Kurfürst Philipp von der Pfalz verkauft Katharina von Gemmingen, Witwe des Ritters Friedrich Kämmerer von Dalberg, den Brüdern Diether und Wolf Kämmerer von Dalberg sowie ihren Erben 120 Malter Bedehafer nach Alzeyer Maß, der jährlich zu Undenheim von der dortigen Gemeinde anfällt. Diese sollen die von Undenheim fortan jährlich zu St. Michael [= 29.09.] gen Oppenheim zu einem von den Käufern genannten Haus liefern. Der Kauf geschah um 600 Goldgulden kurfürstlicher Währung, die quittiert werden. Der Kurfürst versichert, dass der Bedehafer unbeschwert ist, verspricht die Käufer schadlos zu halten und den Kauf zu beschirmen. Schultheiß, Schöffen und Gemeinde zu Undenheim werden unter näher genannten Regelungen als Bürgen und Selbstschuldner eingesetzt, wobei unter anderem festgehalten wird, dass die Käufer vier Gerichtspersonen und vier weitere Personen des Dorfs bestimmen sollen, die sich dann binnen vier Tagen nach Oppenheim, Mainz oder Herrnsheim in ein offenes Wirtshaus einfinden und dort verbleiben sollen, bis der Bedehafer, entstandene Kosten und Schäden der Käufer sowie die Kosten des Wirts beglichen sind. Die von Undenheim nehmen diese Bestimmungen an. Sowohl Kurfürst Philipp als auch die von Undenheim verzichten auf alle Rechtsbehelfe dagegen, was auch gilt, falls sie mit den Kämmerern in Fehde, Feindschaft oder Unwillen kämen oder falls jene in Bann oder Acht verfallen sollten. Alle Regeln gelten auch für die Erben und Nachkommen der Beteiligten. Die Käufer räumen dem Kurfürsten ein Wiederkaufsrecht ein. Dies soll zwei Monate vor Mariä Himmelfahrt [=15.8.] den Käufern brieflich in ihre übliche Behausung angekündigt werden. Das Hauptgeld über 600 Gulden ist vor Mariä Himmelfahrt auf den von den Kämmerern gewünschten Ort nach Oppenheim, Herrnsheim oder Worms in deren sichere Gewalt zu übergeben. Die nächste Nutzung gebührt dann dem Kurfürsten ohne prozentualem Anteil der Kämmerer von Worms, ausstehende Zahlungsverpflichtungen stehen hingegen den Kämmerern zu. Da die von Undenheim kein eigenes Siegel haben, bitten sie den Bürgermeister und Rat zu Alzey zur Besiegelung.