Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm teilen dem Konstanzer Bischof Heinrich [von Hewen] oder seinem Generalvikar in geistlichen Angelegenheiten mit, dass ihr inzwischen verstorbenen Mitbürger Johann Musmelber und seine Ehefrau Anna letztwillig zu ihren Lebzeiten eine ewige Messe im Ulmer Münster gestiftet haben. Mit der Ausführung der Stiftung und der Einholung der Bestätigung des Diözesanbischofs haben sie die Ulmer Bürger und Ratsherren Konrad Krafft und Jakob Sonntag ("Sunnentag") betraut. Zur Ausstattung der Messe haben diese Güter und Einkünfte in Asselfingen ("Aszlabingen") [Alb-Donau-Kreis], ein Haus in Ulm am Gries vor Merspurgs Brunnen sowie einen jährlichen Zins von einem Hof in Bernstadt [Alb-Donau-Kreis], der gegen Entrichtung von 200 rheinischen Gulden abgelöst werden kann, eingesetzt. Diese Güter und Einkünfte dienen zum Unterhalt des für die Messe zuständigen Kaplans und sollen von diesem verwaltet werden. Sie dürfen weder verkauft noch verpfändet oder der Messe auf andere Weise entfremdet werden. Das Patronatsrecht für die Messe haben die Stifter Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm übertragen, wobei bei der Vergabe Personen aus der Verwandtschaft der Stifter bevorzugt werden sollen. Bürgermeister und Rat bitten daher den Bischof oder seinen Generalvikar, dies sowie die Stiftung zu bestätigen.

Show full title
Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
Data provider's object view
Loading...