichnungssoftware Augias-Archiv neu verzeichnet. Im Zuge von Bestandszugängen kommen Verzeichnungen aus den Jahren 2010 bis 2018 hinzu.
Der Bestand enthält vor allem Akten über bauliche Maßnahmen in öffentlichen Gebäuden sowie einige Personal- bzw. Organisationsakten. Er umfasst 378 Akteneinheiten bzw. 11,15 lfm.
Einzelne Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 002-02-01 Stadtverordnetenversammlung
LAB A Rep. 001-02 Generalbüro
LAB A Rep. 010-02 Städtische Baupolizei
Heimatmuseum Wedding
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Klaus Dettmer, Wedding (Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke, Bd. 10: Wedding, hrsg. von Wolfgang Ribbe), Berlin 1988
Hans-Rainer Sandvoß, Widerstand in einem Arbeiterbezirk (= Widerstand 1933 - 1945), Berlin 1983
Bernd Schimmler, Der Wedding. Ein Bezirk zwischen Tradition und Fortschritt, Berlin 1985
Bruno Stephan, 700 Jahre Wedding. Geschichte eines Berliner Bezirks, Berlin [1951]
Wedding (Geschichtslandschaft Berlin. Orte und Ereignisse, Bd. 3, hrsg. von Helmut Engel u.a.), Berlin 1990
Melk-Koch, Marion.- Schulen im Wedding 1821-1995: Stand der Ermittlungen 15.08.1995.- Berlin-Wedding.- Erw. u. erg. 2. Aufl.- 1995.- Berlin : Selbstverl.- 476 S.- Materialien zur Schulgeschichte des Bezirks Wedding von Berlin.- LAB Präsenzbibliothek, Signatur: 97/0232(2)
Melk-Koch, Marion.- Schulen im Wedding 1821-1992: Stand der Ermittlungen 30.06.1993.- Berlin-Wedding / Abteilung Volksbildung.- 1993.- Berlin : Selbstverl.- 476 S.- Materialien zur Schulgeschichte des Bezirks Wedding von Berlin.- LAB Präsenzbibliothek, Signatur: 97/0232(1)
Berlin, im Juli 2004, Ergänzungen 2018 Bianca Welzing, Ute Strauß
Bestand
Verwandte Verzeichnungseinheiten: LAB A Rep. 002-02-01 Stadtverordnetenversammlung
LAB A Rep. 001-02 Generalbüro
LAB A Rep. 010-02 Städtische Baupolizei
Heimatmuseum Wedding
Zugangsbestimmungen: Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesar
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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