Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Familienarchiv Schrenck von Notzing (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
FA Schrenck von Notzing Familienarchiv Schrenck von Notzing
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.1 Familienarchive
1430-1999
Familienarchiv Schrenck von Notzing: Erstmals urkundlich erwähnt wird die Familie Schrenck im Jahre 1269, die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Berchtold Schrenck, einem Bürger, Kaufmann und Mitglied des Rates der Stadt München. Die Familie Schrenck gehörte über 300 Jahre dem Münchener Stadtrat an und stellte mehrere Stadtkämmerer. Schon früh begründete die Familie zwei Linien, die sich nach ihren Stammsitzen zu Notzing (Lkr. Erding; im Jahre 1380 erworben) und zu Egmating (Lkr. Ebersberg; im Jahre 1290 erworben) benannte. Später nannten sie sich häufig auch "Schrenck von Notzing zu Egmating". Mit dem Eintritt in die herzoglich bayerischen Dienste während des 16. Jahrhunderts gelang den Schrenck der Übergang vom städtischen Bürgertum zum Landadel. Schon 1408 hatte Michael Schrenck das Münchener Bürgerrecht aufgegeben und wurde als Landsasse wegen des ererbten Besitzes zu Notzing Mitglied der Ritterschaft in Bayern-Landshut. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verlor die Familie das Stammhaus Notzing.
Das Charakteristische an Familienarchiven ist häufig die starke Heterogenität des Schriftgutes. So finden sich auch im Familienarchiv Schrenck von Notzing genealogische Aufzeichnungen und Familienchroniken (inklusive einer farbig illustrierten Chronik), Familien- und Besitzurkunden samt den Urkunden zahlreicher Vorbesitzer diverser Güter und Herrschaften, persönliche Papiere, zahlreiche Korrespondenz (u.a. Briefe von König Ludwig I., König Ludwig II., Kaiser Wilhelm I., Ludwig Frhr. von der Pfordten), Unterlagen und Urkunden der eingeheirateten Familienzweige (hier sind u.a. die Familien von Siegle, Labauche, Seeauer, Schönsteiner und Asch zu nennen), Fotos, Zeichnungen und Portträts. Wenig überraschend, dass das Familienarchiv eine Zeitspanne von 1430 bis 1999 abdeckt.
Die 1688 in den Freiherrnstand erhobene Familie Schrenck von Notzing hat in ihrer Geschichte etliche einflussreiche Persönlichkeiten hervorgebracht, von denen die meisten auch im Familienarchiv ihren schriftlichen Niederschlag gefunden haben. Zu nennen sind hier: Sebastian von Schrenck (1774-1848), Oberappellationsgerichtsrat, Ministerialrat, Appellationsgerichtspräsident in Amberg, 1832 bis 1846 bayerischer Staatsminister der Justiz; Karl von Notzing (1806-1884), 1845/46 Regierungspräsident der linksrheinischen Rheinpfalz, 1846/47 Staatsminister der Justiz, 1847 Minister für kirchliche Angelegenheiten, 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, 1850-1859 bayer. Gesandter beim Bundestag, 1866 letzter Präsident des Deutschen Bundestags, 1859-1864 Staatsminister des königl. Hauses und des Äußern, Vorsitzender im Ministerrat und Staatsminister des Handels und der öffentlichen Arbeiten, 1864-1866 Bundestagsgesandter, 1868-1871 Mitglied des Reichstags (Norddeutscher Bund), 1870/71 bayer. Gesandter in Österreich-Ungarn; Albert von Schrenck-Notzing (1862-1929), Arzt und Pionier der Psychotherapie und Parapsychologie.
Eine Nachlieferung aus dem Jahre 2012, die nun endlich in das Familienarchiv eingearbeitet werden konnte, enthielt weiteres teilweise recht hochkarätiges Material, so u.a.
- ein Lehenbuch ("Lehen Grundtbeschreibung") des Christoph Schrenck von Notzing zu Egmating aus der Zeit 1599 bis 1609
- ab Anfang des 17. Jahrhunderts sehr prunkvoll ausfallende, vom Kaiser von Österreich für Angehörige der in Österreich beheimateten Familie Seeauer ausgestellte Urkunden (Wappenbriefe, Wappenbesserungen, Adelsbriefe, Standeserhebungen) aus der Zeit 1558 bis 1697
- ebenso prunkvoll ausgestaltete Erhebungen von Angehörigen der Familie Schrenck von Notzing durch den bayerischen Kurfürsten in den Freiherrnstand aus der Zeit 1694 bis 1723
- von Zar Alexander II. für Alexander von Schrenck ausgestellter äußerst prunkvoller Wappenbrief u.a. für dessen in den Jahren 1836 bis 1853 in verschiedenen kaiserlichen Gerichten und Behörden geleistete Dienste (1859)
- aufwändig gestaltete Stammbäume auf Pergament mit farbigen Wappenzeichnungen
- Briefe von Sebastian von Schrenck-Notzing während seiner Teilnahme bei der Ständeversammlung in München an seine Frau Leopoldine (1831)
- Dokumente zur Mission von Karl von Schrenck nach Griechenland anlässlich der Erarbeitung einer neuen Verfassung, u.a. mit zahlreichen Briefen aus Athen an seinen Vater Sebastian von Schrenck (1844)
- Briefe von Karl von Schrenck in seiner Eigenschaft als Mitglied der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt an seine Frau Auguste sowie Tagebuch- u.a. Aufzeichnungen von der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt (1848/49)
Wichtiger Hinweis: Derzeit sind noch keine endgültigen Nummern vergeben, da u.a. umfangreichere Aktenbündel mit Betreffen wie "genealogische Aufzeichnungen" (z.B. vorl. Nr. 50, 51, 56) und "Briefe und Urkunden" (z.B. vorl. Nr. 72, 74), die sich meist auch über eine sehr lange Laufzeit erstrecken (z.B. 1488-1888 bei vorl. Nr. 72), erst noch in einem gesonderten Projekt detaillierter erschlossen werden müssen.
Daher derzeit zu bestellen: "FA Schrenck von Notzing + vorl. Nr. ..."
1.12.2016
Joachim Glasner
208
Bestand
Akten
deutsch
4,80; 2016
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.