Der Altbürgermeister und Mitglied des älteren geheimen Rats Albrecht Schad und der Ratsherr und Richter Sebastian Lieber bekennen als Pfleger ihres Vetters Sebastian Ehinger: Der verstorbene Wilhelm Ehinger von Kötz [Lkr. Günzburg] hat in seinem Testament vom 11. September 1512 bestimmt, dass an einem jeden Samstag im Heiliggeistspital in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] 5 Schilling Heller unter den Pilgern, die dort gerade beherbergt werden, verteilt werden sollen, wobei jeder Pilger 1 Heller erhalten soll. Wenn sich im Spital weniger Pilger aufhalten, so dass die 5 Schilling Heller nicht vollständig verbraucht werden, soll der verbleibende Rest in den Opferstock des Spitals eingelegt werden. Diese 5 Schilling Heller haben die Nachkommen des Wilhelm Ehinger und jetzt sie als Pfleger bisher immer fristgerecht ausbezahlt. Damit die Stiftung aber auch in Zukunft ausgeführt werden kann, haben sie den Pflegern Servatius Ehinger von Balzheim [Alb-Donau-Kreis] und Andreas ("Endriß") Scheler sowie dem Hofmeister Georg Segenschmid des Heiliggeistspitals 150 Gulden Ulmer Stadtwährung übergeben. Davon sollen dann die Pfleger oder der Hofmeister diese Stiftung künftig ausführen und die 5 Schilling Heller unter die Pilger im Spital verteilen.