Die Ratsherren Christoph Schermar und Johann Mürdel sowie der Stadtwerkmeister Matthäus Geisser entscheiden Streitigkeiten zwischen dem Altbürgermeister und geheimen Rat Johann Christoph Ehinger von Balzheim [Alb-Donau-Kreis] und dem Bleicher Jakob Neubronner wegen eines Winkels zwischen ihren Häusern in Ulm bei dem Frauentor [abgegangen, zwischen Frauenstraße 56 und 61, Lagerbuch Nr. 417]. Da Neubronner beim Neubau seines Stadels [Lit. D 183 = Radgasse 1] ohnehin zu weit in den Winkel hineingefahren ist, steht ihm dort nichts mehr von dem Winkel zu. Von dem Stadel bis zu seinem Haus [Lit. D 184 = Frauenstraße 36] stehen ihm an dem Winkel noch 2 Werkschuh zu. Die 54,5 Werkschuh des Winkels oder Höfleins von Neubronners Haus bis zur Gasse gehören ihm und Christoph Ehinger gemeinsam. Da die Traufe von Neubronners Haus derzeit zu weit auf den Teil Ehingers an dem Winkel fällt, soll Neubronner bei dem geplanten Neubau seines Hauses die Traufe so ausrichten lassen, dass diese künftig in die Mitte des Winkels fällt. Die Breite des gemeinsamen Winkel zwischen Neubronners und Ehingers Haus [Lit. D 185 = Frauenstraße 38] beträgt hinten 3 Schuh und 2,5 Zoll und vorne an der Gasse 2 Schuh und 7 Zoll. Dabei soll es bleiben, und keine Partei darf bei künftigen Baumaßnahmen weiter in den Winkeln hineinbauen. Die Fenster in Neubronners Haus, die auf das Haus Ehingers gehen, sollen vergittert bleiben.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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