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Es wird bekundet, dass Amand [von Buseck], Abt von Fulda, von
Heinrich von Bibra, dem derzeitigen Superior des Fuldaer Konvents,
bezüglich des vom...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1751-1760
1752 Juni 28
Ausfertigung, Pergament, drei in Holzkapsel aufgedrückte Lacksiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: So geschehen Fuld den 28ten Iunii eintausend sieben hundert funffzig zwey
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Es wird bekundet, dass Amand [von Buseck], Abt von Fulda, von Heinrich von Bibra, dem derzeitigen Superior des Fuldaer Konvents, bezüglich des vom Jahr 1743 (von anno 1743) datierenden Streits zwischen dem Konvent von Fulda einerseits, und Johann Kircher und Peter Kircher aus Fulda andererseits wegen der Erblichkeit der Wiesenmühle (Wiesen-Mühl), die dem Konvent gehört, 1752 Juni 27 (unterm 27ten ietz lauffenden monaths Iunii) der Vorschlag gemacht worden ist, den Streit, über den gegenwärtig noch ein Prozess am Reichskammergericht anhängig ist, mit einem gütlichen Vergleich beizulegen. Auf Anordnung des Abts Amand und mit Zustimmung des Konvents von Fulda ist darauf der folgende Vergleich geschlossen worden. 1. Der Konvent von Fulda widerruft den Prozess, der vor dem Reichskammgericht in Wetzlar geführt wird. 2. Johann Kircher und [Johann] Peter Kircher, Vater und Sohn, widerrufen für sich, ihre Ehefrauen und ihre Erben ihre bezüglich der Erblichkeit der Wiesenmühle in Fulda und Wetzlar geführten Prozesse und ziehen alle eingereichten Klageschriften zurück. Sie verzichten auf alle zukünftigen Ansprüche bezüglich der Erblichkeit der Wiesenmühle. Sie haben dem Konvent von Fulda die originale Pachturkunde (original bestandtsbrieff) von 1712 März 10 (de 10ten Mertz 1712) übergeben und für ungültig erklärt. Des Weiteren verzichten sie auf die Einlegung jedweder Rechtsmittel. Sie bekunden, dass sie zu diesem Vergleich in keiner Weise genötigt worden, sondern ihn freiwillig eingegangen sind. 3. Der Konvent von Fulda zahlt Johann Kircher anstatt der verlangten freien Wohnung 100 Reichstaler. Außerdem erhalten er und seine Ehefrau Zeit ihres Lebens von der Küche des Klosters Nahrungsmittel. Dafür muss Johann Kircher im Winter auf Anforderung für das Kloster gelegentlich unentgeldlich Arbeiten verrichten, soweit diese Arbeiten seiner Gesundheit nicht schaden. 4. Der Konvent von Fulda verzichtet auf ihm zustehende Schulden Johann Kirchers und Johann Peter Kirchers in Höhe von 787 Gulden und fünf Kreuzern; die Schulden bestanden aus rückständigen Zinsen, Anteilen am Mahlgut (molter) und geliefertem Getreide. 5. Der Konvent von Fulda belässt Johann Peter Kircher das freie Haus. Außerdem wird es das bei der Propstei Petersberg deponierte und zur Sicherung von Forderungen beschlagnahmte Geld Johann Peters in Höhe von 500 Gulden nicht einziehen. 6. Der Konvent von Fulda verpachtet Johann Peter Kircher auf Wohlverhalten die Wiesenmühle für vier Jahre zu einer niedrigen Pacht (erträglichen bestand), bis sich die Ertragslage der Mühle wieder gebessert hat. Ohne triftige Gründe wird Johann Peter die Pacht nicht entzogen werden. 7. Der Konvent zahlt Johann Peter 100 Reichstaler, damit er wieder handlungsfähig wird (sich fahrbar machen) und die notwendigen Anschaffungen tätigen kann. Das Geld muss Johann Peter nicht zurückzahlen. - Von dem vorliegenden Vergleich sind von einem Schreiber (einer hand) zwei gleich lautende Exemplare ausgefertigt worden. Ankündigung der Unterfertigung. Siegelankündigung. Beide Exemplare sind von den Zeugen und Heinrich von Bibra unterschrieben und besiegelt worden. Ein Exemplar haben Vater und Sohn Kircher erhalten. Handlungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite; Siegel: Lacksiegel 1 bis 3)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: (Heinrich freyherr von Bibra capitular und superior manu propria [links unter der Plica])
Vermerke (Urkunde): Siegler: Konvent von Fulda
Vermerke (Urkunde): Siegler: [?]
Vermerke (Urkunde): Siegler: [?]
Die Unterschriften der Zeugen fehlen. Zwei Lacksiegel sind derzeit nicht zuzuordnen.
Die Urkunde von 1712 März 10 ist im Bestand Urk. 75 nicht überliefert.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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