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Herrschaft Habitzheim (Bestand)
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Einführung: Burg und Dorf Habitzheim mit allen Zugehörungen gelangten 1323 als Lehen des Klosters Fulda zunächst an die Herren von Bickenbach. Ab 1373 waren die Pfalzgrafen Lehensherren von Habitzheim, 1407 verkaufte Pfalzgraf Ruprecht die Hälfte des Amtes auf Wiederkauf an Schenk Eberhard von Erbach. 1482 gelangte dieses Wiederkaufsrecht schließlich an Graf Ludwig I. von Bayern, Graf von Löwenstein, der es von seinem Vater Pfalzgraf Friedrich dem Siegreichen erbte. In den folgenden Jahren kauften die Grafen von Löwenstein alle Anteile an Schloß und Dorf mit den dazugehörigen Orten und Besitzungen, v.a. von den Schenken von Erbach, wieder an. Nach der Landshuter Fehde gelangte Habitzheim in den Besitz des Landgrafen von Hessen, 1507 erhielten die Grafen von Löwenstein ihre Lehen, aber diesmal von Landgraf Philipp von Hessen als Lehensherren, wieder zurück. Das Amt Umstadt wurde seitdem gemeinschaftlich mit Hessen verwaltet. Als sich 1541 nach dem Tod Graf Friedrichs von Löwenstein die Linien teilten, gelangte Habitzheim in den Besitz der Linie Löwenstein-Scharfeneck. Sowohl Wolfgang II. als auch seine Söhne residierten auf der Burg Habitzheim. Nach dem Tod Wolfgangs II. von Löwenstein-Scharfeneck 1596 übernahm Graf Ludwig III. von Löwenstein-Wertheim die Vormundschaft über Wolfgangs Söhne Johann Casimir und Georg Ludwig. Im Zuge des Dreissigjährigen Krieges und der Parteinahme der Grafen Georg Ludwig und Johann Casimir für den pfälzischen Kurfürst Friedrich V. wurde die Herrschaft Habitzheim 1622 durch den Kaiser konfisziert und von den neuen Besitzern an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt verkauft. Als sowohl Johann Casimir (1622) als auch Georg Ludwig (1633) ohne Erben starben, strebte Graf Johann Dietrich von Löwenstein-Wertheim Rochefort die Belehnung mit Habitzheim an. Dies erreicht er 1624 beim Landgrafen von Hessen. Tatsächlich in den Besitz der Herrschaft gelangte die rochefortische Linie aber erst 1648, nach Ende des 30 jährigen Krieges. Zum Amt Habitzheim gehörten neben weiteren Gerechtigkeiten und Gefällen die Orte Groß-Zimmern, Spachbrücken, Zeilhard und Georgenhausen Das Amt Habitzheim wurde von einem Amtmann und einem Keller verwaltet. Als Amtmänner und Keller in Habitzheim sind belegt: Wolf Schorr (Keller, 1555) Michel Wilhelm (1540-1550) Philipp Brendel (Amtmann in Dieburg 1560) Johannes Zoschmann von Rassenburg (1560-1569) Valetin Lipphard (Keller 1577) Andreas Hörber (1588-1592) Nicolaus Stark (1596) Valentin Burckmann (Keller 1600-1619) Sebastian Reinhard (Bruder von Philipp Reinhard, Amtmann 1611-1618) Johann Cunrad Geiselbach (Amtmann ab 1618)
Bearbeiterbericht: Der Bestand wurde 2023 im Rahmen eines Projekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg neu verzeichnet. Dies war notwendig, da die Titelaufnahmen recht unvollständig, oft fehlerhaft und vor allem für heutige Nutzer auch sehr unverständlich waren. Außerdem fehlten Enthält-Vermerke und Umfangsangaben; die vorhandenen Laufzeiten waren oft fehlerhaft. Deshalb wurden die Titelaufnahmen neu formuliert, wo es sinnvoll und möglich war detaillierte Enthältvermerke angelegt, die Laufzeitangaben, wenn nötig, korrigiert und Umfangsangaben gemacht. Im Zuge der Sichtung wurde auch der Inhalt der einzelnen Akten, wenn möglich, chronologisch sortiert. Der Bestand umfasst im Wesentlichen die Überlieferung zur Herrschaft Habitzheim bis 1634. Die spätere Überlieferung zu Habitzheim findet sich vor allem im Bestand R-H 9 I. Im Zuge der Neubearbeitung wurde eine Klassifikation erstellt, die sich an der Struktur der Herrschaft und den herrschaftlichen Verwaltungsaufgaben und Rechten orientiert. Es finden sich vor allem Akten zu gräflichen Haus- und Familiensachen, zu den Beziehungen mit den benachbarten Herrschaftsträgern bzw. Lehensgebern, vor allem der Landgrafschaft Hessen, dem Erzbistum Mainz und der Kurpfalz und zur Wirtschaftsführung sowie Verwaltung des Amtes. Bei den Familiensachen finden sich Unterlagen aus der Zeit der Herrschaft Friedrichs von Löwenstein bis zur Herrschaft Wolfgangs II. und seinen Söhnen. Außerdem befinden sich hier Akten zur Vormundschaft der Grafen von Löwenstein über ihre minderjährigen Neffen, die eigentlichen Erben der Herrschaft Habitzheim, Johann Kasimir und Ludwig Georg von Löwenstein-Scharfeneck sowie Akten zur Belehnung bzw. Restitution Graf Johann Dietrichs von Löwenstein-Wertheim mit der Herrschaft Habitzheim, die 1622 eingezogen worden war. Bei den Akten zu den Beziehungen mit verwandten Herrschaftsträgern bzw. Lehensgebern geht es vorrangig um die Verteidigung der strittigen löwensteinischen Herrschaftsrechte sowie Kreditfragen. Es liegen auch einige Akten zur Zent Umstadt vor, da Löwenstein hier zusammen mit Hessen und Kurpfalz zumindest anteilig über die niedere Gerichstbarkeit verfügte. Unter den Klassifikationspunkten Wirtschaftsführung und Amtsverwaltung finden sich Akten zu den Abgaben, die die Untertanen zu leisten hatten, zu den verschiedenen Forst-, Jagd-, und Weiderechten, die oft strittig waren sowie Unterlagen zu Höfen und Mühlen; auch ein Leibeigenenverzeichnis von 1621 ist überliefert. Zur Amtsverwaltung liegen neben Korrespondenzen mit den Amtleuten auch Amtsrechnungen aus der Zeit von 1540-1618 vor. Die Umfänge der einzelnen Verzeichnungseinheiten sind in der Regel in Blatt angegeben. Für die Berechnung der Anzahl an Kopien gilt daher in der Regel: 1 Blatt=2 Seiten. Größere Volumen werden nach ihrer Gesamthöhe in Zentimeter angegeben; Drucksachen, wenn eine entsprechende Zählung vorhanden ist, in Seiten. Die Nummern 8, 12,13, 19, 20, 42, 49a, 49b und 59 sind momentan verschollen. Nummern aus denen Urkunden entnommen wurden, sind mit Verweisen versehen worden, die die Herkunftsakten mit den Urkunden verknüpfen, so dass der genetische Zusammenhang erkennbar ist. Einige Archivalien (Nr. 40, 50, 54, 55) befinden sich mittlerweile im Bestand G-Rep. 101. Hier sind sie unter den Signaturen G-Rep. 101 Nr. 28/1-5 zu finden. Die alten Signaturen sind hier jeweils mit angegeben, also recherchierbar. 40: G-Rep. 101 Nr. 28/1-2 50: G-Rep. 101 Nr. 28/3 54: G-Rep. 101 Nr. 28/4 55: G-Rep. 101 Nr. 28/5 Dem Bestand wurde ein bislang unverzeichnetes Archivale aus dem Bestand R-Rep. 72 zugeführt (G-Rep. 28 Nr. 92) Nach Abschluss der Bearbeitung umfasst der Bestand jetzt 92 Nummern in 1,10 lfd. Metern. Bronnbach im Februar 2023 Dr. Anne Christina May
Bestand
Literatur: Kaufmann, Alexander: Die Geschichte der Herrschaft Habitzheim. Abdruck in: Der Odenwald 58/2, 2011. S. 43-59. Schaupp Monika: Habitzheim. In: Werner Paravicini (Hg): Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren, Teilband 2. Ostfildern, 2012. S. 951-952
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.