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Bauks, Friedrich Wilhelm (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 07. Nachlässe
1820 - 1998
Zur PersonBAUKS, Friedrich Wilhelm, Verwaltungsdirektor, * 26.4.1931 in Hilbeck (Westfalen) als Sohn eines Postbeamten, † 24.10.2003 in Münster. - Schon zu Lebzeiten galten Person und Werk als Synonyme. "Der Bauks", wie man das 1980 erschienene Lexikon westfälischer Pfarrer alsbald nannte, ist unentbehrliches Grundlagenwerk und Hilfsmittel für die westfälische Kirchengeschichtsforschung geworden. B. selbst sah das Werk gleichwohl zunächst nur als Materialsammlung, als "Gerüst und Stütze" für die historische Arbeit an. Kirchliche Personengeschichtsschreibung sei nur sinnvoll, "wenn sie auf die Kirchengeschichte hin geschieht und sich als Teil der kirchengeschichtlichen Forschung ansieht." Der langjährige Verwaltungsdirektor des Kirchenkreises Münster und Vorstandsmitglied des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte erarbeitete daher parallel und fortgesetzt zu seinem Pfarrerbuch ein Lexikon der westfälischen Kirchengemeinden seit der Reformationszeit. Die umfangreiche Materialsammlung und die Vorstudien zu diesem unvollendeten zweiten Lebenswerk bilden heute einen Hauptbestandteil des Nachlasses von B. im Landeskirchlichen Archiv Bielefeld. Nach einer Verwaltungsausbildung bei der Superintendentur Hamm modernisierte B. in seiner ersten Arbeitsstelle bei der Evangelischen Kirchengemeinde Plettenberg seit 1953 die Kirchenbuchführung und das Karteiwesen. Seit jenen Jahren betrieb der Autodidakt intensiv und systematisch heimatkirchengeschichtliche Forschungen. Trotz der detailversessenen, jahrzehntelangen Arbeit fehlte B. nach eigenen Worten "die reine Freude an einer bis in Einzelheiten ausgeführten Darlegung". Tatsächlich arbeitete B. durchaus von einem dezidierten theologischen und kirchenhistorischen Standpunkt aus. Als einer der jüngsten Michaelsbrüder - der Konvent Westfalen hatte ihn bereits Ende 1953 als Probebruder, 1956 dann als Bruder aufgenommen - galt seine Sympathie, neben seinem Interesse an den äußeren Rahmendaten lokaler Kirchengeschichten und Pfarrerexistenzen, den Ausdrucksformen eines eher "pietistisch"-orientierten Gemeinschafts- und Gemeindelebens. Der Homogenität einer Kirchengemeinde und ihrem "guten evangelischen Geist", der kirchlichen Vereinstätigkeit und dem Gottesdienstbesuch (bei möglichst vielen örtlichen außerkirchlichen Angeboten) widmete er seine besondere Aufmerksamkeit in der geschichtlichen Betrachtung. Innere Not bereiteten ihm in der historischen Darstellung hingegen konfessionelle Konflikte und innerkirchliche Kämpfe. B.s' theologisch-wissenschaftlicher Standort war zudem geprägt von der spezifischen Frömmigkeitskultur und Sozialstruktur seiner Hilbecker Heimat. Im ursprünglich reformierten Hilbeck amtierte Mitte des 19. Jahrhunderts der spätere Hammer Superintendent Friedrich Adolf Eck (1837-1884), der die neuentstandene Orthodoxie "mit einem Tropfen Pietismus" verband und dessen erweckliche Predigt sowie tiefgehende Seelsorge lange nachwirkten in der agrarisch geprägten Kirchengemeinde. Auf einen sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg abzeichnenden Rückgang des geistlichen Lebens reagierte eine neue pietistische Bewegung, die 1923 durch eine Evangelisation in Hamm ausgelöst worden war und die die Hilbecker Gemeindeglieder offenbar zu einem vertieften Glaubensleben gelangen ließ. Bei Kriegsende 1945 wurde der evangelisch-lutherisch getaufte B., dessen Vater Presbyter war, in Hilbeck durch den im lutherisch-pietistischen Kirchentum Minden-Ravensbergs aufgewachsen Nach-barpfarrer und Pfarrstellenverwalter Otto Meinshausen (Rhynern) konfirmiert. Nach dem zeitgleichen Ende der Schulzeit an der auch nach 1918 konfessionell ausgerichteten Hilbecker Volksschule nahm B. Privatunterricht in den Gymnasialfächern. Nach seinen Jahren in Hamm und Plettenberg trat B. als Verwaltungsangestellter in den Dienst der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld ein, legte hier 1954 die 2. Verwaltungsprüfung ab (die ihm später als Diplomierung zum Diplom-Verwaltungswirt anerkannt wurde) und wurde im November 1956 als Kirchengemeinde-Inspektor zum Kirchenbeamten auf Lebenszeit ernannt. Neben seiner Berufstätigkeit setzte B. seine Ausbildung als ordentlicher Studierender der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Wuppertal fort, wo er nach sieben Semestern Studiums in den Rechts- und Staatswissenschaften sowie in der Volkswirtschaftslehre im April 1958 die Diplomprüfung ablegte. Nicht zuletzt diese Sonderausbildung qualifizierte B. dann für die Stelle des Gemeindeamtsleiters der Evangelischen Kirchengemeinden in Münster, auf die er sich allerdings vor allem aus Gründen seiner "Liebe zur westfälischen Heimatkirche" beworben hatte. B. trat seinen Dienst in Münster an jenem bedeutsamen 1. Januar 1962 an, an dem die Kirchengemeinde Münster in sechs selbständige Kirchengemeinden aufgeteilt wurde. Fünf dieser Gemeinden blieben in einem Stadtverband zusammengeschlossen, der ein Gemeindeamt unterhielt, welches fortan von B. geleitet wurde. Im Zuge erneuter Strukturveränderungen übte B. ab 1971 seine Tätigkeit dann als Oberamtmann bzw. Verwaltungsdirektor (seit 1974) für den Kirchenkreis und Gesamtverband Münster aus. Zwischen 1964 und 1983 unterrichtete B. Kirchen- und Verwaltungsrecht in landeskirchlichen Verwaltungslehrgängen und war zeitweise Mitglied in landeskirchlichen Prüfungskommissionen. Der Westfale war vor allem ein Mann der Kirche und so hatte sich B. auch während seiner rheinischen Jahre in Elberfeld (1953-1961) in diesem Sinne engagiert: Er war u.a. Mitglied der Kreissynode und einiger synodaler Ausschüsse sowie 1. Vorsitzender des Lutherischen Trinitatis-kirchenchores. Bis 1997 übte B. dreißig Jahre lang das Amt des Schatzmeisters im Verein für Westfälische Kirchengeschichte aus. Dieser war erst 1963 auf ihn und seine Pfarrer- und Gemeindeforschungen aufmerksam geworden und überließ ihm nun das Vorhaben der Landeskirche, besagtes Pfarrerbuch zu schaffen. Neben seinen haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten war der seit 1957 verheiratete Vater von vier Töchtern, darunter eine Theologieprofessorin, Gasthörer an der Universität Münster. Hier hörte B., den der katholische Bischof von Münster einst im Scherze als den "Generalvikar der Evangelen" tituliert hatte, insbesondere den Landeshistoriker Albert K. Hömberg (1905-1963), mit dessen Studien zur westfälischen Landesorganisation er sich im Rahmen seiner kirchenhistorischen Forschungen in "Freizeit-Arbeit" (Westfälische Nachrichten) auseinanderzusetzen hatte. Das lang erwartete Baukssche Pfarrerbuch wird wegen seiner komplexen sozial- und bil-dungshistorischen sowie biographiegeschichtlichen Datenbasis von Wissenschaftlern, Genealogen und Heimatforschern gleichermaßen zu Rate gezogen. Vielfach ermöglicht es erst die Erarbeitung von Spezialstudien zu Milieu und Sozialprofil westfälischer Pfarrer. Vor allem für dieses Standardwerk wurde B. von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Jahre 1995 die Ehrendoktorwürde verliehen.Werke: Sozial im Biedermeier. Leben und Wirken des Pfarrers Johann Wilhelm Reinhard in Hilbeck in den Jahren 1829 bis 1835 nach Familienbriefen, in: JWKG 70 (1977), 117-132; Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945 (Beiträge zur westfälischen Kirchengeschichte 4), Bielefeld 1980; Zur evangelischen Kirchengeschichte Fröndenbergs von der Reformation bis 1850, in: JWKG 74 (1981), 23-41; Pfarrerbuch und Kirchengeschichte am Beispiel des Westfälischen Pfarrerbuches, in: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 30 (1981), 425-437; Nachträge zu: Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, in: JWKG 76 (1983), 231-258; Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Münster 1802-1962, in: 700 Jahre Apostelkirche Münster, Münster 1984, 133-205; Das kirchliche Leben in Schil-desche zur Zeit des Rationalismus, in: JWKG 79 (1986), 71-90; Kirchlicher Aufbau in der Anfangszeit der evangelischen Kirche im Vest Recklinghausen, in: JWKG 80 (1987), 27-43; Der westfälische DC-Bischof Bruno Adler, in: JWKG 80 (1987), 153-159; Evangelisches Gemeindeleben in Schildesche seit dem 17. Jahrhundert, in: JWKG 82 (1989), 186-202; Das kirchliche Leben in Schildesche zur Zeit des Rationalismus, in: Stift und Kirche Schildesche 939-1810, hg. v. Ulrich Andermann in Zusammenarbeit mit Joachim Wibbing, Herford 1989, 171-189; Die Anfänge der Reformierten Kirche in der Grafschaft Mark, in: JWKG 84 (1990), 97-158; Die Lu-therkirche in Hamm und ihre Gemeinde, in: JWKG 86 (1992), 33-46; Die evangeli-sche Kirchengemeinde, in: Geschichte der Stadt Münster, unter Mitw. von Thomas Küster hg. von Franz-Josef Jakobi, Bd. 2, Münster 1993, 433-459; (zusammen mit Herbert Sowade) Die Kirchengemeinden in der Nachkriegszeit, in: Geschichte der Stadt Münster, Bd. 3, Münster 1993, 83-100; Streiflichter aus dem Gemeindeleben der letzten vier Jahrhunderte, in: 450 Jahre Reformation in Wengern, hg. von Diet-rich Thier, Wetter 1993 (Kleine Schriften zur Geschichte der Stadt Wetter/Ruhr, 3), 75-102; Kirchenkampf in Wengern, in: 450 Jahre Reformation in Wengern, Wetter 1993, 129-140; 800 Jahre Kirche und Christengemeinde in Hilbeck. in: Amalie Rohrer/Hans-Jürgen Zacher (Hg.): Werl. Geschichte einer westfälischen Stadt, Bd. 1, Paderborn 1994 (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 31), 239-270; Kamen und seine ehemalige lutherische Gemeinde. Zur mittelalterlichen Kirchengeschichte Kamens, in: JWKG 89 (1995), 13-26; Die Stadt Hamm als the-ologischer Studienort, in: Aus dem Lande der Synoden. Festgabe für Wilhelm Heinrich Neuser zum 70. Geburtstag, hg. von Jürgen Kampmann, Lübbecke 1996, 207-216.Bibliographie: Jens Murken: D. Friedrich Wilhelm Bauks (1931-2003), in: JWKG 99 (2004), 19-32.Lit.: Hans-Joachim Behr: F.W. Bauks: Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, in: JWKG 75 (1982), 304-305 (Rezension); Martin Brecht: Laudatio anläßlich der Ehrenpromotion von Friedrich Wilhelm Bauks am 4. Juli 1995, in: JWKG 90 (1996), 215-217; Jens Murken: "Die katholische Kirche ist uns in diesem Punkt ja schon seit langem weit voraus". Die Entstehungsgeschichte des Pfarrerbuchs, in: Archivmitteilungen der westfälischen Kirche Nr. 12/13 (2002/2003), 44-52.Personalakten: LkA EKvW KB Nr. 13 und LkA EKvW 4.301 Nr. 2634Zum BestandBei dem Bestand 3.37 handelt es sich um den verzeichneten Teil der 1999 an das Landeskirchliche Archiv Bielefeld übergegangenen Sammlung Friedrich Wilhelm Bauks (1931-2003).Die Verzeichnung erfolgt sukzessive durch den Unterzeichneten im Zuge der Benutzung der Materialien für die Erarbeitung des "Westfälischen Gemeindelexikons". Unabhängig von der parallel durchgeführten Inventarisierung des Bibliotheksbestandes der Sammlung Bauks (SB) beginnt die Erschließung der Akten- und Handschriftenaufzeichnungen von Bauks mit den geordneteren Teilen dieser Sammlung, nämlich den bisher in grünen Kästen alphabetisch gelagerten Kirchengemeindesammmlungen. Bei dieser Lose-Blattsammlung handelt es sich insb. um Abschriften, Exzerpte, Kopien, Zeitungsausschnitte, die - die sog. Sammlung Otto Jesse bildenden - handschriftlichen Vorstudien aus den 1940er Jahren, sowie um Originalquellen, die von Friedrich Wilhelm Bauks im Zuge seiner Arbeit am Pfarrerbuch zwischen den 1960er und 1990er Jahren ungeheftet zu jeweils einem Bündel (er sprach von "Dossiers") pro Kirchengemeinde (bzw. Kirche resp. Pfarrbezirk) zusammengelegt worden waren. Vielfach ist dieses Material undatiert bzw. nicht datierbar; auch die Provenienzen der von Bauks aus Akten- und Archivgut seiner Sammlung hinzugefügten diversen Quellen sind nicht immer identifizierbar. Eigene Aufzeichnungen, d.h. Exzerpte von Archivalien, wie auch die seiner Sammlung hinzugefügten Archivalien selbst werden von Bauks gelegentlich summarisch als "Auszüge" bezeichnet, was dokumentiert, dass es ihm in erster Linie um die einzelne Information und den Gehalt des Materials ging und nicht so sehr um archivalische Zusammenhänge oder archivarisch-historiographische Gesichtspunkte der Überlieferungspflege.Das Material der ursprünglichen Sammlung und des jetzigen Nachlasses Bauks wurde zunächst umgebettet und dabei enteist sowie grob verzeichnet, so dass das lose Material bei der Benutzung nicht mehr durcheinander geraten kann und fortan vor allem zitierbar ist. Bei der Umbettung wurden die provenienzfremden, der Sammlung im Laufe der Jahre von Bauks zugeführten Unterlagen und Archivalien innerhalb der neuen Kartonmappen gesondert aufgeführt (und im "Darin"-Feld beschrieben), so dass sich nach einer Entscheidung über den Verbleib dieser Origi-nale auch ihre rasche Entnahme und Reponierung realisieren ließe. Druckschriften, d.h. vollständige Publikationen werden dem Bestand sofort entnommen, um sie dem Bibliotheksbestand der Sammlung Bauks (Abteilung "B" in der Bibliothek des Lan-deskirchlichen Archivs) zuzuführen. Ihre Entnahme ist in der Datenbank im Feld "Entnommen" jeweils vermerkt.Aufgrund der Anlage und des Zustandes der Sammlung Bauks ist es möglich, zu den Verzeichnungseinheiten weiteres loses Material zu den jeweiligen Kirchengemeinden, das sich verstreut in der gesamten Sammlung befinden kann, hinzuzu-fügen und im Zuge einer späteren etwaigen Feinverzeichnung dann mit aufzuführen.Generell beinhaltet jede Verzeichnungseinheit - um es noch einmal spiegelstrichar-tig zusammenzufassen - folgendes Material:- handschriftliche, undatierte, unvollständige "Pfarrer"listen (unterteilt nach Pfarr-stellen, Rektoren, Vikaren, Hilfspredigern)- meist undatierte handschriftliche Archivalien-Exzerpte aus verschiedenen Archi-ven (meist aus dem Staatsarchiv Münster), die auf einzelnen Blättern oder in einer gebundenen Kladde vorliegen- die hand- und maschinenschriftlichen Aufzeichnungen von Sup. Otto Jesse aus den Jahren ca. 1943 bis ca. 1947 zum Pfarrstellenbesetzungsrecht der einzelnen Pfarrstellen einer Gemeinde (incl. series pastorum und knapper Gemeindege-schichte); teilweise zudem handschriftliche Aufzeichnungen von Archivar Dr. Ludwig Koechling- hand- oder maschinenschriftliche Abschriften aus Kirchenbüchern (Geburten, Taufen, Sterbefälle)- gemeindegeschichtlich ausgerichtete Zeitungs- bzw. Zeitschriftenausschnitts-sammlung- Kopien von gemeindebezogenen Publikationen und Archivalien (z.B. regelmäßig Auszüge aus dem "Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins ..." [ND 1960])- Motivpostkarten- Baukssche Korrespondenz- Originalakten und Archivalien verschiedener Provenienzen (z.B. aus Gemeindeämtern)6.4.2004, Jens MurkenDie Bearbeitung des Nachlasses von Friedrich Wilhelm Bauks wurde 2020 fortgesetzt. Die "Dossiers" zur Geschichte der Kirchengemeinden wurden durch lose Blätter ergänzt, die Original-Archivunterlagen jedoch in den Mappen belassen. Bei der aktuellen Bearbeitung kamen ca. 200 Verzeichnungseinheiten, die sich auf vielseitige Forschungsinteressen von Bauks beziehen, hinzu. Der Gesamtbestand umfasst 739 Verzeichnungseinheiten und erstreckt sich über den Zeitraum von 1820 bis 1998.Bei der Bearbeitung im Jahr 2020 sind außerdem die Archivquellen, die Bauks aus verschiedenen Archiven „angesammelt“ hat, ihrer ursprünglichen Provenienz zugeführt. Es sind v.a. zahlreiche Quellen aus evangelischen Kirchengemeinde- und Kirchenkreisarchiven Westfalens. Außerdem sind es Unterlagen der evangelischen Kirchengemeinden in Rheinland, katholischen Kirchengemeinden in Westfalen und Unterlagen des Hauses Heeren aus dem Stadtarchiv Kamen.Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke „Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.02.2003 in der Fassung vom 29.10.2020 bzw. des Aufbewahrungs- und Kassationsplans der EKvW vom 29.10.2020.Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: LkA EKvW 3.37 Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur des entsprechenden Archivales). Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 3.37 Nr. ..."Bielefeld, 05.05.2020 Anna Warkentin
Form und Inhalt: Zur Person
BAUKS, Friedrich Wilhelm, Verwaltungsdirektor, * 26.4.1931 in Hilbeck (Westfalen) als Sohn eines Postbeamten, 24.10.2003 in Münster. - Schon zu Lebzeiten galten Person und Werk als Synonyme. "Der Bauks", wie man das 1980 erschienene Lexikon westfälischer Pfarrer alsbald nannte, ist unentbehrliches Grundlagenwerk und Hilfsmittel für die westfälische Kirchengeschichtsforschung geworden. B. selbst sah das Werk gleichwohl zunächst nur als Materialsammlung, als "Gerüst und Stütze" für die historische Arbeit an. Kirchliche Personengeschichtsschreibung sei nur sinnvoll, "wenn sie auf die Kirchengeschichte hin geschieht und sich als Teil der kirchengeschichtlichen Forschung ansieht." Der langjährige Verwaltungsdirektor des Kirchenkreises Münster und Vorstandsmitglied des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte erarbeitete daher parallel und fortgesetzt zu seinem Pfarrerbuch ein Lexikon der westfälischen Kirchengemeinden seit der Reformationszeit. Die umfangreiche Materialsammlung und die Vorstudien zu diesem unvollendeten zweiten Lebenswerk bilden heute einen Hauptbestandteil des Nachlasses von B. im Landeskirchlichen Archiv Bielefeld. Nach einer Verwaltungsausbildung bei der Superintendentur Hamm modernisierte B. in seiner ersten Arbeitsstelle bei der Evangelischen Kirchengemeinde Plettenberg seit 1953 die Kirchenbuchführung und das Karteiwesen. Seit jenen Jahren betrieb der Autodidakt intensiv und systematisch heimatkirchengeschichtliche Forschungen. Trotz der detailversessenen, jahrzehntelangen Arbeit fehlte B. nach eigenen Worten "die reine Freude an einer bis in Einzelheiten ausgeführten Darlegung". Tatsächlich arbeitete B. durchaus von einem dezidierten theologischen und kirchenhistorischen Standpunkt aus. Als einer der jüngsten Michaelsbrüder - der Konvent Westfalen hatte ihn bereits Ende 1953 als Probebruder, 1956 dann als Bruder aufgenommen - galt seine Sympathie, neben seinem Interesse an den äußeren Rahmendaten lokaler Kirchengeschichten und Pfarrerexistenzen, den Ausdrucksformen eines eher "pietistisch"-orientierten Gemeinschafts- und Gemeindelebens. Der Homogenität einer Kirchengemeinde und ihrem "guten evangelischen Geist", der kirchlichen Vereinstätigkeit und dem Gottesdienstbesuch (bei möglichst vielen örtlichen außerkirchlichen Angeboten) widmete er seine besondere Aufmerksamkeit in der geschichtlichen Betrachtung. Innere Not bereiteten ihm in der historischen Darstellung hingegen konfessionelle Konflikte und innerkirchliche Kämpfe. B.s' theologisch-wissenschaftlicher Standort war zudem geprägt von der spezifischen Frömmigkeitskultur und Sozialstruktur seiner Hilbecker Heimat. Im ursprünglich reformierten Hilbeck amtierte Mitte des 19. Jahrhunderts der spätere Hammer Superintendent Friedrich Adolf Eck (1837-1884), der die neuentstandene Orthodoxie "mit einem Tropfen Pietismus" verband und dessen erweckliche Predigt sowie tiefgehende Seelsorge lange nachwirkten in der agrarisch geprägten Kirchengemeinde. Auf einen sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg abzeichnenden Rückgang des geistlichen Lebens reagierte eine neue pietistische Bewegung, die 1923 durch eine Evangelisation in Hamm ausgelöst worden war und die die Hilbecker Gemeindeglieder offenbar zu einem vertieften Glaubensleben gelangen ließ. Bei Kriegsende 1945 wurde der evangelisch-lutherisch getaufte B., dessen Vater Presbyter war, in Hilbeck durch den im lutherisch-pietistischen Kirchentum Minden-Ravensbergs aufgewachsen Nach-barpfarrer und Pfarrstellenverwalter Otto Meinshausen (Rhynern) konfirmiert. Nach dem zeitgleichen Ende der Schulzeit an der auch nach 1918 konfessionell ausgerichteten Hilbecker Volksschule nahm B. Privatunterricht in den Gymnasialfächern. Nach seinen Jahren in Hamm und Plettenberg trat B. als Verwaltungsangestellter in den Dienst der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld ein, legte hier 1954 die 2. Verwaltungsprüfung ab (die ihm später als Diplomierung zum Diplom-Verwaltungswirt anerkannt wurde) und wurde im November 1956 als Kirchengemeinde-Inspektor zum Kirchenbeamten auf Lebenszeit ernannt. Neben seiner Berufstätigkeit setzte B. seine Ausbildung als ordentlicher Studierender der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Wuppertal fort, wo er nach sieben Semestern Studiums in den Rechts- und Staatswissenschaften sowie in der Volkswirtschaftslehre im April 1958 die Diplomprüfung ablegte. Nicht zuletzt diese Sonderausbildung qualifizierte B. dann für die Stelle des Gemeindeamtsleiters der Evangelischen Kirchengemeinden in Münster, auf die er sich allerdings vor allem aus Gründen seiner "Liebe zur westfälischen Heimatkirche" beworben hatte. B. trat seinen Dienst in Münster an jenem bedeutsamen 1. Januar 1962 an, an dem die Kirchengemeinde Münster in sechs selbständige Kirchengemeinden aufgeteilt wurde. Fünf dieser Gemeinden blieben in einem Stadtverband zusammengeschlossen, der ein Gemeindeamt unterhielt, welches fortan von B. geleitet wurde. Im Zuge erneuter Strukturveränderungen übte B. ab 1971 seine Tätigkeit dann als Oberamtmann bzw. Verwaltungsdirektor (seit 1974) für den Kirchenkreis und Gesamtverband Münster aus. Zwischen 1964 und 1983 unterrichtete B. Kirchen- und Verwaltungsrecht in landeskirchlichen Verwaltungslehrgängen und war zeitweise Mitglied in landeskirchlichen Prüfungskommissionen. Der Westfale war vor allem ein Mann der Kirche und so hatte sich B. auch während seiner rheinischen Jahre in Elberfeld (1953-1961) in diesem Sinne engagiert: Er war u.a. Mitglied der Kreissynode und einiger synodaler Ausschüsse sowie 1. Vorsitzender des Lutherischen Trinitatis-kirchenchores. Bis 1997 übte B. dreißig Jahre lang das Amt des Schatzmeisters im Verein für Westfälische Kirchengeschichte aus. Dieser war erst 1963 auf ihn und seine Pfarrer- und Gemeindeforschungen aufmerksam geworden und überließ ihm nun das Vorhaben der Landeskirche, besagtes Pfarrerbuch zu schaffen. Neben seinen haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten war der seit 1957 verheiratete Vater von vier Töchtern, darunter eine Theologieprofessorin, Gasthörer an der Universität Münster. Hier hörte B., den der katholische Bischof von Münster einst im Scherze als den "Generalvikar der Evangelen" tituliert hatte, insbesondere den Landeshistoriker Albert K. Hömberg (1905-1963), mit dessen Studien zur westfälischen Landesorganisation er sich im Rahmen seiner kirchenhistorischen Forschungen in "Freizeit-Arbeit" (Westfälische Nachrichten) auseinanderzusetzen hatte. Das lang erwartete Baukssche Pfarrerbuch wird wegen seiner komplexen sozial- und bil-dungshistorischen sowie biographiegeschichtlichen Datenbasis von Wissenschaftlern, Genealogen und Heimatforschern gleichermaßen zu Rate gezogen. Vielfach ermöglicht es erst die Erarbeitung von Spezialstudien zu Milieu und Sozialprofil westfälischer Pfarrer. Vor allem für dieses Standardwerk wurde B. von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Jahre 1995 die Ehrendoktorwürde verliehen.
Werke: Sozial im Biedermeier. Leben und Wirken des Pfarrers Johann Wilhelm Reinhard in Hilbeck in den Jahren 1829 bis 1835 nach Familienbriefen, in: JWKG 70 (1977), 117-132; Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945 (Beiträge zur westfälischen Kirchengeschichte 4), Bielefeld 1980; Zur evangelischen Kirchengeschichte Fröndenbergs von der Reformation bis 1850, in: JWKG 74 (1981), 23-41; Pfarrerbuch und Kirchengeschichte am Beispiel des Westfälischen Pfarrerbuches, in: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 30 (1981), 425-437; Nachträge zu: Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, in: JWKG 76 (1983), 231-258; Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Münster 1802-1962, in: 700 Jahre Apostelkirche Münster, Münster 1984, 133-205; Das kirchliche Leben in Schil-desche zur Zeit des Rationalismus, in: JWKG 79 (1986), 71-90; Kirchlicher Aufbau in der Anfangszeit der evangelischen Kirche im Vest Recklinghausen, in: JWKG 80 (1987), 27-43; Der westfälische DC-Bischof Bruno Adler, in: JWKG 80 (1987), 153-159; Evangelisches Gemeindeleben in Schildesche seit dem 17. Jahrhundert, in: JWKG 82 (1989), 186-202; Das kirchliche Leben in Schildesche zur Zeit des Rationalismus, in: Stift und Kirche Schildesche 939-1810, hg. v. Ulrich Andermann in Zusammenarbeit mit Joachim Wibbing, Herford 1989, 171-189; Die Anfänge der Reformierten Kirche in der Grafschaft Mark, in: JWKG 84 (1990), 97-158; Die Lu-therkirche in Hamm und ihre Gemeinde, in: JWKG 86 (1992), 33-46; Die evangeli-sche Kirchengemeinde, in: Geschichte der Stadt Münster, unter Mitw. von Thomas Küster hg. von Franz-Josef Jakobi, Bd. 2, Münster 1993, 433-459; (zusammen mit Herbert Sowade) Die Kirchengemeinden in der Nachkriegszeit, in: Geschichte der Stadt Münster, Bd. 3, Münster 1993, 83-100; Streiflichter aus dem Gemeindeleben der letzten vier Jahrhunderte, in: 450 Jahre Reformation in Wengern, hg. von Diet-rich Thier, Wetter 1993 (Kleine Schriften zur Geschichte der Stadt Wetter/Ruhr, 3), 75-102; Kirchenkampf in Wengern, in: 450 Jahre Reformation in Wengern, Wetter 1993, 129-140; 800 Jahre Kirche und Christengemeinde in Hilbeck. in: Amalie Rohrer/Hans-Jürgen Zacher (Hg.): Werl. Geschichte einer westfälischen Stadt, Bd. 1, Paderborn 1994 (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 31), 239-270; Kamen und seine ehemalige lutherische Gemeinde. Zur mittelalterlichen Kirchengeschichte Kamens, in: JWKG 89 (1995), 13-26; Die Stadt Hamm als the-ologischer Studienort, in: Aus dem Lande der Synoden. Festgabe für Wilhelm Heinrich Neuser zum 70. Geburtstag, hg. von Jürgen Kampmann, Lübbecke 1996, 207-216.
Bibliographie: Jens Murken: D. Friedrich Wilhelm Bauks (1931-2003), in: JWKG 99 (2004), 19-32.
Lit.: Hans-Joachim Behr: F.W. Bauks: Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, in: JWKG 75 (1982), 304-305 (Rezension); Martin Brecht: Laudatio anläßlich der Ehrenpromotion von Friedrich Wilhelm Bauks am 4. Juli 1995, in: JWKG 90 (1996), 215-217; Jens Murken: "Die katholische Kirche ist uns in diesem Punkt ja schon seit langem weit voraus". Die Entstehungsgeschichte des Pfarrerbuchs, in: Archivmitteilungen der westfälischen Kirche Nr. 12/13 (2002/2003), 44-52.
Personalakten: LkA EKvW KB Nr. 13 und LkA EKvW 4.301 Nr. 2634
Zum Bestand
Bei dem Bestand 3.37 handelt es sich um den verzeichneten Teil der 1999 an das Landeskirchliche Archiv Bielefeld übergegangenen Sammlung Friedrich Wilhelm Bauks (1931-2003).
Die Verzeichnung erfolgt sukzessive durch den Unterzeichneten im Zuge der Benutzung der Materialien für die Erarbeitung des "Westfälischen Gemeindelexikons". Unabhängig von der parallel durchgeführten Inventarisierung des Bibliotheksbestandes der Sammlung Bauks (SB) beginnt die Erschließung der Akten- und Handschriftenaufzeichnungen von Bauks mit den geordneteren Teilen dieser Sammlung, nämlich den bisher in grünen Kästen alphabetisch gelagerten Kirchengemeindesammmlungen. Bei dieser Lose-Blattsammlung handelt es sich insb. um Abschriften, Exzerpte, Kopien, Zeitungsausschnitte, die - die sog. Sammlung Otto Jesse bildenden - handschriftlichen Vorstudien aus den 1940er Jahren, sowie um Originalquellen, die von Friedrich Wilhelm Bauks im Zuge seiner Arbeit am Pfarrerbuch zwischen den 1960er und 1990er Jahren ungeheftet zu jeweils einem Bündel (er sprach von "Dossiers") pro Kirchengemeinde (bzw. Kirche resp. Pfarrbezirk) zusammengelegt worden waren. Vielfach ist dieses Material undatiert bzw. nicht datierbar; auch die Provenienzen der von Bauks aus Akten- und Archivgut seiner Sammlung hinzugefügten diversen Quellen sind nicht immer identifizierbar. Eigene Aufzeichnungen, d.h. Exzerpte von Archivalien, wie auch die seiner Sammlung hinzugefügten Archivalien selbst werden von Bauks gelegentlich summarisch als "Auszüge" bezeichnet, was dokumentiert, dass es ihm in erster Linie um die einzelne Information und den Gehalt des Materials ging und nicht so sehr um archivalische Zusammenhänge oder archivarisch-historiographische Gesichtspunkte der Überlieferungspflege.
Das Material der ursprünglichen Sammlung und des jetzigen Nachlasses Bauks wurde zunächst umgebettet und dabei enteist sowie grob verzeichnet, so dass das lose Material bei der Benutzung nicht mehr durcheinander geraten kann und fortan vor allem zitierbar ist. Bei der Umbettung wurden die provenienzfremden, der Sammlung im Laufe der Jahre von Bauks zugeführten Unterlagen und Archivalien innerhalb der neuen Kartonmappen gesondert aufgeführt (und im "Darin"-Feld beschrieben), so dass sich nach einer Entscheidung über den Verbleib dieser Origi-nale auch ihre rasche Entnahme und Reponierung realisieren ließe. Druckschriften, d.h. vollständige Publikationen werden dem Bestand sofort entnommen, um sie dem Bibliotheksbestand der Sammlung Bauks (Abteilung "B" in der Bibliothek des Lan-deskirchlichen Archivs) zuzuführen. Ihre Entnahme ist in der Datenbank im Feld "Entnommen" jeweils vermerkt.
Aufgrund der Anlage und des Zustandes der Sammlung Bauks ist es möglich, zu den Verzeichnungseinheiten weiteres loses Material zu den jeweiligen Kirchengemeinden, das sich verstreut in der gesamten Sammlung befinden kann, hinzuzu-fügen und im Zuge einer späteren etwaigen Feinverzeichnung dann mit aufzuführen.
Generell beinhaltet jede Verzeichnungseinheit - um es noch einmal spiegelstrichar-tig zusammenzufassen - folgendes Material:
- handschriftliche, undatierte, unvollständige "Pfarrer"listen (unterteilt nach Pfarr-stellen, Rektoren, Vikaren, Hilfspredigern)
- meist undatierte handschriftliche Archivalien-Exzerpte aus verschiedenen Archi-ven (meist aus dem Staatsarchiv Münster), die auf einzelnen Blättern oder in einer gebundenen Kladde vorliegen
- die hand- und maschinenschriftlichen Aufzeichnungen von Sup. Otto Jesse aus den Jahren ca. 1943 bis ca. 1947 zum Pfarrstellenbesetzungsrecht der einzelnen Pfarrstellen einer Gemeinde (incl. series pastorum und knapper Gemeindege-schichte); teilweise zudem handschriftliche Aufzeichnungen von Archivar Dr. Ludwig Koechling
- hand- oder maschinenschriftliche Abschriften aus Kirchenbüchern (Geburten, Taufen, Sterbefälle)
- gemeindegeschichtlich ausgerichtete Zeitungs- bzw. Zeitschriftenausschnitts-sammlung
- Kopien von gemeindebezogenen Publikationen und Archivalien (z.B. regelmäßig Auszüge aus dem "Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins ..." [ND 1960])
- Motivpostkarten
- Baukssche Korrespondenz
- Originalakten und Archivalien verschiedener Provenienzen (z.B. aus Gemeindeämtern)
6.4.2004, Jens Murken
Die Bearbeitung des Nachlasses von Friedrich Wilhelm Bauks wurde 2020 fortgesetzt. Die "Dossiers" zur Geschichte der Kirchengemeinden wurden durch lose Blätter ergänzt, die Original-Archivunterlagen jedoch in den Mappen belassen. Bei der aktuellen Bearbeitung kamen ca. 200 Verzeichnungseinheiten, die sich auf vielseitige Forschungsinteressen von Bauks beziehen, hinzu. Der Gesamtbestand umfasst 739 Verzeichnungseinheiten und erstreckt sich über den Zeitraum von 1820 bis 1998.
Bei der Bearbeitung im Jahr 2020 sind außerdem die Archivquellen, die Bauks aus verschiedenen Archiven ”angesammelt“ hat, ihrer ursprünglichen Provenienz zugeführt. Es sind v.a. zahlreiche Quellen aus evangelischen Kirchengemeinde- und Kirchenkreisarchiven Westfalens. Außerdem sind es Unterlagen der evangelischen Kirchengemeinden in Rheinland, katholischen Kirchengemeinden in Westfalen und Unterlagen des Hauses Heeren aus dem Stadtarchiv Kamen.
Der Bestand wurde unter Zugrundelegung internationaler Verzeichnungsgrundsätze nach ISAD (G) erschlossen. Bei der Verzeichnung erhielten die Akten fortlaufende Nummern, die als gültige Archivsignaturen in der Bestellsignatur jeder Verzeichnungseinheit als letzte arabische Nummer oder im Findbuch ganz links neben dem jeweiligen Aktentitel aufgeführt sind. Unterhalb des Aktentitels geben die Vermerke ”Enthält, Enthält nur, Enthält u.a., Enthält v.a., Enthält auch“ eingrenzende oder weiterführende Auskünfte über den Inhalt. Nach den Erschließungsvermerken folgt die alte Archivsignatur oder das Aktenzeichen, falls sie auf der Akte vermerkt waren. Ganz rechts schließen sich die Laufzeiten der Archivalien an. Zu beachten sind hier zwei verschiedene Arten von Klammern: ( ) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, [ ] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke.
Kassiert wurde nicht archivwürdiges Schriftgut im Rahmen der Aufbewahrungs- und Kassationsordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen vom 20.02.2003 in der Fassung vom 29.10.2020 bzw. des Aufbewahrungs- und Kassationsplans der EKvW vom 29.10.2020.
Sofern die Benutzung nicht zu Verwaltungszwecken erfolgt, unterliegen gemäß § 7 Abs. 1 Kirchengesetz zur Sicherung und Nutzung von kirchlichem Archivgut in der Evangelischen Kirche der Union (Archivgesetz - ArchivG) vom 6.5.2000 sämtliche Archivalien einer 30-jährigen Sperrfrist (gerechnet nach dem Ende ihrer Laufzeit). Für Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf natürliche Personen bezieht, gelten laut § 7 Abs. 2 ArchivG zusätzliche Schutzfristen. Diese Archivalien dürfen auch nach Ablauf der allgemeinen Sperrfrist frühestens 10 Jahre nach dem Tod der betroffenen Person(en) benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht feststellbar, endet die Schutzfrist 90 Jahre nach Geburt. Ist auch das Geburtsjahr nicht bekannt, endet die Schutzfrist 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen.
Bei der Zitierung des Archivbestandes ist anzugeben: LkA EKvW 3.37 Nr. ... (hier folgt die Archivsignatur des entsprechenden Archivales). Das Kürzel steht in dieser Reihenfolge für "Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bestand 3.37 Nr. ..."
Bielefeld, 05.05.2020
Anna Warkentin
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.