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G 254 - Evangelisches Pfarramt Münster am Kocher (Bestand)
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit M
1600-1974
Einleitung: ===== Ortskirchengeschichte =====
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens Munster geht zurück ins 13. Jahrhundert. Allerdings vermuten Heimatforscher, dass die Siedlung bereits im 8. Jahrhundert gegründet worden war. Die Ortsbezeichnung "Münster" lässt darauf schließen, dass um 1285/86 eine Stifts- und Klosterkirche angesiedelt war.
Münster am Kocher war ab 1374 im Besitz der Schenken von Limpurg. Mit dem Aussterben der Limpurger Adelsfamilie wurde Münster dem Landamt Gaildorf zugewiesen und gehörte auch nach 1806 im Königreich Württemberg weiterhin dem Oberamt Gaildorf an. Durch die unmittelbare Verbindung zum limpurgischen Residenzort Gaildorf, der den wirtschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Mittelpunkt des Limpurger Landes bildete, ist zu vermuten, dass Münster am Kocher von der städtischen Ausgestaltung der Schenken von Limpurg profitierte. 1399 wurde eine Mühle errichtet, die 1629 zu einer Mahl- und Sägemühle ausgebaut wurde. Ein Ziegelhäuslein bestand ab 1529 und 1758 war der Bau einer Glashütte geplant. Außerdem ist für die Umgebung das Steinbruchgewerbe nachgewiesen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatte sich die Einwohnerzahl in Münster am Kocher von 40 auf 20 halbiert. 1789 ist eine Zahl von 292 Einwohnern überliefert.
Fast 30 Jahre nach der Stadterhebung Gaildorfs wurde in Münster eine eigene Pfarrei errichtet. 1433 gehörten ihr mehrere Filialen an, darunter Unterrot, Bröckingen, Schönberg, Reippersberg und Gaildorf. Mit der Errichtung der Gaildorfer Kapelle, die im Zusammenhang mit dem Stiftungsgedanken der limpurgischen Schenken zu betrachten ist, wurde der Sitz nach Gaildorf verlegt und die Münstersche Kirche wurde Filialkirche von Gaildorf. Die Beisetzungen für Gaildorf blieben jedoch bis 1694 dem Pfarrer in Münster vorbehalten, daher hielt dieser in beiden Kirchen abwechselnd Messen. Danach half der Pfarrer von Münster, mit einer Unterbrechung von 100 Jahren, bis 1898 beim Abendmahlsgottesdienst in Gaildorf aus.
Die Reformation erfasste auch das Limpurger Land. Hier darf davon ausgegangen werden, dass die Landesherrn unmittelbar zwischen 1540 und 1555 die neue Lehre in ihren Territorien einführten. Von 1338 bis 1690 hatten die Limpurger Herrscher auch das Patronatsrecht inne. Die auf das Jahr 1611 datierte Kirchenordnung von Münster am Kocher ist ein Beleg für die frühe Eigenständigkeit der Pfarrei, begünstigt aufgrund der reformatorischen Bewegungen im Land. Die Gemeinde Unterrot hatte keine Kirche und gehörte seither zur Pfarrei Münster. Der Kirchturm der heutigen evangelischen Kirche "Zu Unserer Lieben Frau" weist auf romanische Formen hin, während das Schiff und der Chor gotische Elemente beinhalten und die innere Ausstattung, wie beispielsweise die Decke und die Brüstung der Empore, im Jugendstil gehalten ist. Das gotische Kreuzrippengewölbe wurde verziert mit einem Schlussstein, der das Limpurger Wappen enthält. Die Kirche umgab ein Friedhof, der 1874 verlegt wurde. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche mehrmals renoviert und 1925 unter Denkmalschutz gestellt.
Die Kinder der Gemeinden Münster, Bröckingen, Unterrot, Schönberg und Reippersberg besuchten die Schule in Gaildorf und ab 1652/66 die Schule in Münster am Kocher.
===== Bestandsgeschichte =====
Auf der Grundlage eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv des Pfarramtes Münster am Kocher mit der Filiale Unterrot am 21. Juli 2015 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Der Bestand wurde im Sommer 2016 von Theresa Reich geordnet und verzeichnet. Er erstreckt sich über ca. 9 laufende Meter und besteht aus 378 Bestellnummern. Die Abschlussredaktion (Klassifikation und Indizierung) erfolgte durch Bertram Fink im Februar 2017.
Das Pfarrarchiv setzt sich zusammen aus den Hauptgattungen Amtsbücher, Akten und Rechnungsunterlagen. Das älteste Archivale, eine Heiligenpflegerechnung, wurde im Jahr 1600 angelegt. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen, endet die Laufzeit der Archivalien vor 1967.
Die Erschließung der Akten orientiert sich am Registraturplan für die Pfarrämter von 1901. Die Mehrfachüberlieferung wurde ausgeschieden. Alle Titelaufnahmen ohne Ortsnamen umfassen grundsätzlich Schriftgut des Pfarramtes Münster am Kocher. Beinhaltet eine Archivalieneinheit die Überlieferung sowohl von Münster am Kocher als auch von Unterrot, so wurden beide Ortsnamen in der Titelaufnahme erwähnt.
Für die Recherche stehen das Inhaltsverzeichnis und Indices zur Verfügung. Sämtliche Archivalien von Unterrot sind im Ortsindex mit seinen Ordnungsnummern aufgelistet. Über die Ordnungsnummern gelangt man zu den Bestellnummern. Die Archivalien können im Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs eingesehen werden. Aus Bestandserhaltungsgründen sind die Kirchenbücher vor 1876 für die Benutzung gesperrt. Die historischen Kirchenbücher stehen aber der Familienforschung im Kirchenbuchportal Archion (www.archion.de) zur Verfügung. Für die Benutzung der Kirchenbücher nach 1875 gilt die jeweils aktuelle Kirchenregisterordnung. Aus Datenschutzgründen mussten manche Bestellnummern mit Sperrfristen versehen werden.
Einleitung: Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens Munster geht zurück ins 13. Jahrhundert. Allerdings vermuten Heimatforscher, dass die Siedlung bereits im 8. Jahrhundert gegründet worden war. Die Ortsbezeichnung "Münster" lässt darauf schließen, dass um 1285/86 eine Stifts- und Klosterkirche angesiedelt war.
Münster am Kocher war ab 1374 im Besitz der Schenken von Limpurg. Mit dem Aussterben der Limpurger Adelsfamilie wurde Münster dem Landamt Gaildorf zugewiesen und gehörte auch nach 1806 im Königreich Württemberg weiterhin dem Oberamt Gaildorf an. Durch die unmittelbare Verbindung zum limpurgischen Residenzort Gaildorf, der den wirtschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Mittelpunkt des Limpurger Landes bildete, ist zu vermuten, dass Münster am Kocher von der städtischen Ausgestaltung der Schenken von Limpurg profitierte. 1399 wurde eine Mühle errichtet, die 1629 zu einer Mahl- und Sägemühle ausgebaut wurde. Ein Ziegelhäuslein bestand ab 1529 und 1758 war der Bau einer Glashütte geplant. Außerdem ist für die Umgebung das Steinbruchgewerbe nachgewiesen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatte sich die Einwohnerzahl in Münster am Kocher von 40 auf 20 halbiert. 1789 ist eine Zahl von 292 Einwohnern überliefert.
Fast 30 Jahre nach der Stadterhebung Gaildorfs wurde in Münster eine eigene Pfarrei errichtet. 1433 gehörten ihr mehrere Filialen an, darunter Unterrot, Bröckingen, Schönberg, Reippersberg und Gaildorf. Mit der Errichtung der Gaildorfer Kapelle, die im Zusammenhang mit dem Stiftungsgedanken der limpurgischen Schenken zu betrachten ist, wurde der Sitz nach Gaildorf verlegt und die Münstersche Kirche wurde Filialkirche von Gaildorf. Die Beisetzungen für Gaildorf blieben jedoch bis 1694 dem Pfarrer in Münster vorbehalten, daher hielt dieser in beiden Kirchen abwechselnd Messen. Danach half der Pfarrer von Münster, mit einer Unterbrechung von 100 Jahren, bis 1898 beim Abendmahlsgottesdienst in Gaildorf aus.
Die Reformation erfasste auch das Limpurger Land. Hier darf davon ausgegangen werden, dass die Landesherrn unmittelbar zwischen 1540 und 1555 die neue Lehre in ihren Territorien einführten. Von 1338 bis 1690 hatten die Limpurger Herrscher auch das Patronatsrecht inne. Die auf das Jahr 1611 datierte Kirchenordnung von Münster am Kocher ist ein Beleg für die frühe Eigenständigkeit der Pfarrei, begünstigt aufgrund der reformatorischen Bewegungen im Land. Die Gemeinde Unterrot hatte keine Kirche und gehörte seither zur Pfarrei Münster. Der Kirchturm der heutigen evangelischen Kirche "Zu Unserer Lieben Frau" weist auf romanische Formen hin, während das Schiff und der Chor gotische Elemente beinhalten und die innere Ausstattung, wie beispielsweise die Decke und die Brüstung der Empore, im Jugendstil gehalten ist. Das gotische Kreuzrippengewölbe wurde verziert mit einem Schlussstein, der das Limpurger Wappen enthält. Die Kirche umgab ein Friedhof, der 1874 verlegt wurde. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche mehrmals renoviert und 1925 unter Denkmalschutz gestellt.
Die Kinder der Gemeinden Münster, Bröckingen, Unterrot, Schönberg und Reippersberg besuchten die Schule in Gaildorf und ab 1652/66 die Schule in Münster am Kocher.
Auf der Grundlage eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv des Pfarramtes Münster am Kocher mit der Filiale Unterrot am 21. Juli 2015 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Der Bestand wurde im Sommer 2016 von Theresa Reich geordnet und verzeichnet. Er erstreckt sich über ca. 9 laufende Meter und besteht aus 378 Bestellnummern. Die Abschlussredaktion (Klassifikation und Indizierung) erfolgte durch Bertram Fink im Februar 2017.
Das Pfarrarchiv setzt sich zusammen aus den Hauptgattungen Amtsbücher, Akten und Rechnungsunterlagen. Das älteste Archivale, eine Heiligenpflegerechnung, wurde im Jahr 1600 angelegt. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen, endet die Laufzeit der Archivalien vor 1967.
Die Erschließung der Akten orientiert sich am Registraturplan für die Pfarrämter von 1901. Die Mehrfachüberlieferung wurde ausgeschieden. Alle Titelaufnahmen ohne Ortsnamen umfassen grundsätzlich Schriftgut des Pfarramtes Münster am Kocher. Beinhaltet eine Archivalieneinheit die Überlieferung sowohl von Münster am Kocher als auch von Unterrot, so wurden beide Ortsnamen in der Titelaufnahme erwähnt.
Für die Recherche stehen das Inhaltsverzeichnis und Indices zur Verfügung. Sämtliche Archivalien von Unterrot sind im Ortsindex mit seinen Ordnungsnummern aufgelistet. Über die Ordnungsnummern gelangt man zu den Bestellnummern. Die Archivalien können im Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs eingesehen werden. Aus Bestandserhaltungsgründen sind die Kirchenbücher vor 1876 für die Benutzung gesperrt. Die historischen Kirchenbücher stehen aber der Familienforschung im Kirchenbuchportal Archion (www.archion.de) zur Verfügung. Für die Benutzung der Kirchenbücher nach 1875 gilt die jeweils aktuelle Kirchenregisterordnung. Aus Datenschutzgründen mussten manche Bestellnummern mit Sperrfristen versehen werden.
Evangelisches Pfarramt Münster am Kocher
9 lfd. m
Bestand
Biser, Roland (Hg.): Der Kreis Schwäbisch Hall, Stuttgart 1987.
Landesarchiv Baden-Württemberg (Hg.): Der Landkreis Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg - Das Land und seine Kreise, Bd. 1), Ostfildern 2005, S. 504-524.
Weismann, Christoph: Die Katechismen des Johannes Brenz. Die Entstehungs-, Text- und Wirkungsgeschichte, Berlin, New York 1990, S. 366-383.
Münster, Gaildorf, Landkreis Schwäbisch Hall
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.