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Das goldene Kreuz
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Weimarische Zeitung, Nr. 90, 12.11.1853, S. 873: „Wegen fortdauernder Krankheit des Herrn Pätsch entstanden einige Störungen im Repertoire, wie uns erzählt worden, weßhalb genannte Stücke eingeworfen wurden. Wir waren damit zufrieden, insofern uns der Genuß wurde, Herrn Marr nach längerer Zeit einmal wieder in der einfachen Naturwahrheit seiner Künstlerschaft zu sehen. Uns will bedünken, Herr Marr thue Unrecht, sich dem Publicum zu entfremden; hat es doch sogar den Anschein, als wolle er jede Annäherung mit demselben vermeiden. In diesem Falle würden wir sein Zurückziehen als eine tadelnswerthe Künstlereitelkeit bezeichnen, die eben ihre Genugthuung darin finden will, sich uns aus Gnade zu präsentiren. Wir wahren uns aber entschieden, frei sprechen wir es aus, gegen Gnadenbezeigungen; wir würden darin eine Beleidigung für die Ehre des Instituts, für die des Publicums erblicken, und offen heraus, es sollte uns leid thun, wenn Herr Marr seine Eitelkeit höher stellte, als die Verpflichtung, welche er übernommen, den sich heranbildenden Talenten unserer Bühne ein tüchtiger Lehrer zu sein, wozu er schon deßhalb berufen, als er nicht allein die geistige Befähigung, die dem Künstler nothwendige Intelligenz besitzt, sondern auch Vorzüge und Eigenschaften, welche in der deutschen Schauspielkunst fast ausgestorben scheinen: einfache, edele Natürlichkeit der Darstellungen und ein gewissenhaftes, verständnißvolles Eindringen in den Geist des künstlerischen Wesens. Man kann als Behörde wohl streng und rechtlich seinen Weg verfolgen, ohne den Einflüsterungen von Links und Rechts Gehör zu leihen; mit dem sichern Bewußtsein, das Gedeihen des Ganzen zu fördern, als ausübender Künstler jedoch, scheint uns eine gewisse Zuvorkommenheit nicht von der Hand zu weisen.“