Adelheid, Witwe des Schulten Hermann vom Viehof (Vehoue), bekundet:
Die Äbtissin des Stiftes Essen, die nach Recht und Gewohnheit ihres Stiftes
den Verstorben-en in das Schultenamt (in officio schulthetatus) des Viehofes
eingewiesen hatte, hat ihr nach Recht und Gew-ohnheit des Stiftes und des
Viehofs die beiden Hoven in Houerschede und in den Pasche, die bereits ihr
Mann innehatte, auf Lebenszeit überlassen unter folgenden Bed-ingungen:
Adelheid hat die Hoven zu wahren, darf nichts veräußern, muss die schuldigen
Abgaben (pensiones) leisten, der Äbtissin und dem Konvent sowie dem Vogt die
schuldigen Rechte zu ihrer Zeit zukommen lassen und kann ihren Nachfolgern
keinen Anspruch vererben, vielmehr werden nach ihrem Tod die Hoven an Stift
und Hof heimf-allen. - Zeugen: die Pröpstin Ludgard, die Dekanin Agnes und
die Thesaurarin Mabilia, Johann von Metlar, Everhard von Bechem, Johann von
Boderich und Everhard von Aplerbeck (Apelderbeke), Essener Kanoniker,
Wenemar von Heyd-en, Heinrich von Schalke (Schadelich), Werner von
Aplerbeck, Heinrich von Altendorf und Pilgrim von Altend-orf. - Es siegeln
Mauritius von Lembeck (-beke), Dekan des Stiftes Essen, der Ritter Wenemar
von Altendorf (Aldendorpe) und der Ritter Menzo von Heyden, Bruder der
Auss-tellerin. Datum a.d. 1317, in dominica post nativitatem beati Iohannis
baptiste.