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Nachlass Familie Curtius (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Andere Nachlässe >> Curtius
1859-1975
1. Vorwort: Die Familie Curtius ist eine ursprünglich aus dem Baltikum (Livland) stammende Gelehrtenfamilie, deren Wirken in Deutschland mit dem 1736 nach Lübeck eingewanderten Carl Werner Curtius beginnt. Das weit verzweigte Geschlecht brachte bis heute bedeutende Ärzte, Theologen, Philologen und Verwaltungsbeamte hervor. Die Familienmitglieder Sophie Maria von Erlach-Hindelbank, Friedrich Curtius, Louise Curtius und Ernst Robert Curtius unterhielten einen Briefwechsel mit Großherzogin Luise von Baden. Sophie "Selli" Maria von Erlach-Hindelbank wurde am 5. Oktober 1819 (nicht 1829) als Tochter des Majors Carl Emanuel von May und Elisabeth von May, geb. Joliffe, in Bern geboren. Als Jugendliche nahm sie Kunstunterricht bei dem Schweizer Maler Johann Friedrich Dietler. Um 1850 arbeitete Sophie Maria von Erlach-Hindelbank fünf Jahre als Erzieherin der jungen preußischen Prinzessin Luise, der späteren Großherzogin von Baden, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verband. 1852 heiratete sie den ebenfalls aus Bern stammenden Maschineningenieur der badischen Staatsbahn in Freiburg im Breisgau Georg Robert von Erlach-Hindelbank, mit dem sie drei Kinder hatte, darunter Louise Greda Mathilde Curtius (s.u.). Ihr künstlerisches Werk besteht überwiegend aus Aquarellen, wobei Portraits und Blumen zu ihren bevorzugten Motiven gehörten. Sophie Maria von Erlach-Hindelbank starb am 31. Dezember 1911 in Straßburg. Friedrich Curtius wurde am 7. Juli 1851 als Sohn des Archäologen Ernst Curtius und dessen Frau Auguste, geb. Reichhelm, verwitw. Besser, in Berlin geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Ablegung der beiden juristischen Staatsexamen wurde Curtius 1884 zum Kreisdirektor des Kreises Thann/Elsass ernannt. Aus seiner 1885 geschlossenen Ehe mit Louise Gräfin von Erlach-Hindelbank (geb. 8. September 1857, gest. 7. Februar 1919), Tochter von Robert und Sophie von Erlach-Hindelbank, geb. May, aus Neuchâtel, gingen die Söhne Ernst Robert Curtius (1886-1956) und Friedrich Curtius (1896-1975) sowie die Töchter Olympia von Weizsäcker (1887-1979) und Greda Picht (1889-1972) hervor. Von 1897 bis 1901 war Curtius Kreisdirektor im Kreis Colmar und anschließend bis zum Eintritt in den Ruhestand 1903 Kreisdirektor im Kreis Straßburg-Land. Nach seiner Pensionierung engagierte sich Curtius in der evangelischen Kirche und amtierte bis 1914 als Präsident des Direktoriums der Kirche Augsburgischer Konfession von Elsass und Lothringen. Als solcher war er 1911-1914 Mitglied der ersten Kammer des Landtags des Reichslandes Elsass-Lothringen. 1905 wurde Curtius zudem zum Präsidenten des lutherischen Oberkonsistoriums gewählt. Politisch betätigte er sich 1912 bei der Gründung der liberalen Elsässischen Fortschrittspartei. Nach Ende des Ersten Weltkriegs siedelte Curtius nach Heidelberg über, wo er am 4. Mai 1933 starb. Ernst Robert Curtius wurde am 14. April 1886 als Sohn von Friedrich Curtius und Louise Curtius, geb. von Erlach-Hindelbank, im elsässischen Thann geboren. Nach dem Abitur studierte er Neuere Philologie an den Universitäten Straßburg, Berlin und Heidelberg und wurde 1910 bei dem Romanisten Gustav Gröber in Straßburg promoviert. 1913 folgte die Habilitation in Bonn. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Offizier erhielt Curtius 1919 eine außerordentliche Professur an der Universität Bonn. Im Folgejahr wechselte er als ordentlicher Professor an die Universität Marburg, 1924 an die Universität Heidelberg. Ab 1929 war Curtius Ordinarius für Romanische und Mittellateinische Philologie an der Universität Bonn. In seinem wissenschaftlichen Werk beschäftigte sich Curtius vor allem mit französischer Kultur und Literatur vor dem Hintergrund einer deutsch-französischen Kulturverständigung und der Schaffung eines paneuropäischen Kulturraumes. Nach seiner Emeritierung 1951 verlegte Curtius seinen Wohnsitz nach Rom, wo er am 19. April 1956 starb. Karlsruhe, im Juni 2018 Dr. René Gilbert
2. Zur Ordnung: Der Nachlass der Familie Curtius gelangte 2015 als Geschenk von Dr. Carl Friedrich Curtius (geb. 1928), ehemaliger Kanzler der Univeristät Düsseldorf und Sohn des Internisten Prof. Dr. Friedrich Curtius (1896-1975), ins Generallandesarchiv. Er besteht nahezu vollständig aus Briefen. Die Mehrheit der Briefe stammt von Großherzogin Luise von Baden (1838-1923) und ist an Louise/Luise Curtius, geb. von Erlach-Hindelbank (1857-1919), Großmutter von Dr. Carl Friedrich Curtius und Ehefrau des Juristen Friedrich Curtius (1851-1933), gerichtet. Außerdem enthält der Nachlass auf französisch verfasste Briefe von Luise von Baden an Sophie "Selli" Maria von Erlach-Hindelbank, geb. von May (1819-1911), der Mutter von Louise/Luise Curtius. Hinzu kommen Briefe der späteren schwedischen Königin Viktoria von Baden (1862-1930) an Louise/Luise Curtius sowie Briefe von Luise von Baden an Friedrich Curtius (1851-1933) und dessen Sohn Ernst Robert Curtius (1886-1956). Die Briefe sind nach Korrespondenzpartnern chronologisch geordnet. Ergänzend zu diesem Nachlass sei auf die Schriftwechsel von Luise von Baden mit den Mitgliedern der Familie Curtius hingewiesen (vgl. Quellen). Die Erschließung erfolgte 2018 durch René Gilbert im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierten Projekts. Zusätzlich versah Gilbert den Bestand mit Orts- und Personenindizes. Der Bestand umfasst insgesamt 186 Briefe bzw. 0,1 lfdm.
3. Quellen und Literatur: Quellen: "Curtius, Ernst (1814-1896)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 1797 [Laufzeit: 1857-1896] "Besser, Elisabeth (1848-1919)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2380, 2381, 2485 [Laufzeit: 1880-1918] "Curtius, Friedrich (1851-1933)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2383, 2384, 2483, 2484, 5988 [Laufzeit: 1886-1923] "Picht, Greda, geb. Curtius (1889-1972)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2385 [Laufzeit: 1902-1921] "Weizsäcker, Olympia von, geb. Curtius (1887-1979)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2386, 2387, 2479, 2480 [Laufzeit: 1899-1923] "Erlach-Hindelbank, Sophie Maria von, geb. von May (1819-1911)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2390, 2400-2403, 2522 [Laufzeit: 1857-1912] "Curtius, Louise, geb. Gräfin von Erlach-Hindelbank (1857-1919)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2391-2399, 2478 [Laufzeit: 1871-1919] "Curtius, Friedrich (1896-1975)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2481 [Laufzeit: 1910-1919] "Curtius, Ernst Robert (1886-1956)", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2482 [Laufzeit: 1901-1920] Literatur: Hahn, Wilhelm: Ernst und Georg Curtius und ihr Sippenkreis, in: Familienkundliches Jahrbuch Schleswig-Holstein 5 (1966), S. 28-33. Herrmann, Hilde: Die drei Familien Curtius, in: Neue Deutsche Hefte 1, 1954/55, S. 208-217.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.