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G 657 - Evangelisches Pfarramt Schwaikheim (Bestand)
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit Sch
1560-1996
Einleitung: ===== Ortsgeschichte =====
Schwaikheim wurde schriftlich erstmals im 9. Jahrhundert als „Sueinincheim“ erwähnt. Im Jahr 1100 tritt ein „de Sweichheim“ in einer Schenkung für das Kloster Hirsau auf und im Jahr 1293 wollte ein Albrecht von Ebersberg „sein Dorf Swaikheim“ an das Deutschordenshaus in Heilbronn vermachen. Seit 1245 tritt allerdings das Augustiner Chorherrenstift Backnang immer stärker als Grundherr in Erscheinung, von dem aus Schwaikheim schließlich 1453 unter württembergische Herrschaft kommt. Das Dorf ist zunächst dem Amt bzw. Oberamt Winnenden zugeordnet, nach dessen Auflösung im Jahr 1808 dem Oberamt, seit 1938 Landkreis Waiblingen. Im Jahr 1693 wurde das Rathaus und 29 der „vornehmsten“ Gebäude beim Durchmarsch französischer Truppen völlig niedergebrannt.
===== Ortskirchengeschichte =====
Die Kirche wurde 1370 als Filial der St. Martinskirche in Siegelhausen erwähnt, und 1460 erscheint der Backnanger Chorherr Jakob Wick als Pfarrer von Schwaikheim. Das Stift besaß das Patronatsrecht, die Zehnten und trug bis ins frühe 19. Jahrhundert die Baulasten des 1487/88 als spätgotischer Chorturmanlage erbauten Kirchengebäudes. Zunächst als Kirche „Unsere Liebe Frau zu Schwaicken“ (1525) benannt, erscheint ab 1540 der Name „St. Mauritius“.
Die Reformation wurde hier wie im württembergischen Herrschaftsgebiet überhaupt 1534 durchgeführt. Der erste protestantische Pfarrer war Konrad Weik (Weick, Waich). Die Pfarrei ist dem Dekanat Waiblingen zugeordnet.
Bis ins 20. Jahrhundert war die Kirchengemeinde konfessionell einheitlich. Allerdings nahm seit Mitte des 18. Jahrhunderts die Zahl der Pietisten allmählich zu (vgl. Nr. 111). Durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen nach 1945 bildete sich eine katholische Gemeinde, die seit 1954 ein eigenes Kirchengebäude besitzt und seit 1960 Pfarrei ist.
===== Bestandsbeschreibung =====
Das Archiv des Pfarramts Schwaikheim wurde aufgrund eines Kirchengemeinderatsbeschlusses im Frühjahr 2004 an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur dauerhaften Aufbewahrung und zur öffentlichen Nutzung abgegeben. Es war vordem in verschiedenen Räumen des Pfarramts untergebracht.
Abgegeben wurden alle Akten und Amtsbücher und die Überlieferung der Kirchenpflege bis ca. 1966 mit Ausnahme einiger Bauakten aus der Altregistratur. Die Abgabe schloss auch die historischen kirchlichen Register mit ein, die aus konservatorischen Gründen allerdings nicht mehr zur Benutzung freigegeben, sondern nur als Mikrofilm zur Verfügung gestellt werden können. Das abgegebene Material umfasst auch das Evangelischen Gemeindeblatt (Nr. 303 und 304) und 0,25 lfd. m einer genealogischen Kartei (Nr. 311-313).
Der Archivbestand war bereits vorgeordnet. Die Aktenschicht vor 1900 wurde durch ein vorhandenes Archivinventar erschlossen, die Aktenordnung des 20. Jahrhunderts richtete sich nach der Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901. Diese Systematik ist bei der Neuverzeichnung des Bestands im Landeskirchlichen Archiv übernommen worden. Dabei wurden auch die Dokumente des 19. Jahrhunderts, die bereits nach der Registraturordnung 1901 vorgeordnet waren, hier belassen und finden sich daher auch unter der entsprechenden Systemstelle des folgenden Verzeichnisses. Insgesamt beträgt der Umfang des Archivbestands ca. 6,5 lfd. m.
Die kirchlichen Register als älteste Bestandteile des Pfarrarchivs beginnen 1561, während die Überlieferung der übrigen Amtsbücher und Akten erst auf der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert einsetzt und seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in gleichmäßigem Umfang fortläuft.
Eine Ausnahme hiervon besteht nur bei der besonders hervorzuhebenden Reihe der Kirchenkonventsprotokolle, die 1661 - 17 Jahre nach der landesweiten Einführung dieses Gremiums im Jahr 1644 - beginnen und bis 1891 beinahe lückenlos fortlaufen (Nr. 39-47 und 307). Formal und inhaltlich kaum von diesen zu unterscheiden sind die so genannten Amtsprotokolle, die zwischen 1734 und 1806 überliefert sind (Nr. 314 und 315).
Ergänzend zu den kirchlichen Registern sind auch die Konfirmandenregister (1723-1929, Nr. 27, 28), die Kommunikantenregister (1736-1991, Nr. 30-38 und 308) und die Christenlehrverzeichnisse des 20. Jh. (1918-1966, Nr. 77-80) überliefert.
Die Rechnungen der Kirchenpflege sind kontinuierlich ab 1891 erhalten (Nr. 182-220), ältere Rechnungen (Heiligenpflege, Stiftungspflege) fanden sich in größerem Umfang nicht im Pfarrarchiv. Die Beilagen zu den Kirchenpflegrechnungen waren nicht mehr vorhanden, deshalb besteht dieser Teil des Archivs nur aus den Rechnungsbüchern. Einzelne Beilagen waren gelegentlich Teil der Sachakten.
Die Gesamtentwicklung der Gemeinde lässt sich an den seit Mitte des 18. Jahrhunderts kontinuierlich verfassten Pfarr-Relationen bzw. Pfarrberichten nachvollziehen (1745-1966, Nr. 98-101, 286-290). Ein spezielles bis ins 19. bzw. frühe 20. Jahrhundert gehende Verzeichnis der drei wichtigsten Amtsträger der Gemeinde, Pfarrer, Schultheiß und Schulmeister, findet sich als ein Anhang bei den kirchlichen Registern (Nr. 2).
Trotz der inhaltlich gleichmäßigen Verteilung der Quellen können sich einzelne Sachgebiete innerhalb des Bestands durch eine dichtere Überlieferung hervorheben. Hierzu gehört z.B. die Ortsschule, bei der die Konflikte um die Besoldung und Anstellung des Schulmeisters und den baulichen Zustand des Schulhauses die im 18. und 19. Jahrhundert umfangreicheres Schriftgut entstehen lassen (z.B. Nr. 148, 151, 160, 162). Auch die Baugeschichte der Kirche ist in den großen Renovierung 1840/42 und 1923 nachvollziehbar (Nr. 164, 253) und die Verhältnisse der Pfarrgebäude und insbesondere des Pfarrhauses sind seit 1850 durchgängig gut dokumentiert (Nr. 237-239, 242).
Einzelne Sammlungsteile wie die Materialien zu Orts- und Kirchenchronik (Nr. 228), die Stammtafeln einiger Schwaikheimer Familien (Nr. 309) und die umfangreiche genealogische Familienkartei (Nr. 311-313) ergänzen den Bestand des Pfarrarchivs Schwaikheim.
Stuttgart, im November 2005
Christian Stobbe (Bearbeiter), Dorothea Reuter (Redaktion)
Einleitung: Schwaikheim wurde schriftlich erstmals im 9. Jahrhundert als ”Sueinincheim“ erwähnt. Im Jahr 1100 tritt ein ”de Sweichheim“ in einer Schenkung für das Kloster Hirsau auf und im Jahr 1293 wollte ein Albrecht von Ebersberg ”sein Dorf Swaikheim“ an das Deutschordenshaus in Heilbronn vermachen. Seit 1245 tritt allerdings das Augustiner Chorherrenstift Backnang immer stärker als Grundherr in Erscheinung, von dem aus Schwaikheim schließlich 1453 unter württembergische Herrschaft kommt. Das Dorf ist zunächst dem Amt bzw. Oberamt Winnenden zugeordnet, nach dessen Auflösung im Jahr 1808 dem Oberamt, seit 1938 Landkreis Waiblingen. Im Jahr 1693 wurde das Rathaus und 29 der ”vornehmsten“ Gebäude beim Durchmarsch französischer Truppen völlig niedergebrannt.
Die Kirche wurde 1370 als Filial der St. Martinskirche in Siegelhausen erwähnt, und 1460 erscheint der Backnanger Chorherr Jakob Wick als Pfarrer von Schwaikheim. Das Stift besaß das Patronatsrecht, die Zehnten und trug bis ins frühe 19. Jahrhundert die Baulasten des 1487/88 als spätgotischer Chorturmanlage erbauten Kirchengebäudes. Zunächst als Kirche ”Unsere Liebe Frau zu Schwaicken“ (1525) benannt, erscheint ab 1540 der Name ”St. Mauritius“.
Die Reformation wurde hier wie im württembergischen Herrschaftsgebiet überhaupt 1534 durchgeführt. Der erste protestantische Pfarrer war Konrad Weik (Weick, Waich). Die Pfarrei ist dem Dekanat Waiblingen zugeordnet.
Bis ins 20. Jahrhundert war die Kirchengemeinde konfessionell einheitlich. Allerdings nahm seit Mitte des 18. Jahrhunderts die Zahl der Pietisten allmählich zu (vgl. Nr. 111). Durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen nach 1945 bildete sich eine katholische Gemeinde, die seit 1954 ein eigenes Kirchengebäude besitzt und seit 1960 Pfarrei ist.
Das Archiv des Pfarramts Schwaikheim wurde aufgrund eines Kirchengemeinderatsbeschlusses im Frühjahr 2004 an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur dauerhaften Aufbewahrung und zur öffentlichen Nutzung abgegeben. Es war vordem in verschiedenen Räumen des Pfarramts untergebracht.
Abgegeben wurden alle Akten und Amtsbücher und die Überlieferung der Kirchenpflege bis ca. 1966 mit Ausnahme einiger Bauakten aus der Altregistratur. Die Abgabe schloss auch die historischen kirchlichen Register mit ein, die aus konservatorischen Gründen allerdings nicht mehr zur Benutzung freigegeben, sondern nur als Mikrofilm zur Verfügung gestellt werden können. Das abgegebene Material umfasst auch das Evangelischen Gemeindeblatt (Nr. 303 und 304) und 0,25 lfd. m einer genealogischen Kartei (Nr. 311-313).
Der Archivbestand war bereits vorgeordnet. Die Aktenschicht vor 1900 wurde durch ein vorhandenes Archivinventar erschlossen, die Aktenordnung des 20. Jahrhunderts richtete sich nach der Registraturordnung für Pfarrämter aus dem Jahr 1901. Diese Systematik ist bei der Neuverzeichnung des Bestands im Landeskirchlichen Archiv übernommen worden. Dabei wurden auch die Dokumente des 19. Jahrhunderts, die bereits nach der Registraturordnung 1901 vorgeordnet waren, hier belassen und finden sich daher auch unter der entsprechenden Systemstelle des folgenden Verzeichnisses. Insgesamt beträgt der Umfang des Archivbestands ca. 6,5 lfd. m.
Die kirchlichen Register als älteste Bestandteile des Pfarrarchivs beginnen 1561, während die Überlieferung der übrigen Amtsbücher und Akten erst auf der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert einsetzt und seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in gleichmäßigem Umfang fortläuft.
Eine Ausnahme hiervon besteht nur bei der besonders hervorzuhebenden Reihe der Kirchenkonventsprotokolle, die 1661 - 17 Jahre nach der landesweiten Einführung dieses Gremiums im Jahr 1644 - beginnen und bis 1891 beinahe lückenlos fortlaufen (Nr. 39-47 und 307). Formal und inhaltlich kaum von diesen zu unterscheiden sind die so genannten Amtsprotokolle, die zwischen 1734 und 1806 überliefert sind (Nr. 314 und 315).
Ergänzend zu den kirchlichen Registern sind auch die Konfirmandenregister (1723-1929, Nr. 27, 28), die Kommunikantenregister (1736-1991, Nr. 30-38 und 308) und die Christenlehrverzeichnisse des 20. Jh. (1918-1966, Nr. 77-80) überliefert.
Die Rechnungen der Kirchenpflege sind kontinuierlich ab 1891 erhalten (Nr. 182-220), ältere Rechnungen (Heiligenpflege, Stiftungspflege) fanden sich in größerem Umfang nicht im Pfarrarchiv. Die Beilagen zu den Kirchenpflegrechnungen waren nicht mehr vorhanden, deshalb besteht dieser Teil des Archivs nur aus den Rechnungsbüchern. Einzelne Beilagen waren gelegentlich Teil der Sachakten.
Die Gesamtentwicklung der Gemeinde lässt sich an den seit Mitte des 18. Jahrhunderts kontinuierlich verfassten Pfarr-Relationen bzw. Pfarrberichten nachvollziehen (1745-1966, Nr. 98-101, 286-290). Ein spezielles bis ins 19. bzw. frühe 20. Jahrhundert gehende Verzeichnis der drei wichtigsten Amtsträger der Gemeinde, Pfarrer, Schultheiß und Schulmeister, findet sich als ein Anhang bei den kirchlichen Registern (Nr. 2).
Trotz der inhaltlich gleichmäßigen Verteilung der Quellen können sich einzelne Sachgebiete innerhalb des Bestands durch eine dichtere Überlieferung hervorheben. Hierzu gehört z.B. die Ortsschule, bei der die Konflikte um die Besoldung und Anstellung des Schulmeisters und den baulichen Zustand des Schulhauses die im 18. und 19. Jahrhundert umfangreicheres Schriftgut entstehen lassen (z.B. Nr. 148, 151, 160, 162). Auch die Baugeschichte der Kirche ist in den großen Renovierung 1840/42 und 1923 nachvollziehbar (Nr. 164, 253) und die Verhältnisse der Pfarrgebäude und insbesondere des Pfarrhauses sind seit 1850 durchgängig gut dokumentiert (Nr. 237-239, 242).
Einzelne Sammlungsteile wie die Materialien zu Orts- und Kirchenchronik (Nr. 228), die Stammtafeln einiger Schwaikheimer Familien (Nr. 309) und die umfangreiche genealogische Familienkartei (Nr. 311-313) ergänzen den Bestand des Pfarrarchivs Schwaikheim.
Stuttgart, im November 2005
Christian Stobbe (Bearbeiter), Dorothea Reuter (Redaktion)
Evangelisches Pfarramt Schwaikheim
ca. 6,5 lfd. m
Bestand
Schwaikheim, Rems-Murr-Kreis
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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