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Staatsarchiv München (Archivtektonik) >> II. Neuere Bestände (Behörden und Gerichte des 19. - 21. Jahrhunderts) >> B. Behörden des Königreichs Bayern und des Freistaats Bayern >> 6.) Landwirtschaft und Forsten, Umwelt >> Forst >> Oberförstereien (1803-1822) bzw. Forstämter älterer Ordnung (1822-1853 -1885/89), Forstamt für die Saalforste, Forstämter neuerer Ordnung, Saalforstämter (1885-2005)
1756-2003
Forstämter Marquartstein: I. Behördengeschichte
Oberförsterei Marquartstein in Traunstein bzw. Forstamt ä.O. Traunstein (1804-1822/1829?)
1803 Landgericht ä. O. Traunstein, 1862 Bezirksamt Traunstein, 1939 bzw. 1972 Lkr. Traunstein
Der Staatswaldbesitz des ehemaligen Forstamtes Marquartstein geht auf den Erwerb der Herrschaft Marquartstein von den gleichnamigen Grafen durch die bayerischen Herzöge im Jahre 1244 zurück. Bis 1509 unterstanden die Waldungen dem Pfleggericht und Kastenamt Marquartstein, bis das herzogliche Forstamt Traunstein gebildet und die Marquartsteiner Wälder diesem unterstellt wurden (1). Die Wälder dienten zur Versorgung der Saline Traunstein.
Der 1804 gebildeten Oberförsterei Marquartstein unterstanden die Reviere Traunstein, Marquartstein, Piesenhausen und Bergen. Das spätere Forstamt hatte seinen Sitz in Traunstein, wie aus Adress-Formulierungen "Forstamt Marquartstein in Traunstein" hervorgeht. 1822 oder 1829 wurde das Forstamt ä.O. Traunstein aufgelöst, das Revier Teisendorf kam an das Forstamt ä.O. Reichenhall, das Revier Marquartstein kam an das neu geschaffene Forstamt ä.O. Marquartstein.
Zwischen 1849 und 1860 wandelte man die Stationsbezirke in Forstwarteien mit Sitz in Sondermoning und Tödlham um. 1868 wurden die Salinenforstämter der Staatsforstverwaltung einverleibt.
1822 entstand das Forstamt ä.O. Marquartstein als ein Salinen-Forstamt ebenso wie Rosenheim, Ruhpolding, Reichenhall und Berchtesgaden. Diesem Forstamt ä.O. Marquartstein unterstanden die Reviere Marquartstein, Bergen und Piesenhausen. Für wenige Jahre wurde die Burg Marquartstein für forstamtliche Zwecke genutzt, dann jedoch entstand der repräsentative, schlossartige Bau auf dem kleinen Hügel am heutigen Ortsrand (Bahnhofstr. 2). Nach dem Stande von 1883 gliederte sich das Revier Piesenhausen in den Spezialbezirk sowie die beiden Warteien Schleching und Grassau. 1858 bildete man das Revier Raiten und teilte ihm die ganze Wartei Schleching zu.
Im Zuge der Neuorganisation 1885 wurden die beiden Forstämter n. O. Marquartstein-Ost und Marquartstein-West geschaffen.
Die Gemeinde Marquartstein entstand 1938 aus Teilen von Grassau, Schleching und Unterwössen (2).
Reviere:
1822: Bergen, Marquartstein, Piesenhausen.
1853: Bergen, Marquartstein, Piesenhausen, Traunstein.
1866: Revier Bergen mit Wartei Übersee, Revier Marquartstein mit den Warteien Staudach und Oberwössen, Revier Piesenhausen mit Wartei Rottau, Revier Raiten (1858 errichtet) mit Wartei Schleching, Revier Traunstein mit den Warteien Sondermoning und Kammer.
1880: Bergen, Marquartstein, Piesenhausen, Raiten, Traunstein.
Forstamt n.O. Marquartstein-Ost (1885-1973)
Lage: Höhenerstreckung im BV Bergen zwischen 546m (bei Avenhausen) und 1671m NN (Hochfelln).
Die Waldungen des ehemaligen Forstamtes Marquartstein-Ost (BV Marquartstein-Ost und BV Bergen) liegen im südlichen Chiemgau auf den Ausläufern der Tiroler-bayerischen Alpen, gegliedert durch tief eingeschnittene Täler der Tiroler Ache, Kaltenbach, Hammergraben, Weiß und Schwarzachen und ihrer Nebenbäche.
Das Forstamt n.O. Marquartstein-Ost entstand wie das Forstamt Bergen im Zuge der Neuorganisation 1885 aus früheren Revieren des Forstamts ä. O. Marquartstein.
1943 teilte man die Auwaldgebiete (d. i. der Bezirk Übersee) des ehemaligen Forstamtes Bergen (s. d.) dem Forstamt Marquartstein-West zu, während die Bergwaldungen (bestehend aus dem Revierförsterbezirk und dem Forstwartsbezirk Bergen) dem Forstamt Marquartstein-Ost zugewiesen wurden. Der nunmehrige Betriebsverband Bergen wurde vom Forstamt Marquartstein-Ost (und Traunstein) bewirtschaftet (3).
1973 wurde das Forstamt Marquartstein-Ost aufgelöst bzw. mit dem Forstamt Marquartstein-West zusammengelegt. Das in den 1960er Jahren am Hang gegenüber der Burg Marquartstein erbaute Forstamtsgebäude Marquartstein-Ost in der "Kleinen Ötz" diente nach 1973 noch als Forstdienstgebäude.
Bahnhofstraße 2, Marquartstein
Lage: Waldgebiet Ic "östliche Bayerische Alpen", IIc "östliche Bayerische Voralpen" und IIIc "östliches Moränengebiet"; Höhenlage zwischen 520-533 m NN (Chiemseemöser) und 1809 m NN (Geigelstein).
Das Forstamt n. O. Marquartstein-West entstand 1885 aus dem vormaligen Revier Piesenhausen des Forstamtes ä. O. Marquartstein. Es gliederte sich in den Spezialbezirk mit dem Amtssitz in Marquartstein und einen Försterbezirk in Rottau sowie in einen Forstaufseherbezirk in Marquartstein; weiterhin in einen Assessorenbezirk in Schleching mit zwei Forstaufseherbezirken. Diese Forstamtsassessorenstelle Schleching wurde 1917 in eine Forstassisstentenstelle umgewandelt (4) und 1932 aufgelöst (5).
1943 teilte man dem Forstamt Marquartstein-West die Auwaldgebiete (d. i. der BV Übersee) des ehemaligen Forstamtes Bergen zu, während dessen Bergwaldungen dem Forstamt Marquartstein-Ost zugewiesen wurden.
Zum 1. Januar 1954 richtete man in Piesenhausen eine neue Forstwartsstelle ein. Anläßlich der Zwischenrevision 1972 wurde der bisherige Betriebsverband in die neuen Betriebsverbände BV Marquartstein-West und BV Übersee geteilt.
Das Forstamt Marquartstein-West führte auch den Betrieb der zur Strafanstalt Bernau a. Chiemsee (Lkr. Rosenheim) gehörigen Gründe von rund 1000 ha, überwiegend Moor- und Torfflächen sowie landwirtschaftlich genutzte Gründe (6).
1973 wurde das Forstamt Marquartstein-West mit dem Forstamt Marquartstein-Ost zusammengelegt, Forstamtssitz blieb das 1823/24 errichtete stattliche klassizistische Amtsgebäude auf einem Hügel am Ortsrand.
Amtsgebäude: Bahnhofstr.2, 83250 Marquartstein
Lage: Im Wuchsgebiet I "Hochgebirge" (1938). (7)
Das Forstamt Marquartstein wurde im Zuge der Forstreform 1973 aus den ehem. Forstämtern Marquartstein-Ost und Marquartstein-West zusammengesetzt und erhielt als Amtssitz das repräsentative Gebäude des alten Forstamtes auf der Anhöhe des Marquartsteiner Ortsrandes. Die Waldungen liegen vor allem westlich, südlich und östlich von Marquartstein. 1985/86 löste man die Forstdienststellen Marquartstein und Raiten auf, dafür wurde die Forstdienststelle Staudach vom Forstamt Siegsdorf dem Forstamt Marquartstein zugeteilt (8).
Im Jahre 2005 wurde das Forstamt Marquartstein aufgelöst, das Dienstgebäude dient nun als Außenstelle des ALF Rosenheim für den Bereich Forsten mit acht Revieren (Stand 1. 7. 2005), wobei als Sonderaufgabe hier insbesondere die Schutzwaldsanierungssektion beheimatet bleiben soll.
Reviere:
1972 (Planung): Rottau, Raiten, Schleching, Unterwössen, Marquartstein, Reit i. Winkel I, Reit i. Winkel II.
1988: Staudach (Staatswald und Privatwaldbetreuung), Oberwössen (Staatswald), Gräben (Staatswald), Seegatterl (Staatswald), Blindau (Staatswald), Unterwössen (Staatswald), Schleching (Staatswald), Rottau (Staatswald).
II. Überlieferungsgeschichte
Die verschiedenen Forstämter von Marquartstein bilden einen der größten Bestände unter den Forstämtern im Staatsarchiv München. 1885 übertrug man die Aktenausscheidung und Sichtung der Registratur des Forstamts Marquartstein-West dem Forstamtsassistenten Grad, der sich auch den Registraturen von St. Zeno und des Reviers Königssee widmete (9).
Die Abgabe des Forstamts Marquartstein aus dem Jahre 1981 enthält überwiegend Unterlagen des Forstamts ä.O. und dessen Vorgänger aus dem 18. Jahrhundert. Verzeichnet wurde diese Abgabe in einem eigens gebundenen Findbuch mit den Signaturen FA 10936 - 11618, es sind darin folglich auch andere Provenienzen enthalten.
Bei der Bearbeitung der Abgabe 2005 wurden die Provenienzen genauer getrennt und sind in vorliegendem Findbuch entsprechend aufgeführt. Diese Verzeichnung wurde durch die Archivinspektorenanwärterinnen und Archivinspektorenanwärter Claudia Ruth Eikel, Bettina Knabl, Sebastian Sattler M.A., Melanie Steinhäußer, Johannes Stoiber, Sabine Anita Müller und Katharina Weber während des Praktikums im Frühjahr/Sommer 2008 am Staatsarchiv München durchgeführt. Die sehr umfangreiche Abgabe des Jahres 2005 umfasst eine Zeit von etwa 1803 bis 1990. Die meisten jüngeren Akten (ab 1973) befinden sich noch in der laufenden Registratur des ehemaligen Forstamtes Marquartstein, nun Amt für Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, Außenstelle Marquartstein.
Anzumerken bleibt, dass aus der Abgabe 2005 zahlreiche Unterlagen des Forstamts n.O. Bergen herausgelöst wurden, die derzeit noch zum unverzeichneten Bestand gehören.
Im Einzelnen sind folgende Abgaben zu beachten:
" Abgabe 1939 (Personalakten). Verzeichnet, Sign. Personalakten (PA) Nr. 6666-6673.
" Abgabe 1972 aus dem Bestand "Saline Rosenheim", 2 Akten (1820-1864). Verzeichnet, Sign. Forstämter Nr. 4193, 4194.
" Aktenaussonderung vom Jahre 1981: Rep. o. Sign. [zu bestellen: Forstämter Nr....] gebundener Band. Hier hauptsächlich die Überlieferung des Forstamtes (ä. O.) Marquartstein bis 1885 (wahrscheinlich inklusive der Revierakten, enthält jedoch offenbar auch einzelne Akten des Salzmaieramtes (?) Traunstein).
" Aktenaussonderung ohne Jahresangabe: Rep. o. Sign. [zu bestellen: Forstämter Nr....] in Aktenordner.
" Abgaben vom 02.08.2005, 23.11.2005 und 05.12. 2005 (zusammengefasst unter dem ersten Datum). Die Marquartsteiner Provenienzen wurden 2008 im Rahmen eines Praktikums der Bayerischen Archivschule am Staatsarchiv Mümchen in FAUST verzeichnet, Sign. FA (Marquartstein) 23100-24353.
Karten und Pläne:
" Kartensammlung Nr. 247-262: Forstamt Marquartstein, Forstwirtschaftskarte(n) der königlichen Salinen-Waldungen in dem Forstamt Marquartstein, 1821 (alte Sign. K 224c).
München, im Januar 2009
Dr. Daniel Burger
Fußnoten:
(1) Siehe StAM, StMELF - Ministerialforstabteilung 56: FEW 1952 Marquartstein-West, S. 7.
(2) RAnz 1938, S. 25.
(3) Siehe StAM, StMELF - Ministerialforstabteilung 52: FEW 1950 Marquartstein-Ost (BV Bergen), StAM, StMELF - Ministerialforstabteilung 55: FEW 1969 Marquartstein-Ost (BV Bergen).
(4) GVBl 1917, S. 580; Bek. vom 28. Oktober 1917.
(5) Bek. des StMFin MFA vom 27. Juni 1932 Nr. VII 30325 über Forstorganisation.
(6) Siehe StAM, StMELF - Ministerialforstabteilung 57: FEW 1961 Strafanstalt Bernau.
(7) Siehe Verzeichnis der anerkannten Reviere ... 1938, S. 24.
(8) Jahresbericht der Staatsforstverwaltung 1986, S. 8.
(9) BayHStA, ML 8640, hier Schreiben der Regierungsforstabteilung an das Finanzministerium vom 15. September 1885.
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