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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Akten >> Generalakten der größeren Territorien >> Ensisheim (Vorderösterreich u.a.)
Überlieferungsgeschichte
Die vorderösterreichische Regierung in Ensisheim entwickelte sich aus dem alten Landgericht und den Organen der habsburgischen Verwaltung im Oberelsass. Sie war zuständig für die vorderösterreichischen Gebiete im Elsass, Sundgau, Breisgau und Schwarzwald. Grundlage ihrer Rechtsprechung und Verwaltung war eine Instruktion Ferdinands I. vom 16. August 1523. Im Westfälischen Frieden mußte Österreich zugunsten Frankreichs auf seinen gesamten Besitz im Elsaß und auf das rechtsrheinische Breisach mit den Orten Hochstetten, Niederrimsingen, Hartheim und Achkarren verzichten. Der Regierungssitz für den österreichisch gebliebenen Breisgau wurde nach Freiburg verlegt. Ein Teil der Akten scheint damals ebenfalls dorthin gelangt zu sein (vgl. Bestand 79), der größte Teil kam jedoch nach Straßburg und befindet sich heute im Départementalarchiv in Colmar. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden mehrmals Archivalien ausgetauscht, wobei Frankreich aus Innsbruck Archivalien über den Sundgau und das Elsaß erhielt und seinerseits Archivalien der Ensisheimer Regierung sowie 1677 beschlagnahmte Archivalien der Freiburger Regierung über den Breisgau nach Freiburg abgab.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält die Akten, die 1888-1893 vom Bezirksarchiv des Oberelsass in Colmar an das Generallandesarchiv abgegeben worden sind, wo sie auf die einschlägigen Bestände verteilt werden sollten. Da es dazu nicht kam, galten die rudimentären Übergabeverzeichnisse noch lange Zeit als einziges Findmittel. Bei der Bestandsnummerierung 1939 wurde der Bestand wegen seiner überwiegenden Provenienz unter der Bezeichnung "Akten Ensisheim" den vorderösterreichischen Beständen zugeordnet. Er enthält jedoch auch Akten französischer Regierungsstellen, vor allem der französischen Regierung zu Breisach, und verschiedener elsässischer Herrschaften, die sich auf den Breisgau insgesamt oder auf einzelne breisgauische Orte beziehen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Kriegsereignissen ab 1618, vor allem in den 1630er Jahren, die Eroberung der Festung Breisach 1638, ihr Übergang an Frankreich 1639 und die Folgen. Der Bestand wurde 1994 umsigniert und 2020 redaktionell überarbeitet.
Entstehung und Inhalt: Die vorderösterreichische Regierung in Ensisheim entwickelte sich aus dem alten Landgericht und den Organen der habsburgischen Verwaltung im Oberelsass. Sie war zuständig für die vorderösterreichischen Gebiete im Elsass, Sundgau, Breisgau und Schwarzwald. Grundlage ihrer Rechtsprechung und Verwaltung war eine Instruktion Ferdinands I. vom 16. August 1523. Im Westfälischen Frieden mußte Österreich zugunsten Frankreichs auf seinen gesamten Besitz im Elsaß und auf das rechtsrheinische Breisach mit den Orten Hochstetten, Niederrimsingen, Hartheim und Achkarren verzichten. Der Regierungssitz für den österreichisch gebliebenen Breisgau wurde nach Freiburg verlegt. Ein Teil der Akten scheint damals ebenfalls dorthin gelangt zu sein (vgl. Bestand 79), der größte Teil kam jedoch nach Straßburg und befindet sich heute im Départementalarchiv in Colmar. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden mehrmals Archivalien ausgetauscht, wobei Frankreich aus Innsbruck Archivalien über den Sundgau und das Elsaß erhielt und seinerseits Archivalien der Ensisheimer Regierung sowie 1677 beschlagnahmte Archivalien der Freiburger Regierung über den Breisgau nach Freiburg abgab. Der Bestand enthält die Akten, die 1888-1893 vom Bezirksarchiv des Oberelsass in Colmar an das Generallandesarchiv abgegeben worden sind, wo sie auf die einschlägigen Bestände verteilt werden sollten. Da es dazu nicht kam, galten die rudimentären Übergabeverzeichnisse noch lange Zeit als einziges Findmittel. Bei der Bestandsnummerierung 1939 wurde der Bestand wegen seiner überwiegenden Provenienz unter der Bezeichnung "Akten Ensisheim" den vorderösterreichischen Beständen zugeordnet. Er enthält jedoch auch Akten französischer Regierungsstellen, vor allem der französischen Regierung zu Breisach, und verschiedener elsässischer Herrschaften, die sich auf den Breisgau insgesamt oder auf einzelne breisgauische Orte beziehen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Kriegsereignissen ab 1618, vor allem in den 1630er Jahren, die Eroberung der Festung Breisach 1638, ihr Übergang an Frankreich 1639 und die Folgen. Der Bestand wurde 1994 umsigniert und 2020 redaktionell überarbeitet.
Benutzung: Die Colmarer Findmittel von 1888-1893 wurden im Jahr 2020 von Rainer Brüning redaktionell überarbeitet. An alten Signaturschichten (Série) aus Colmar wurden aufgefunden: C - Vorderösterreichische und Französische Regierung (C I, C II) E - Grafschaft Horburg und Adelsarchiv (E I, E III) F - Varia G - Weltgeistlichkeit (G I) H - Klöster (H I)
Literatur: Leon Briele, Inventaire-Sommaire des Archives Départementales du Haut-Rhin. Archives Civiles. Séries A - E, Colmar 1863, S. 1-92. Wilhelm Beemelmann, Die Organisation der vorderösterreichischen Behörden in Ensisheim im 16. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 61 (1907), S. 52-92, 627-656 und 62 (1908), S. 195-220. Hermann Baier, Die Registratur des Ensisheimer Regiments und das Archiv der Vorderösterreichischen Regierung, in: Archivalische Zeitschrift 40 (1931), S. 50-64. Lucie Roux, Répertoire numerique détaillé du fonds de la Régence Autrichienne d'Ensisheim (sous-série 1 C) XIIIe siècle - 1638, Colmar 1995. Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 146-147. Peter Steuer/Konrad Krimm (Bearb.), Vorderösterreichische Regierung und Kammer in Ensisheim und Freiburg bis 1752, Stuttgart 2009.
1938 Nummern (Nr. 1-1948)
Bestand
Leon Briele, Inventaire-Sommaire des Archives Départementales du Haut-Rhin. Archives Civiles. Séries A - E, Colmar 1863, S. 1-92.
Wilhelm Beemelmann, Die Organisation der vorderösterreichischen Behörden in Ensisheim im 16. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 61 (1907), S. 52-92, 627-656 und 62 (1908), S. 195-220.
Hermann Baier, Die Registratur des Ensisheimer Regiments und das Archiv der Vorderösterreichischen Regierung, in: Archivalische Zeitschrift 40 (1931), S. 50-64.
Lucie Roux, Répertoire numerique détaillé du fonds de la Régence Autrichienne d'Ensisheim (sous-série 1 C) XIIIe siècle - 1638, Colmar 1995.
Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 146-147.
Peter Steuer/Konrad Krimm (Bearb.), Vorderösterreichische Regierung und Kammer in Ensisheim und Freiburg bis 1752, Stuttgart 2009.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.