Kaiser Friedrich entscheidet in folgender Streitsache: Der Klerus der Stadt Mainz, nämlich die Prälaten und ihre Untergebenen, beschweren sich vor dem Kaiser, dass das Testament eines Stiftsherrn von St. Viktor, zu dessen Vollstreckung dieser einige seiner Mitbrüder bestimmt hatte, von einigen Mainzer Bürgern verletzt worden sei, unter dem Vorgeben, die Verwandten des Verstorbenen seien durch das Testament unrechtmäßigerweise enterbt worden. Der Mainzer Klerus bietet dagegen Beweis, dass seine Angehörigen schon seit über vierzig Jahren die von Kaisern und Bischöfen gewährte Testierfreiheit genössen. Der Kaiser zieht Konrad, Bischof zu Worms, und andere Bischöfe, ferner den kaiserlichen Kanzler Godefredus, Äbte und andere kirchliche Personen, die im Kirchenrecht bewandert sind, zu Rate, die sich dahin aussprechen, dass der Klerus seine bewegliche Habe frei vermachen dürfe, ausgenommen nur das väterliche Erbe, das an die Verwandten zu hinterlassen sei. Auf dieses Gutachten hin entscheidet der Kaiser - auch als Zeichen seiner Zuneigung zu Erzbischof Christian -, dass der Klerus der Stadt Mainz und die Stiftsherren in den Städten Aschaffenburg, Frankfurt und Bingen ("Pingia") bezüglich ihrer innerhalb der Immunität befindlichen beweglichen Habe Testierfreiheit genießen sollen. Zeugen: Konrad, Erwählter von Worms ("Wormaciensis"); Rudolf, Bischof von Straßburg ("Argentinensis"); Ludwig, Bischof von Basel ("Basiliensis"); Sigehard, Abt von Lorsch ("Laur[isse]nsis"); Arnold, Dompropst zu Mainz; Wernher, Propst von St. Maria im Felde; Heinrich, Domdekan; Hermann, Kantor; Ulrich ("Udalricus"), Scholaster ("magister scolarum") von St. Peter; Gernot, Scholaster von St. Stephan; Arnold, Domdekan zu Speyer ("Spir."); Andreas, Scholaster; Johannes, Propst von St. German; Konrad, Pfalzgraf bei Rhein; Hugo Graf von Dagsburg; Emicho, Graf von Leiningen; Rupert, Graf von Nassau; Otto, Graf von "Huneburc"; Godefrid, Graf von Sponheim; Ulrich von "Horningen"; Walther von Hausen ("Husen"); Wernher von Bolanden; Walther, Truchseß; Konrad, Schenk; Wolfram; Heinrich, Marschalk; Ludwig Colbo; Hunfrid und sein Bruder Heinrich von Falkenstein; Sifridus "de Lapide"; Burkard, Vicedom zu Worms; Wernher und sein Bruder Giselbert. - Androhung einer Pön von 100 Pfund Gold und des Bannes. - S. (Goldbulle) und Zeichen des Kaisers Friedrich. - Rekognition durch den Kanzler Godefredus anstelle des Erzbischofs und Erzkanzlers Christian. "Acta" 1173, 6. Indiktion", im 22. Jahr des Königtums und 20. Jahr des Kaisertums Friedrichs [I.]. "Data Spire VI. Non. Julii."

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