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Pax Christi - Deutsche Sektion (Bestand)
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Der erste Präsident der deutschen Sektion von Pax Christi, der Aachener Bischof Johannes Joseph van der Velden, beschrieb Ende 1948 die Ursprünge der internationalen Katholischen Friedensbewegung mit folgenden Worten: " [...] "Pax Christi" ist heute eine internationale Gebetsgemeinschaft für den Frieden. Sie ist geboren worden auf französischem Boden im Herzen von Christen, die zur Zeit der deutschen Besetzung im Gewissenskonflikt zwischen Verbitterung und Versöhnung die Zuflucht zum Gebet nahmen und im Gebet für den damaligen Gegner, für Deutschland, einen rettenden Ausweg in die innere Freiheit und den inneren Frieden fanden. Diese neun Laien, die es damals waren, sind mit diesem neuen Vorschlag für eine größere Breite zu einem Bischof gegangen, der gleichfalls Mitglied des Widerstandesbewegung gewesen war, der in einem deutschen Gefängnis durch die gleiche Erfahrung gegangen und den Weg zum Frieden mit der ersten Messe für Deutschland noch im Gefängnis beschritt. Aus diesem Bündnis von Bischof und Laien in Frankreich erwuchs "Pax Christi" drüben. [...]" (Pax-Christi-Rundbrief Nr. 3 [1948], hg. von der Hauptgeschäftsstelle Aachen - s. Nachlass Heinen, A 36). Die Rede ist hier von der Lehrerin Marthe-Marie Dortel-Claudot, die Ende 1944 mit einigen Laien einen "Gebetskreuzzug für die Bekehrung Deutschlands" initiierte und von Bischof Pierre Marie Théas (seinerzeit Montauban, später Tarbes und Lourdes), der ohne Zögern die Leitung der Gebetsbewegung übernahm und die deutsch-französische Aussöhnung zu seinem Anliegen machte. Bereits am 10.3.1945 unterschrieben 40 französische Bischöfe den Aufruf zum "Gebetskreuzzug für den Frieden der Welt", wie die endgültige Formulierung hieß. Daraus sollte bald die offizielle katholische Friedensbewegung "Pax Christi" entstehen. Vom 4.4. bis 28.9.1947 trugen Männer des Bistums Aachen als Zeichen der Buße und Umkehr ein schweres Holzkreuz, später Aachener Friedenskreuz genannt, durch die Diözese. Bereits kurz nach dem Krieg gab es Verbindungsstellen und Ortsgruppen von Pax Christi auf deutschem Boden; gegen Ende 1947 bestanden mehrere deutsche Pax-Christi-Bistumsstellen und vier Landessekretariate (s. Nachlass Hörhammer, A 6). Es kam der Wunsch auf, auch in Deutschland einen Zweig der Pax-Christi-Bewegung ins Leben zu rufen. Dazu Bischof van der Velden: "[...] Nach dem Zusammenbruch in Deutschland ist in meiner Diözese von Seiten der Männer der Gedanke des Friedens ausgegangen und zu einer Bewegung angewachsen: "Pax Christi" ist diesem Kreuzzug begegnet. Aus der Begegnung beider Ideen erwuchs Kevelaer, der erste internationale Kongreß auf deutschen Boden [...]" (Pax-Christi-Rundbrief Nr. 3 [1948], hg. von der Hauptgeschäftsstelle Aachen - s. Nachlass Heinen, A 36). Vom 1. bis zum 4.4.1948 fand dieser erste internationale Kongress der Vereinigung als Arbeitstagung in Kevelaer statt. Die Patenschaft über die Tagung übernahmen die Deutsche Volkschaft (DV) und die Katholische Männerbewegung (KMB); beide hatten seit langem schon "Pax Christi" zu ihrem Anliegen gemacht (s. Molls, S. 11). Am 2. April befasste sich ein Arbeitskreis mit dem Organisationsaufbau von Pax Christi in Deutschland; zu den Mitgliedern zählten neben der französischen Leitung wahrscheinlich Egon Formanns, Heinrich Heinen und Pater Manfred Hörhammer OFMCap (s. Oboth, S. 222). Am 3. April 1948 wurde im kleinen Kreis die offizielle Gründung des deutschen Zweigs der Pax-Christi-Bewegung beschlossen (s. Pax Christi, A 429, S. 39). Der Aachener Bischof, Johannes Joseph van der Velden, wurde im November 1948 offiziell zum Bischöflichen Protektor ernannt (s. Oboth, S. 234) und 1951 auf der Sitzung des Deutschen Rates als Bischöflicher Präsident bestätigt (s. Nachlass Heinen, A 13). Da es über die Pax-Christi-Bewegung einiges an Literatur gibt, ist hier nur ein kurzer Abriss über die Entstehungsgeschichte erfolgt. Für einen detaillierten Einblick in Geschichte, Aufbau, Entwicklung, Struktur und Ziele der Pax-Christi-Bewegung wird auf die unten aufgeführten Publikationen und Links verwiesen: - Der Weg in den Frieden. Erste Internationale Arbeitstagung der "Pax Christi". Kevelaer, 1. bis 4. April 1948. Geschehnis und Gehalt. Hg.: Hans Heinrich Molls, Köln 1948 (BDA, Magazin, 2019,82) - Brummet, Jakob: Die Pax Christi-Bewegung. Eine Skizze ihrer Geschichte, München [1955] (s. BDA Pax Christi, A 459) - 25 Jahre Pax Christi, Nr. 10/1973, Veröffentlichungen der Deutschen Pax-Christi-Sektion. Hg.: Deutsches Pax-Christi-Sekretariat, Frankfurt/Main (s. BDA Pax Christi, A 97) - Pax Christi. Friedensbewegung in der Katholischen Kirche. Was ist Pax Christi? Was will Pax Christi? Wie entstand Pax Christi? Hg.: Hermann Pfister, Waldkirch 1980 (s. BDA Pax Christi, A 429) - Pax Christi, Deutsche Sektion. Geschichte - Statuten - Chronik. Pax-Christi-Schriften Nr. 5. Hg.: Deutsches Pax-Christi-Sekretariat, Frankfurt/Main, 5. veränderte Auflage 1984 (s. BDA Pax Christi, A 454) - Internationale Friedensbewegung Pax Christi. Ziele - Schwerpunkte - Geschichte. Pax-Christi-Schriften Nr. 30. Hg.: Deutsches Pax-Christi-Sekretariat, Frankfurt/Main 1988 (s. BDA Pax Christi, A 430) - 75 Jahre katholische Friedensbewegung in Deutschland. Zur Geschichte des "Friedensbundes Deutscher Katholiken" und von "Pax Christi". Hg.: Johannes Horstmann (Akademie-Vorträge 44. Veröffentlichungen der Katholischen Akademie Schwerte), Schwerte 1995 (BDA, Magazin, 2008,89) - Marthe-Marie Dortel-Claudot, PAX CHRISTI. Werden, Wesen und Wirken, in: Sitz der Weisheit. Marianisches Jahrbuch (Kevelaer) 01/2008, S. 35-41 (Erstveröffentlichung 1948) - Die Entstehung der Pax-Christi-Bewegung in Frankreich und Deutschland (1944 - 1955), in: Detlef Bald/Wolfram Wette (Hg.), Friedensinitiativen in der Frühzeit des Kalten Krieges 1945 - 1955, Essen 2010, S. 107-132 - Jens Oboth: Pax Christi Deutschland im Kalten Krieg 1945 - 1957. Gründung, Selbstverständnis und "Vergangenheitsbewältigung", Paderborn 2017 (BDA, Handbibliothek, 7.2.1) - https://www.paxchristi.de/ - https://de.wikipedia.org/wiki/Pax_Christi Präsidenten der deutschen Sektion: 1948 Dr. h. c. Johannes Joseph van der Velden, Bischof von Aachen (zunächst als Bischöflicher Protektor, ab 1951 als Bischöflicher Präsident) 1954 Dr. Joseph Schröffer, Bischof von Eichstätt 1967 Dr. Julius Kardinal Döpfner, Erzbischof von München 1972 Dr. Georg Moser, (Weih-)Bischof von Rottenburg(-Stuttgart) 1981 Walther Kampe, Weihbischof von Limburg 1985 Dr. Karl Braun, Bischof von Eichstätt 1986 Dr. Hermann Josef Spital, Bischof von Trier (1986 zunächst als Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, 1989 offiziell gewählt) seit 2002 Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda Vizepräsidenten und Vizepräsidentinnen (ab 2013 Bundesvorsitzender und Bundesvorsitzende) der deutschen Sektion: 1951 Dr. Joseph Schröffer, Bischof von Eichstätt 1957 Alfons Erb 1970 Wilhelm de Schmidt 1980 Rainer Öhschläger 1987 Karlheinz Koppe 1990 Karlheinz Koppe und Gisela Wiese 1994 Johannes Schnettler und Gisela Wiese 2000 Johannes Schnettler und Veronika Hüning 2009 Johannes Schnettler und Wiltrud Rösch-Metzler 2012 Johannes Schnettler (bis Oktober 2012) und Wiltrud Rösch-Metzler 2013 Wiltrud Rösch-Metzler 2014 Norbert Richter und Wiltrud Rösch-Metzler 2018 Norbert Richter und Stefanie Wahl Generalsekretäre und Generalsekretärin der deutschen Sektion: 1958-1966 Dr. Joseph Scheu (ehrenamtlich) 1966-1969 Generalsekretär nicht nachweisbar (Geschäftsführer ist Karlhans Roos) 1969-1982 Reinhold Lehmann 1982-1990 Dr. Ansgar Koschel 1991-2000 Joachim Garstecki 2001-2008 Dr. Reinhard J. Voß seit 2008 Christine Hoffmann Wertvolle Ergänzungen zu diesem Bestand stellen die nachfolgenden ebenfalls im Diözesanarchiv vorhandenen Bestände dar, die einige Informationslücken schließen und somit zu einem abgerundeten Bild der Pax-Christi-Bewegung seit ihrer Entstehung beitragen. - Nachlass Heinrich Heinen, der Material aus den Anfängen der Pax-Christi-Bewegung in Deutschland enthält. - Nachlass Pater Manfred Hörhammer OFMCap, dem geistlichen Gründungsvater der deutschen Sektion, der u. a. auch Material aus den Anfängen enthält. - Vorlass Heinz Theo Risse. Dieser Bestand enthält einige Unterlagen, die in der Hauptüberlieferung von Pax Christi nicht vorhanden sind (z. B. Unterlagen zum Verein Pax Christi e. V.). Im Bischöflichen Diözesanarchiv sind nur einzelne Exemplare der Veröffentlichungen von Pax Christi vorhanden. Im Sinne der Kontinuität wurden einige Pax-Christi-Zeitschriften des Sekretariats von Pax Christi dem Nachlass Heinrich Heinen (A 58, A 59 und 4/69 in A 60) zugefügt, da dieser die Reihe von 4/1949 bis 1963 enthielt.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.