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Nachlass Ernst Fischer (1862-1940), bad.
Oberhofprediger (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Andere Nachlässe >> Fischer
1813-1975
Inhalt und Bewertung
Nachlass der Familie des letzten badischen Hofpredigers Ernst Fischer, enthält v. a. : Material zur Familie Ernst Fischer und zur Geschichte Karlsruhes bzw. Badens
Vorwort: Ernst Jakob Ludwig Baptist Fischer wurde am 13. April 1862 als jüngstes von drei Kindern des Post- und Eisenbahnkassiers Karl Friedrich Fischer und dessen Ehefrau Marie, geb. Satzger, in Karlsruhe geboren. Bereits mit sechs Jahren Vollwaise, wuchs Fischer bei einer Tante auf, die ihn christlich fromm erzog. Nach dem Abitur studierte Fischer ab 1880 evangelische Theologie in Heidelberg, Berlin und Jena. 1884 schloss Fischer sein Studium mit dem theologischen Examen ab und arbeitete anschließend als Stadtvikar in Konstanz und ab 1886 als Stadtvikar und Geistlicher am Landesgefängnis in Mannheim. 1890 erfolgte seine Berufung zum (provisorischen) Hofvikar in Karlsruhe. 1893 wurde er zum Hofdiaconus, 1900 zum Hofprediger und Inhaber der Hofpfarrei berufen. Sein enges Verhältnis zur großherzoglichen Familie und die Wertschätzung seiner Arbeit führte 1917 zu seiner Ernennung zum Oberhofprediger. Während seines Berufslebens erhielt Fischer zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ritterkreuz II. und I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen (1896 und 1902), den königlich preußischen roten Adlerorden III. Klasse (1909), das Ritterkreuz vom Orden Berthold des Ersten (1910) sowie das badische Kriegsverdienstkreuz (1916). Neben seiner Tätigkeit als Hofprediger engagierte sich Fischer in mehreren kirchlich-religösen Gremien und Vereinen. So war er Mitglied der Landessynode (1921-1932), Vorsitzender des Kirchengemeinderats Karlsruhe, Vorsitzender des Badischen Wissenschaftlichen Predigervereins (ab 1908) sowie Geschäftsführer der Badischen Bibelgesellschaft (1908-1910, ab 1932) und der Lutherstiftung. Seit 1921 Kirchenrat, musste Fischer aufgrund eines von den Nationalsozialisten erlassenen Gesetzes zum 1. Dezember 1933 seine Ämter niederlegen. Gleichwohl übernahm er im Ruhestand zeitweise die Vertretung der Pfarrei in Rintheim. Aus seiner 1902 geschlossenen Ehe mit Julie Marie Luise Sofie, geb. Wielandt (1877-1952), Tochter von Friedrich Christian Wilhelm Wielandt, 1895-1903 Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats, gingen die Tochter Marie-Luise "Minnie" (1908-1974, Heilpädagogin) und die Söhne Johannes (1903-1975, Prof. Dr.-Ing. an der TH Karlsruhe), Ernst-Friedrich (1904-1905), Rupert (1905-1989, Pfarrer) und Martin (1913-1994, Jugendpfleger) hervor. Ernst Fischer starb am 7. November 1940 in Karlsruhe. Karlsruhe, im Juli 2018 Dr. René Gilbert
Zur Ordnung: Der Nachlass Fischer kam 2013 als Geschenk der Familie Fischer ins Generallandesarchiv. Ein weiterer kleinerer Teil folgte 2015. Der Nachlass enthält vor allem Material zur Familie von Ernst Fischer, Briefe von Mitgliedern des badischen Hofes an Ernst Fischer sowie Unterlagen im Zusammenhang mit der großherzoglichen Familie. Außerdem beinhaltet er Fotos bzw. Fotopostkarten von Karlsruher Plätzen und Bauwerken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommen Jahresberichte der Victoria-Schule zu Karlsruhe und des Großherzoglichen Gymnasiums zu Karlsruhe (heute Bismarck-Gymnasium). Ergänzend zu diesem Nachlass sei auf den Schriftwechsel von Luise von Baden mit Ernst Fischer hingewiesen (vgl. Quellen). Die Erschließung erfolgte 2018 durch René Gilbert im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierten Projekts. Zusätzlich versah Gilbert den Bestand mit Orts- und Personenindizes. Der Bestand umfasst 33 Archivalieneinheiten bzw. 1,2 lfdm.
Quellen und Literatur: Quellen: "Fischer, Ernst", Dienerakte, GLA 234 Nr. 2335 [Laufzeit: 1886-1890] "Fischer, Ernst", Dienerakte, GLA 235 Nr. 9349 [Laufzeit: 1884-1918] "Fischer, Ernst", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2445 [Laufzeit: 1912-1923] "Fischer, Ernst", Korrespondenz mit Großherzogin Luise, GLA FA N 2476 [Laufzeit: 1894-1912] "Fischer, Ernst", Landeskirchliches Archiv Karlsruhe, Personalakte Nr. 1718 Literatur: Neu, Heinrich: Pfarrerbuch der evangelischen Kirche Badens von der Reformation bis zur Gegenwart, Teil II, Lahr 1939, S. 164 Frommel, Otto: Kirchenrat Ernst Fischer gestorben, in: Badische Pfarrvereinsblätter 48. Jg., Nr. 7, Dezember 1940, S. 85 f. Wennemuth, Udo: Die Hofprediger am badischen Hof. Eine Annäherung, in: Jahrbuch für badische Kirchen- und Religionsgeschichte 6 (2012), S. 109-124
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.